Professionelle WLAN-Infrastruktur

Optimale Versorgungsplanung ist das A und O

31.10.2006 | Redakteur: Jan Vollmuth

Erkannt: Authentifizierung von WLAN-Clients an einem Radius-Server
Erkannt: Authentifizierung von WLAN-Clients an einem Radius-Server

Beim Aufbau eines komplexen Funk-LANs sind bereits bei der Auswahl der Lösungskomponenten viele Details zu beachten. Fragen wie „Wo und wie wird das Wireless LAN eingesetzt?“, „Wie

Beim Aufbau eines komplexen Funk-LANs sind bereits bei der Auswahl der Lösungskomponenten viele Details zu beachten. Fragen wie „Wo und wie wird das Wireless LAN eingesetzt?“, „Wie verhält es sich mit Grundriss und Bausubstanz des Gebäudes?“, „Mit welchem Datenaufkommen ist zu rechnen?“ müssen frühzeitig beantwortet werden, um die spätere Leistungsfähigkeit des WLANs sowie höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Die Leistungsfähigkeit eines Wireless LANs (WLAN) hängt zum großen Teil von einer optimalen Funkversorgung ab. Die Investition in eine professionelle Funkvermessung durch einen Experten rechnet sich hier auf jeden Fall: Sie gewährleistet einerseits hohe Verfügbarkeit bei durchgängig guter Performance und bietet beträchtliche Einsparpotenziale, da bei der Architektur keine überflüssige Komponenten und Infrastrukturgeräte zum Einsatz kommen.

Funk in Büro- und Industriegebäuden

Leistungsfähig und sicher – diese beiden Merkmale muss ein drahtloses Netzwerk im Unternehmensumfeld erfüllen. Deshalb eignen sich in Bürogebäuden Access Points, die mehrere Clients sowie Seamless Roaming uneingeschränkt unterstützen. Sind die Geräte zusätzlich Wireless-Backbone-fähig – besitzen sie also mehrere Radiomodule – können benachbarte Access Points zusätzlich ohne Ethernetkabel miteinander kommunizieren und ermöglichen dadurch eine kostengünstige Funkversorgung ohne Neuverkabelung.

Im industriellen Umfeld spielen hingegen mechanische Robustheit und Verfügbarkeit eine übergeordnete Rolle. Hinzu kommt eine professionelle Funkvermessung. Industrietaugliche Access Points müssen aus diesem Grund den gängigen IP-Normen entsprechen und Nässe, Schmutz, Hitze oder Kälte standhalten. Je nach Umgebung kommen dafür Access Points der Schutzklassen IP40 bzw. IP65 in Frage. Hier sind die Hersteller gefordert: Funkwerk Enterprise Communications beispielsweise bietet industrietaugliche Access Points, die je nach Anwendung verschiedenen Schutzklassen entsprechen. Für den Einbau in Schaltschränke beispielsweise genügt die Schutzklasse IP20 und die direkte Montage auf die Hutschiene. Der Einsatz im Außenbereich erfordert jedoch eine höhere Robustheit, die mit Schutzklasse IP65 erreicht wird.

Zentraler Punkt: Sicherheit

Sicherheit ist sowohl in drahtlosen als auch in drahtgebundenen Netzwerken ein zentraler Aspekt. Es gilt, das Netzwerk vor unbefugtem Zugriff abzusichern und das Abhören der Daten zu verhindern. Die aktuellen Sicherheitsmechanismen für WLANs gemäß IEEE 802.11i bzw. WPA2 (Wi-Fi Protected Access 2) schließen beide Angriffsmöglichkeiten aus. Dabei wird der Zugriffsschutz durch die Authentifizierung gegenüber einem im Netzwerk implementierten RADIUS-Server sichergestellt.

Eine einfachere Variante stellt die WPA-Verschlüsselung mit vordefiniertem Schlüssel dar (WPA-PSK/Preshared Key). Zusätzliche Sicherheit auf der gesamten Kommunikationsstrecke bietet darüber hinaus ein VPN-Netzwerk, z.B. mit einem IPSec-Gateway und den zugehörigen IPSec-Clients. Neuere Gerätegenerationen, wie beispielsweise der bintec R232bw, unterstützen bereits IPSec auf der Funkstrecke.

Dienste und Applikationen

Das klassische Einsatzszenario einer WLAN-Infrastruktur im Unternehmen ist sicherlich immer noch im Bereich der Officemobilität und verschiedener vertikaler Lösungen zu finden, wie etwa in der mobilen Datenerfassung. Doch um die Lösungen zu identifizieren, die zum optimalen Betrieb eines WLANs am besten geeignet sind, ist die Analyse der geplanten mobilen Dienste und Applikationen notwendig: So etablieren sich in letzter Zeit verstärkt neue Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise der Guest Access als drahtloser aber sicherer Internetzugang für Gäste oder VoWiFi (Voice-over-WiFi), die schnurlose, IP-basierte Telefonie im WLAN. Dadurch verändern sich auch die Anforderungen an die WLAN-Infrastruktur.

Virtualisierung ist eine Möglichkeit, um mehrere Dienste und verschiedene Benutzergruppen voneinander unabhängig betreiben zu können. Dies geschieht mit der VLAN-Technologie, die auch für WLAN-Topologien adaptiert wurde. Eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Sprachkommunikation in Datennetzen ist eine bedarfsgerechte Konzeption und Implementierung von Quality-of-Service(QoS)-Strategien. Der Standard WMM (Wireless MultiMedia) ermöglicht dafür bei WLAN die Klassifizierung verschiedener Datenströme im Access Point, um sie differenziert zu behandeln und dadurch zu priorisieren.

Fazit: Umfassende Analyse ist entscheidend

Beim Aufbau eines komplexen, modernen WLANs ist es entscheidend, zunächst die kurz- und mittelfristig geplanten Einsatzszenarien wie Dienste und Applikationen zu analysieren sowie die Funkversorgung zu prüfen. Im Zuge der fortschreitenden Etablierung von Funknetzen werden Themen wie Voice-over-WLAN, Virtualisierung und zentrales Management rasch an Bedeutung gewinnen. Die gesamte Infrastruktur muss auf diese Anforderungen ausgerichtet sein, weshalb die Investition in eine professionelle Planung zu empfehlen ist.

Checkliste für die Planung eines WLANs

Folgende Kriterien sollten bei der Planung eines Unternehmens-WLANs berücksichtigt werden:

  • Welche mobilen Dienste sollen angeboten werden und welche Merkmale (z.B. Datendurchsatz) sind gefordert?
  • Welche Bereiche gilt es abzudecken?
  • Welches Sicherheitskonzept wird zur Authentifizierung der Benutzer und Verschlüsselung der Kommunikation angewandt?
  • Wieviele Clients werden über die Infrastruktur unterhalten?
  • Welche funktechnischen Störfaktoren sind vorhanden oder zu erwarten (Reflexionen, Funkschatten durch bewegliche Hindernisse, usw.)?
  • Wo sind LAN- und Stromanschlüsse vorhanden bzw. möglich? Wo macht Power-over-Ethernet im Hinblick auf Redundanzkonzepte und Kostenoptimierung Sinn?
  • Wie wird durch zentrales Management der Betrieb der WLAN-Infrastruktur sicher und kostengünstig gestaltet?

Funkwerk, Tel. +49(0)911 96730

*Michael Marsanu ist Chief Technology Officer der Funkwerk Enterprise Communications GmbH

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