OLED-Mikrodisplay

OLED-Datenbrille lässt sich durch Blickkontakt steuern

| Redakteur: Hendrik Härter

Mit virtuellen Datenbrillen soll künftig die reale Welt mit der virtuellen verschmelzen. Mehr noch: Dank der OLED-Datenbrille haben Wissenschaftler ein System entwickelt, in der Anzeige und Kamera vereint sind.

Augmented Reality – also zusätzliche Informationen zur realen Welt beispielsweise aus dem Internet. Anfang April hat der Suchmaschinengigant Google einen Protoypen seiner Gadget-Brille vorgestellt. Seit mehreren Jahren arbeiten Forscher des COMEDD – dem Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden – am Fraunhofer IPMS am Design von interaktiven HMDs, den Head Mounted Displays basierend auf der OLED-Technologie. Ein Schlüsselelement ist das von COMEDD patentierte bidirektionale OLED-Mikrodisplay. Das neuartige Display besteht aus einer verschachtelten Matrix von OLED-Leuchtpixeln und dazwischen eingebetteten Photodetektoren, die quasi als Kamera arbeiten.

Mikrodisplay und Anzeige sind eins

Bislang werden HMD nur im akademischen Sektor eingesetzt. Ein klassisches Durchsicht-HMD ermöglicht dem Nutzer die Sicht auf die reale Welt und stellt ihm gleichzeitig virtuelle Zusatzinformationen zur Verfügung. Ein interaktives HMD stellt dem Nutzer darüber hinaus eine Mensch-Maschinen-Schnittstelle zur Verfügung, das kann beispielsweise ein Kopf-Verfolger, Datenhandschuhe und Eyetracker sein.

Somit kann der Nutzer selbst mit den angezeigten virtuellen Informationen interagieren. Ein wesentlicher Nachteil von derzeitigen interaktiven HMDs sind die unhandlichen Abmessungen, da mehrere separate Komponenten wie Kameras und Displays als einzelne Komponenten integriert werden müssen. Und ein großer Vorteil ist, dass die bidirektionalen OLED-Mikrodisplays die Nachteile klassischer HMDs beseitigen - Mikrodisplay und Anzeige sind in einem.

Wenn der Nutzer durch Blickkontakt interagiert

Innerhalb eines solchen Systems wirkt das OLED-Mikrodisplay als Aktor und Anzeige von virtuellen Informationen. Der Nutzer interagiert mit seiner Blickrichtung: er fokussiert sich auf eine virtuellen Taste. Die im bidirektionalen OLED-Mikrodisplay integrierte Kamera erfasst die Blickrichtung des Nutzers und gibt diese zur Auswertung an einen mobilen Computer weiter. Das Computersystem berechnet die Koordinaten der Blickrichtung innerhalb der virtuellen Anzeige und übergibt diese der jeweiligen interaktiven Anwendung. Die Anwendung ermittelt die Interaktion und erzeugt ein neues resultierendes virtuelles Bild. Innerhalb des Systems wird das virtuelle Bild zum bidirektionalen OLED-Mikrodisplay übertragen und dem Nutzer projiziert. Diese geschlossene Kette ermöglicht die Bereitstellung einer Mensch-Maschinen-Schnittstelle.

Ein mögliches Szenario für eine Anwendung kann sein, dass sich ein Monteur die virtuelle Reparaturanleitung durch die Datenbrille anschaut und mit seinem Blick durch die Anleitung blättert. Seine Hände bleiben frei und er kann arbeiten. Es ist auch möglich, einen Notruf abzusetzen oder einen Anruf zu tätigen.

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die idee ist sehr gut nur man würde alles ancklicken was man anschaut man sollte lieber ein...  lesen
posted am 10.07.2012 um 18:52 von Unregistriert


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