Ohne „smarte“ Verbindungstechnik ist die Digitalisierung unmöglich

| Redakteur: Kristin Rinortner

Jörg Scheer: ist Leiter der Division Device & Field Connectivity bei Weidmüller.
Jörg Scheer: ist Leiter der Division Device & Field Connectivity bei Weidmüller. (Bild: Studio Hesterbrink)

„Ohne eine leistungsfähige und durchgängige Infrastruktur stößt die Digitalisierung schnell an ihre Grenzen.“

Der Trend der Digitalisierung in der Industrie erfordert neue Lösungsansätze auch für bisher rein elektromechanische Komponenten. Diese können und werden zukünftig Daten an Schnittstellen in Anlagen sammeln, analysieren und an die Verwaltungsschale kommunizieren.

Dafür ist eine zuverlässige, durchgängige Infrastruktur entscheidend – denn ohne die Verbindung werden keine Energie, Signale oder Daten übertragen. In der Automatisierungstechnik wird, neben neuen Konzepten für die Energieübertragung und -verteilung, zukünftig auch ein störungs- und verlustfreier Informationsfluss ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.

Die Bedeutung von Steckverbindern und Kabeln wird daher noch weiter steigen. Diese Entwicklung wird von drei Trends maßgeblich beeinflusst: der Digitalisierung, der Dezentralisierung und der Miniaturisierung. Im industriellen Umfeld wandern immer mehr Funktionen in die Geräte- und Feldebene, wodurch es einen steigenden Bedarf an einer durchgängigen Verbindung zwischen den Geräten entlang der horizontalen und vertikalen Achse der Automatisierungspyramide geben wird.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die bisherige Landschaft der Verbindungstechnik. Das IIoT besteht aus sogenannten Cyber-Physischen Systemen (CPS). Darunter versteht man eine Symbiose aus Hardware und Daten, in der es für jede Komponente einen „Digitalen Zwilling“ gibt. Dabei handelt es sich nicht nur um ein exaktes Abbild der physikalischen Eigenschaften, sondern um ein ständig wachsendes Gedächtnis mit allen Daten und Ereignissen – von der Entwicklung über die Bestandteile und Eigenschaften einer Komponente oder eines Systems über den gesamten Lebenszyklus.

Auch eine Erweiterung um intelligente Funktionen wie z.B. für Predictive Maintenance gehören dazu. Eine Integration von Sensor-und Diagnosefunktionen direkt in den Steckverbinder ermöglicht völlig neue Anwendungsfelder und macht zusätzliche Sensorik überflüssig. So werden diese nicht mehr nur Strom transportieren, sondern Daten erfassen und Condition Monitoring ermöglichen.

Um die Forschung und Entwicklung an smarter industrieller Verbindungstechnik zu unterstützen, etabliert Weidmüller ein Smart Connectivity Competence Center im Centrum für industrieller IT „CIIT“ in Lemgo auf dem Campus der Hochschule OWL. Darüber hinaus wird den Kunden für jedes einzelne Produkt der eben beschriebene „Digitale Zwilling“ zur Verfügung gestellt. Wenn sämtliche Informationen über die Eigenschaften und Verwendung des Steckverbinders das Produkt über den gesamten Lebenszyklus als digitaler Datensatz begleiten, geht der Kundennutzen weit über eine effiziente und fehlerfreie Verarbeitung in der Produktion hinaus.

Daneben verändert das Thema Robotics die Wertschöpfungsketten in der Produktion. Besonders in China spielt der Bereich eine herausragende Rolle. Hier haben sich zahlreiche Organisationen und Verbände etabliert, die das Thema gemeinsam mit Unternehmen vorantreiben – zum Beispiel die Robotation Academy Foshan oder die China Robot Industry Alliance. Steckverbinder sind in diesem Kontext von großer Bedeutung für die Versorgung der Roboter mit Energie, Daten und Signalen von der Feldebene bis in den Schaltschrank. Dazu gehören Systeme für die berührungslose Energieübertragung, Stromversorgungen, I/O-Systeme, schwere Steckverbinder, Energiemessgeräte, Netzwerkinfrastruktur sowie Energiebussysteme. Mit diesen Technologien wird die Vibrationsbeständigkeit, Ansprechgeschwindigkeit sowie die Leistung und Zuverlässigkeit der elektrischen Verbindungen an den Robotern optimiert.

Weidmüller entwickelt sowohl seine Produkte als auch die Kompetenzen proaktiv in Richtung Digitalisierung weiter – mit dem klaren Ziel, die Kunden in ihren Herausforderungen und bei der Transformation zu unterstützen.

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