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Geburt eines europäischen Champions? Opel-Übernahme durch PSA perfekt

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Autobauer Opel gehört nun zum französischen PSA-Konzern. Die Verträge mit General Motors seien abgeschlossen, teilte Opel am Dienstag mit. Mit der Übernahme entsteht der nach VW zweitgrößte Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent.

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Handshake: Opel-CEO Michael Lohscheller und PSA-Boss Carlos Tavares (rechts) besiegeln die Übernahme von Opel/Vauxhall durch den französischen Autobauer.
Handshake: Opel-CEO Michael Lohscheller und PSA-Boss Carlos Tavares (rechts) besiegeln die Übernahme von Opel/Vauxhall durch den französischen Autobauer.
(Bild: Opel)

Der Verkauf der Opel Automobile GmbH, zu der die Marken Opel und Vauxhall gehören, an die PSA-Gruppe ist nun abgeschlossen. „Dies ist ein historischer Tag“, sagt Opel-CEO Michael Lohscheller. „Wir sind stolz darauf, Teil der PSA-Gruppe zu sein. Nach 88 Jahren bei General Motors schlagen wir nun ein neues Kapitel in unserer Geschichte auf.“

Dabei setze man den Weg fort, Technologie Made in Germany für alle zugänglich zu machen. Mit der Bündelung der Stärken soll Opel und Vauxhall in ein profitables Unternehmen verwandelt werden. „Wir haben uns selbst das klare Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 wieder profitabel zu sein“, so Lohscheller weiter.

„Heute erleben wir die Geburt eines echten europäischen Champions“, betont der Vorstandsvorsitzende von PSA, Carlos Tavares. „Wir werden Opel und Vauxhall auf dem Weg in die Profitabilität unterstützen und wollen gemeinsam neue Maßstäbe in unserer Industrie setzen. Wir werden jene Energie freisetzen, die in diesen beiden Traditionsmarken steckt und das große Potential der bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen.“

Opel soll auch laut Tavares auch zukünftig deutsch und Vauxhall britisch bleiben. Der Marktanteil der erweiterten PSA-Gruppe liegt nun europaweit bei 17 Prozent. Damit wird die PSA-Gruppe zum zweitgrößten Automobilhersteller Europas.

Die Geschäftsleitung von Opel und Vauxhall wird in den kommenden 100 Tagen einen Zukunftsplan erarbeiten. Synergien mit der PSA-Gruppe, etwa bei Einkauf und Entwicklung, werden dabei eine wesentliche Rolle spielen. Der Unternehmenszusammenschluss wird für wesentliche Skaleneffekte bei Einkauf, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung sorgen, die nach derzeitigem Stand auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt werden.

Das Ziel ist, einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sowie einen operativen Gewinn von zwei Prozent bis 2020 und sechs Prozent bis ins Jahr 2026 zu generieren. Der heutige Start in eine neue Ära wird von wichtigen Veränderungen im Opel-Management begleitet. Insgesamt wurden vier neue Führungskräfte vorgestellt.

Für die Zukunft plant Michael Lohscheller mit einer deutlich schlankeren Management-Struktur. Dies betrifft auch die Zahl der Direktberichter an den CEO. „Wir bauen Komplexität ab und erhöhen die Geschwindigkeit“, sagt Lohscheller. „Ich freue mich darauf, Opel/Vauxhall gemeinsam mit dem neuen Management eine neue Gestalt zu geben und das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“

PSA und Opel/Vauxhall arbeiten bereits seit 2012 zusammen. Diese Kooperation umfasst bislang vier Fahrzeuge von Opel. Opel/Vauxhall und die PSA-Gruppe werden auch in Zukunft mit General Motors zusammenarbeiten. Neben der Entwicklung von elektrischen Antrieben werden die Opel-Werke weiterhin Fahrzeuge für die GM-Marken Buick und Holden produzieren.

Parallel dazu befindet sich die Übernahme der europäischen Geschäfte von GM Financial auf gutem Weg – vorbehaltlich der Zustimmung durch die verschiedenen Regulierungsbehörden – und ist für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgesehen.

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