Vernetzte Medizingeräte

Offene Standards und Schnittstellen in Klinik und OP

| Redakteur: Hendrik Härter

Damit sich vernetzte medizinische Geräte untereinander verstehen, sind offene Standards und Schnittstellen in der Klinik und im OP notwendig.
Damit sich vernetzte medizinische Geräte untereinander verstehen, sind offene Standards und Schnittstellen in der Klinik und im OP notwendig. (Bild: Siemens)

Der VDE hat ein Weißbuch veröffentlicht, das den aktuellen Stand analysiert, wie medizinische Geräte in Klinik und OP untereinander vernetzt sind. Mit einem Durchbruch rechnet der Verband in den nächsten fünf Jahren.

Medizinische Geräte in Klinik und OP via Plug-and-play zu vernetzen erhöht die Sicherheit der Patienten und steigert die Qualität der Behandlung und der Gesundheitsvorsorge. Vorausgesetzt, die vernetzten Geräte verwenden offene Standards, die sich untereinander verstehen.

Bislang ist das allerdings nicht der Fall, denn die Hersteller medizinischer Geräte verwenden eigene Kommunikationsprotokolle. Kliniken stehen damit vor einem Problem: Sie können bei Produktinnovationen nicht das für den Patienten beste Gerät wählen. Vielmehr müssen sie dasjenige kaufen, das gemeinsam mit den anderen funktioniert, oder aber das gesamte System auswechseln.

Das erhöht nicht nur die Kosten, sondern birgt im Extremfall Risiken für den Patienten, insbesondere bei technischen Umstellungen und Zukäufen inkompatibler Komponenten. Auch auf Seiten der Hersteller ist das kritisch. Sie können ihre Entwicklungen nicht einfach vermarkten.

Offene Standards und sichere Schnittstellen

Umso wichtiger ist es, offene Standards und sichere Schnittstellen für vernetzte Geräte in Klinik und OP zu schaffen. Dazu hat der VDE ein Weißbuch mit dem Titel „Interoperabilität von Geräten und Systemen in OP und Klinik“ herausgegeben.

Das Weißbuch analysiert den aktuellen Stand der Standardisierung zur Vernetzung medizinischer Geräte im Operationssaal sowie deren Anbindung an die Informationssysteme und gibt einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen und die internationale Normungslandschaft. Ebenso untersuchen die Autoren die vorhandenen Normen des Risikomanagements und der Sicherheit.

Auf Basis dieser Analysen gibt das Weißbuch Handlungsempfehlungen, in welche Richtung und in welchem Zeitrahmen sich die Standardisierungslandschaft bewegen sollte, um die Interoperabilität der Geräte in OP und Klinik zu sichern. Entwicklungen mit offenem Standard und sicherer Schnittstelle erwartet der VDE in fünf Jahren.

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