OPC UA für die industrielle Bildverarbeitung ermöglichen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der VDMA hat eine neue OPC UA Spezifikation für die industrielle Bildverarbeitung erarbeitet und freigegeben.
Der VDMA hat eine neue OPC UA Spezifikation für die industrielle Bildverarbeitung erarbeitet und freigegeben. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Standardisierte Schnittstellen sollen in Zukunft auch für die industrielle Bildverarbeitung möglich sein: Dafür hat der VDMA Machine Vision über drei Jahre an einer neuen OPC-UA-Spezifikation gearbeitet, die jetzt freigegeben wurde.

Maschinen sollen untereinander kommunizieren können, das ist ein Kernelement von Industrie 4.0. Doch welche Sprache sollen die Maschinen miteinander sprechen? Ein gemeinsamer Standard ist die Maschinensprache OPC UA. Die Fachabteilung Machine Vision des VDMA hat über drei Jahre eine OPC UA Spezifikation für die industrielle Bildverarbeitung entwickelt und jetzt freigegeben.

Im Januar 2016 begann VDMA Machine Vision innerhalb des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation, eine OPC UA Companion Specification für die Industrielle Bildverarbeitung zu entwickeln. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus der OPC Foundation und der VDMA Fachabteilung Machine Vision erarbeitete die Spezifikation. Eine Kernarbeitsgruppe mit 17 Experten europäischer Bildverarbeitungsunternehmen machte Vorschläge für Ansatz und Inhalt und überwachte das Feedback der breiteren Bildverarbeitungsindustrie und der Endanwender weltweit.

Weltweite Möglichkeit zur Beteiligung an der Spezifikation

Für eine größere Reichweite beschloss VDMA Machine Vision, die Normungsarbeit in die globale Standardisierungskooperation für Machine Vision namens G3 einzubringen. G3 besteht aus den weltweit tätigen amerikanischen (AIA), chinesischen (CMVU), europäischen (VDMA und EMVA) und japanischen (JIIA) Bildverarbeitungsverbänden. „Weltweit hatte die IBV-Community die Möglichkeit, sich an den Inhalten der OPC UA Machine Vision Companion Specifications zu beteiligen – was nun zu einer breiten Akzeptanz des neuen Standards führen wird“, sagt Heinol-Heikkinen, Vorstandsmitglied VDMA Machine Vision.

Mit der Veröffentlichung der OPC UA Machine Vision Companion Specification Part 1, die nun auf der OPC Foundation Website und auch auf der VDMA Website zum Download zur Verfügung steht, enden nun insgesamt 35 Tage Präsenzgespräche, rund 50 Online-Meetings und unzählige individuelle Arbeitsstunden der Arbeitsgruppe.

Was die neue Companion Specification Part 1 ermöglicht

Die Companion Specification Part 1 ermöglicht die verallgemeinerte Steuerung eines Vision-Systems und abstrahiert das notwendige Verhalten über das Konzept einer „State Machine“. Der VDMA hat bereits eine Testimplementierung erfolgreich abgeschlossen und im Mai 2019 einem breiten Publikum vorgestellt. Derzeit wird ein Hardware-Demonstrator entwickelt, der in Kürze auf Messen in Deutschland zu sehen sein wird.

Was der Zusatz „Part 1“ schon ahnen lässt: Die Arbeit der VDMA OPC Machine Vision Initiative hört hier nicht auf. Darüber hinaus etabliert Part 1 eine Art Infrastrukturschicht, die eine vereinfachte und einheitliche Integration aller möglichen Bildverarbeitungssysteme in übergeordnete IT-Produktionssysteme (SPS, SCADA, MES, ERP, Cloud, …) ermöglicht. Ziel ist, dass über Part 1 hinaus andere proprietäre Elemente zerlegt und durch standardisierte Informationsstrukturen und Semantiken wie Konfigurations-, Rezept- und Ergebnisinformationen ersetzt werden.

Part 1 beschreibt eine Abstraktion des generischen Sehsystems, d.h. eine Darstellung eines so genannten „digitalen Zwillings“ des Systems. Es übernimmt die Verwaltung von Rezepten, Konfigurationen und Ergebnissen auf standardisierte Weise, während die Inhalte herstellerspezifisch bleiben und als Blackbox behandelt werden.

Die Spezifikation kann beim VDMA und bei der OPC Foundation heruntergeladen werden.

Integration eines OPC UA-Servers in ein Profinet-Device

Integration eines OPC UA-Servers in ein Profinet-Device

23.08.19 - TPS-1 ist eine Single-Chip-Geräteschnittstelle für Profinet zur schnellen, unkomplizierten Integration in das Automatisierungsgerät. Der Artikel erklärt die Integration des Chips in das Device. lesen

IoT-Basics: Was ist OPC UA?

IoT-Basics: Was ist OPC UA?

07.02.19 - Semantische Interoperabilität gilt als Schlüssel für Industrie 4.0. Standardisierte und sichere Kommunikation vom Feldgerät bis in die Cloud ist keine Vision mehr, sondern mit OPC UA umsetzbare Realität. Was es mit dem offenen Kommunikationsstandard auf sich hat, erfahren Sie in diesem Beitrag. lesen

BUCHTIPPOhne eine herstellerunabhängige Vernetzung von Geräten und Anlagen ist Industrie 4.0 nicht umsetzbar. OPC UA ist genau dafür konzipiert – doch der Einstieg ist nicht immer einfach. Das Fachbuch „Praxishandbuch OPC UA“ hilft weiter.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.de.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46111898 / Bildverarbeitung)