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Optimierte Fertigung Opel verkürzt Montagezeit durch 3-D-Druck-Komponenten

| Redakteur: Peter Königsreuther

Zur Befestigung von Teilen am Pkw-Modell „Adam” nutzt Opel 3-D-gedruckte Komponenten – darunter Dachspoiler, Glasdächer sowie für den Namenszug. Mit 3-D-Druckern kann Opel die nötigen Werkzeuge in unter 24 Stunden herstellen und dann für den Einsatz am Produktionsband zur Verfügung stellen.

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Opel nutzt additive Fertigungssysteme von Stratasys: Im 3D-Druckverfahren hersgestellte Montagewerkzeuge werden bei dem OEM zur korrekten Ausrichtung des kultigen „Adam”-Schriftzugs an der Heckscheibe des Fahrzeugs verwendet.
Opel nutzt additive Fertigungssysteme von Stratasys: Im 3D-Druckverfahren hersgestellte Montagewerkzeuge werden bei dem OEM zur korrekten Ausrichtung des kultigen „Adam”-Schriftzugs an der Heckscheibe des Fahrzeugs verwendet.
(Bild: Stratasys)

Stratasys (Nasdaq: SSYS), der Hersteller von 3D-Druckern und Anbieter additiver Fertigungslösungen, gab bekannt, dass der Automobilkonzern Opel durch den Einsatz des 3-D-Druckers Stratasys Fortus seine Produktionskosten bei Fertigungswerkzeugen um bis zu 90 Prozent senken konnte und mit Hilfe des 3-D-Druckverfahrens Montagewerkzeuge in weniger als 24 Stunden herstellen kann.

Präzisions-Garanten aus dem 3-D-Drucker

2014 war Opel der drittgrößte Pkw-Hersteller in der Europäischen Union und verkaufte zusammen mit Vauxhall mehr als eine Million Fahrzeuge. Da effiziente Herstellungsverfahren entscheidend für den Erfolg sind, werden in Opels internationalem technischem Entwicklungszentrum eine Vielzahl an Fertigungs- und Montagewerkzeugen 3-D-gedruckt, um die Herstellung des Fließheckmodells „Adam” weiter voranzubringen.

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Diese Montagewerkzeuge werden zur präzisen Anbringung verschiedener Komponente am Fahrzeug verwendet, wie beispielsweise für Schwellerverkleidung und Dachspoiler, zur Ausrichtung des „Adam”-Schriftzugs an der Heckscheibe oder zur Montage von Glas- und Faltdächern.

Monteure dürfen und sollen bei Konstruktion mitreden

„Neben den Zeiteinsparungen bei der Werkzeugherstellung sowie den beachtlichen Kostensenkungen stellen nutzerfreundliche Werkzeuge einen dritten wichtigen Vorteil des 3-D-Druckverfahrens dar. Wir können nun sehr viel komplexere Formen herstellen, als wir es bisher in herkömmlichen Herstellungsverfahren konnten. Dies ist der entscheidende Faktor, der es uns ermöglicht, das Werkzeug sowohl benutzerfreundlich zu gestalten als auch an die Anforderungen des jeweiligen Fahrzeugs anzupassen“, erklärt Sascha Holl, Virtual Simulation Engineer - Werkzeugkonstruktion bei Opel.

Die Fertigung im 3-D-Druckverfahren bietet eine unkomplizierte Möglichkeit, die Monteure in den Konstruktionsprozess mit einzubinden. Diese können verschiedene Konzepte bewerten und anhand ihrer Erfahrung bereits mögliche Probleme beleuchten, bevor sie sich auf ein endgültiges Montagewerkzeug für eine bestimmte Fahrzeugkomponente festlegen. Mit Hilfe der 3-D-Drucker lässt sich jede erforderliche Konstruktionsiteration bei Fertigungswerkzeugen von Opel ganz einfach innerhalb von wenigen Stunden anpassen, wodurch kostspielige Iterationen im weiteren Produktionsverlauf beseitigt werden können.

Time-To-Market entscheidend verkürzen

Das Beispiel von Opel zeigt, welche enormen Auswirkungen der Einsatz der 3-D-Technik bei Fertigungswerkzeugen auf die Produktionseffizienz haben kann – und gleichzeitig Risiken minimiert werden,“ sagt Andy Middleton, Geschäftsführer Stratasys EMEA. „Die Möglichkeit, solche Produktionshilfsmittel auf Abruf und zu niedrigeren Kosten herstellen zu können, kann die Zeit bis zur Serienreife erheblich verkürzen und Unternehmen Wettbewerbsvorteile einbringen. Darüber hinaus bietet sich ein großer Gestaltungsspielraum an komplexen Formen.“

Der Beitrag erschien ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation MM Maschinenmarkt.

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