Suchen

Olympia der Automaten: Roboter treten zum Skirennen an

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Am Rande der Olympischen Spiele in Pyeongchang tragen Roboter ihr eigenes Skirennen aus: Im „Edge of Robot: Ski Robot Challenge“ genannten Turnier traten acht Roboterteams aus Forschungsuniversitäten, Instituten und einem privaten Unternehmen um einen Preis von 10.000 Dollar an.

Firma zum Thema

Roboter auf der Skipiste: eine Stunde von den Schauplätzen der olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang entfernt fand im Welli Hilli Ski Resort das erster Roboter-Skirennen statt.
Roboter auf der Skipiste: eine Stunde von den Schauplätzen der olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang entfernt fand im Welli Hilli Ski Resort das erster Roboter-Skirennen statt.
(Bild: Minirobot Corp / YouTube)

Ziel dieses Roboterwettrennen war, zu zeigen, welcher Roboter die Pisten hinunterfahren und am schnellsten zur Ziellinie rasen konnte, ohne dabei Hindernisse auszulassen. Das Turnier fand auf einer etwa 80 Meter langen Skipiste im Welli Hilli Ski Resort bei Hoengseong statt, dass nach Angaben des Pressedienstes Reuters etwa eine Stunde von den Spielen in Pyeongchang entfernt liegt.

Dabei hatten die Maschinen nicht nur mit dem Parcours selbst zu kämpfen: Rekordtieftemperaturen beeinträchtige die Funktionalität der Roboters maßgeblich. So stürzten viele der Roboter durch einen Großteil des Kurses, anstatt ihn fehlerfrei zu durchfahren. Was bei professionellen Athleten beim Wettrennen einer Katastrophe gleichkommt, machte bei den robotischen Skifahrern eher einen unbeholfenen Eindruck.

Die Mannschaften mussten spezifische Anforderungen erfüllen, damit ihr Skibot an dem Rennen teilnehmen durfte. Der Automat musste mehr als 50 cm hoch sein, auf zwei Beinen stehen, die an Ellbogen und Knie erinnern, ein unabhängiges Antriebssystem besitzen und Skier und Stöcke benutzen. Die Roboter waren mit Kamerasensoren ausgestattet, um die blauen und roten Fahnenmasten in ihrem Weg zu erkennen. So konnten Sie sich ihren Weg über die 80 Meter lange Anfängerpiste bahnen.

Anders als bei menschlichen Athleten bedeutete es nicht das aus für die Maschine, wenn sie stürzte. Die Teams erhielten Punkte für die Anzahl der vermiedenen Fahnenmasten und die schnellste Zeit bis zur Ziellinie. Auf einer eigens für das Event angelegten Facebook-Seite wurden die robotischen Athleten kurz vorgestellt. Am Ende siegte der eingereichte Roboter des Teams TAEKWAN-V.

Das Roboterrennen diente nach Angaben der Organisatoren dazu, um den Stand der Robotertechnologie in Südkorea zu demonstrieren. Generell dient auch das Umfeld der olympischen Winterspielespiele als großangelegte Demonstration südkoreanischer Technologie: Automatisierte Putzroboter, Smart-Home-vernetzte Apartments und auskunftgebene Informationsroboter sind in Pyeongchang allgegenwärtig. Es scheint, als seien nur die Athleten selbst nicht automatisiert.

"Ich denke, dass Roboter in Zukunft ihre eigenen Winterspiele am Rande der von Menschen veranstalteten Olympischen Spiele haben werden", sagte Organisator Kim Dong-uk.

Dieses Video der MiniRobot Corp zeigt, was sein Roboter beim Entlangfahren der Piste wahrnimmt und wie seine Kamerasensoren eingestellt sind, damit er die blau-roten Fahnenmasten gezielt registrieren und umfahren kann:

(ID:45145853)