Olympische Winterspiele: Mit 5G-Mobilfunk auf Medaillenkurs

| Redakteur: Michael Eckstein

Schnell in Pyeongchang: Techniker von Korea Telecom (KT), dem offiziellen Partner der Olympischen Winterspiele, demonstrieren stolz die Leistungsfähigkeit ihrer 5G-Infrastruktur.
Schnell in Pyeongchang: Techniker von Korea Telecom (KT), dem offiziellen Partner der Olympischen Winterspiele, demonstrieren stolz die Leistungsfähigkeit ihrer 5G-Infrastruktur. (Bild: Korea Telecom)

Mithilfe der neuen Mobilfunktechnik liefert Korea Telecom hochauflösende UHD-Videobilder aus dem Bobbahn-Eiskanal und erreicht Datenraten von über 3 GBit/s.

Bobfahrer zählen zu den Haudegen des Wintersports: In ihren Hightech-Kisten stürzen sie sich einen engen, vereisten Kanal hinunter und rasen mit Höchsttempo durch abenteuerliche Steilwandkurven. Mit dem Ziel, am Ende des kilometerlangen Parcours ein paar Sekundenbruchteile schneller zu sein als ihre Konkurrenten.

Besucher der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang können die Medaillenjagd durch den Eiskanal live in hochauflösender Ultra-HD-Videoqualität miterleben. Damit das klappt, müssen die Videosignale der vorne an den Bobs montierten 4K-Kameras ebenfalls mit Höchstgeschwindigkeit an das Produktionszentrum und auf die Endgeräte gelangen. Einen wichtigen Part dabei übernimmt die Mobilfunktechnik 5G.

Größter Testlauf für den LTE-Nachfolger 5G

Die Winterspiele in Pyeongchang sind nicht nur eine Bühne für athletische Höchstleistungen, sondern auch eine Olympiade der Hochtechnologien. Korea Telecom, offizieller Partner der Spiele, nutzt die Olympiade für einen groß angelegten Feldtest der kommenden Mobilfunkgeneration. Auch andere Mobilfunk-Netzausrüster und -betreiber testen und promoten ihre 5G-Techniken im Umfeld der olympischen Winterspiele. Dazu zählen Nokia, Ericsson und Huawei sowie SK Telecom und LG U+.

Gemeinsam mit Herstellern und Technologiepartnern wie LG, Samsung, Intel, BMW oder Hyundai demonstrieren sie unterschiedliche Anwendungsszenarien – Fahrten im Bob durch den Eiskanal, als virtuelle Realität übertragene Sportarten und Datenraten im Gigabit-Bereich. So erreicht die KT-Installation nach eigenen Angaben Download-Geschwindigkeiten von über 3 GBit/s – 10-mal schneller als aktueller LTE-Mobilfunk.

Hohe Datenraten und geringe Latenz

Außerdem berichten KT-Techniker von geringen Verzögerungen von unter 1 ms. Letzteres ist die Voraussetzung dafür, dass bei VR-Anwendungen die Bilder in den Datenbrillen schnell genug Kopfdrehungen folgen können. Bislang lassen sich die Vorzüge der neuen Technik nur mit speziellen Endgeräten erleben. Einfach, weil noch keine 5G-Produkte aus laufender Produktion verfügbar sind. Bislang gibt es weder eine finale 5G-Spezifikation noch breit verfügbare 5G-kompatible Modemchips oder gar Endgeräte.

KT verwendet für seine Testinfrastruktur den Pre-Standard „Pyeongchang 5G Specifications“, den das Unternehmen Mitte 2016 gemeinsam mit dem US-Telefoniekonzern Verizon entwickelt hat. Die Übertragungen erfolgen dabei im 28-GHz-Frequenzband.

Hohe Investitionen geplant

Allein für die Olympischen Spiele haben die Koreaner bereits fast 1.400 km Lichtleitungen verlegt. Diese sollen die Datenübertragungen in und um die Olympischen Spiele herum sicherstellen. In den nächsten Jahren wollen die koreanischen Netzbetreiber umgerechnet weit über 7 Mrd. Dollar in die 5G-Technik investieren. Das umfasst nicht nur die Funkstrecken, sondern auch die Backhaul-Glasfaserstrecken, die beispielsweise Basisstationen mit den Core-Netzen in den Zentralen verbinden.

Nach Angaben der koreanischen Mobilfunker soll 5G bereits 2019 an einigen Standorten als breite Feldversuche in Betrieb gehen. Im Folgejahr soll dann der landesweite Ausbau der Infrastruktur beginnen, also Masten, Antennen, Basisstationen, Glasfaserstrecken und Core-Netzwerke.

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