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Konzernumbau Operation Siemens - Was wird aus dem Mischkonzern?

| Autor / Redakteur: Christine Schultze, dpa, und Marco Engemann, dpa-AFX / Sebastian Gerstl

Groß und breit ist gleich stark? Das gilt für Unternehmen nicht unbedingt. Siemens-Chef Kaeser will den noch immer verzweigten Elektrokonzern agiler machen und lockert dafür die Bande zu immer mehr Sparten. Das stößt nicht überall auf Gegenliebe.

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Siemens-Chef "Joe" Kaeser plant mit einer massiven Umstrukturierung des deutschen Traditionskonzerns. Zur Siemens-Halbjahresbilanz am kommenden Donnerstag werden weitere Umbaupläne erwartet. Während manche Aktionäre Kaesers Vorstoß bewundern, stoßen diese Überlegungen nicht überall auf Gegenliebe.
Siemens-Chef "Joe" Kaeser plant mit einer massiven Umstrukturierung des deutschen Traditionskonzerns. Zur Siemens-Halbjahresbilanz am kommenden Donnerstag werden weitere Umbaupläne erwartet. Während manche Aktionäre Kaesers Vorstoß bewundern, stoßen diese Überlegungen nicht überall auf Gegenliebe.
(Bild: Peter Kneffel/dpa )

Zündet Siemens-Chef Joe Kaeser bald die nächste Stufe des Konzernumbaus? Seit Monaten wird spekuliert, dass sich der Manager nach Umstrukturierung und Verschlankung nun weitere Sparten vorknöpfen, abspalten und zumindest teilweise an die Börse bringen könnte - so wie es für die Medizintechnik bereits in der Mache ist. Wird aus dem integrierten Industriekonzern bald ein Verbund von weitgehend eigenständigen Einzelunternehmen unter dem Dach einer Holding?

Zur Siemens-Halbjahresbilanz am kommenden Donnerstag (4. Mai) dürfte das Thema wieder auf den Tisch kommen. Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas dürfte dann - wie zuletzt schon so häufig - wieder ein rundes Paket an Zahlen für das zweite Geschäftsquartal abliefern.

Analysten schätzen, dass das Auftragsbuch weiter anschwillt und der Umsatz um 5 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro klettert. Dass womöglich wegen Zins- oder Steuereffekten etwas weniger Gewinn unterm Strich herausspringt, können die Investoren daher wohl verschmerzen.

Kaeser selbst hatte die Spekulationen rund um einen losen Holdingverbund in einem Interview der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ im Februar angeheizt. Investoren würden es sehr schätzen, nicht nur in einen breit aufgestellten Mischkonzern zu investieren, sondern auch gezielter in einzelne Siemens-Geschäfte, sagte der Siemens-Lenker damals. Vor allem mit Blick auf die Zeit nach 2025 müsse man sich Gedanken machen, wie groß und wie breit aufgestellt ein Unternehmen künftig noch sein müsse, um erfolgreich zu sein. „Heute sind wir ein einzelner Tanker, wir müssen zu einem koordinierten und leistungsfähigen Flottenverband werden.“

Wie weit die Gedankenspiele bereits gediehen sind, ist zwar unklar.

Schon jetzt aber sorgen sie für reichlich Unruhe in der Belegschaft. Der integrierte Stammhaus-Konzern müsse bleiben, forderten Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn und IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner damals in einer Betriebsräte-Info. „Den Konzern weiter zu zergliedern, würde die Marke Siemens und das Unternehmen gefährden“, hieß es darin.

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