OLED auf hauchdünnem Edelstahl

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

OLED müssen vor Feuchtigkeit und Sauerstoff geschützt werden, damit die organischen Schichten funktionstüchtig bleiben. Edelstahl hat eine ausgezeichnete Barrierewirkung gegen Umwelteinflüsse und eignet sich als Träger der OLED.
OLED müssen vor Feuchtigkeit und Sauerstoff geschützt werden, damit die organischen Schichten funktionstüchtig bleiben. Edelstahl hat eine ausgezeichnete Barrierewirkung gegen Umwelteinflüsse und eignet sich als Träger der OLED. (Bild: Fraunhofer FEP)

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP forscht aktuell an einer OLED auf hauchdünnem Edelstahl. Für die Autoindustrie ermöglichen sich daraus völlig neue Möglichkeiten.

Edelstahl wird normalerweise mit Küchengeräten oder der Herstellung von Anlagenrohren in Zusammenhang gebracht. Seit einigen Jahren werden Edelstahlfolien aber auch für Dünnfilm-Photovoltaik und -Batterien verwendet. Nun soll Edelstahl als Substrat in flexiblen elektronischen Bauelementen Anwendung finden.

Das Material verfügt hierfür im Gegensatz zu bisher üblichen Substratmaterialien wie Glas oder Kunststoff über spezielle Eigenschaften, womit es z. B. als Substrat für organische Leuchtdioden (OLED) gut geeignet ist. Aufgrund der von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation NSSMC entwickelten Planarisierungsschicht und der vergleichsweise guten thermischen Leitfähigkeit von Edelstahl sind homogene großflächige Leuchtflächen mit guter Wärmeableitung und der Betrieb unter Stromdichten > 10 mA/cm² einfacher realisierbar.

OLED müssen außerdem vor Feuchtigkeit und Sauerstoff geschützt werden, damit die organischen Schichten funktionstüchtig bleiben. Edelstahl hat eine ausgezeichnete Barrierewirkung gegen Umwelteinflüsse und eignet sich daher auch unter diesem Gesichtspunkt als Träger der OLED.

Jun Nakatsuka, Manager Business Developement bei NSMAT, zeichnet ein Bild der Zukunft: „Durch die gute Glätte und der hohen thermischen Leitfähigkeit der Edelstahlfolie erreichen wir ein sehr homogenes OLED-Licht. In drei Jahren sehen wir vielleicht schon OLED auf Edelstahl in Autos als Blinker oder Rücklicht, in Fassadenverkleidungen oder in Displays.“

Bis es soweit ist, gilt es noch einen weiten Weg zu gehen. Nach der aufwändigen Entwicklung der Edelstahlfolie, soll diese nun produktionstauglich gemacht werden. Das Fraunhofer FEP verfügt über eine Rolle-zu-Rolle-Prozesslinie zur Herstellung von OLED auf flexiblen Materialien und einen reproduzierbaren OLED-Prozess. Dies macht die Optimierung der Edelstahlfolie mit einer Polymer-Glättungsschicht erst möglich.

Michael Stanel, Projektleiter innerhalb der Abteilung R2R Organik-Technologie am Fraunhofer FEP, erklärt: „Neben der Anlagentechnik verfügen wir über ein umfassendes Handlings-Know-how für die empfindliche Substrate. Damit der Edelstahl für die nanometerdünnen organischen Schichten geeignet ist, wurde eine Rolle-zu-Rolle-fähige Glättungsschicht entwickelt, die einfach integrierbar ist.“

Bei der Zusammenarbeit mit NSMAT und NSSMC war es auch wichtig, Qualitätstandards für die künftige OLED-Fertigung zu erarbeiten. Insbesondere wurden die Oberflächeneigenschaften des Substrates definiert und werden in der Zusammenarbeit ständig verbessert.

Definiertes Lichtspektrum bei LEDs fördert das Pflanzenwachstum

Definiertes Lichtspektrum bei LEDs fördert das Pflanzenwachstum

05.09.17 - Das Licht bestimmter LED-Leuchten ist auf die Bedürfnisse von Pflanzen perfekt abgestimmt. Damit eröffnen sich völlig neue Geschäftsfelder für LED-Entwickler. Auch Osram Opto Semiconductor bietet spezielle LEDs für den Gartenbau an. lesen

Eine runde OLED-Leuchte ist gar nicht rund

Eine runde OLED-Leuchte ist gar nicht rund

20.09.17 - Bei einer runden OLED-Leuchte wird das Licht aus einer quadratischen Lichtfläche emittiert. Leiterbahn, elektronische Bausteine und Kontakte sind direkt auf Glas aufgebracht. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44905612 / LED & Optoelektronik)