Offene Standards ermöglichen eine einfache Integration der Ladestation

| Autor / Redakteur: Thorsten Temme * / Thomas Kuther

Zur Steuerung des Ladeablaufs gibt es diverse Anwendungsregeln. So kann der Ladevorgang zum Beispiel an die Erzeugung von Solarstrom gekoppelt werden. Der Ladevorgang kann auch jederzeit unabhängig von der PV-Anlage gestartet werden. Zusätzlich können weitere Aktionen ohne Programmierung an den Ladevorgang gekoppelt werden – etwa die automatische Benachrichtigung des Nutzers auf das Mobiltelefon im Fehlerfall. Weil bis zu sechs Ladepunkte angeschlossen werden können, eignet sich diese Lösung besonders für private sowie kleinere gewerbliche Installationen.

Integration der Ladestation in den KNX-Bus

Der KNX-Bus ist in der Gebäudeautomatisierung weit verbreitet – über den Bus werden Sensoren und Aktoren mit einer zentralen Steuerung oder mit Smart-Home-Servern unterschiedlicher Hersteller verbunden. In diesem Umfeld haben sich Systemintegratoren auf die Programmierung der jeweiligen Steuerungen führender Hersteller spezialisiert.

Die Dortmunder BAB Technologie bietet mit ihrem „Appmodule“ ein Gateway, mit dem unterschiedliche Geräte an den KNX-Bus angeschlossen werden. Dahinter steckt ein modulares App-Konzept wie bei einem Smart Phone (Bild 3). Das Appmodule wird auf der einen Seite am KNX-Bus angeschlossen, auf der anderen Seite erfolgt der Anschluss der Ladesteuerung EV CC Advanced über Ethernet. Aus dem App-Store der BAB Technologie kann die App „P-Charge“ heruntergeladen werden, die die Umsetzung der Daten von der Ladesteuerung auf den KNX-Bus übernimmt.

Mit der App werden die Parameter abgefragt und die Anwendung über das KNX-Bus-System gesteuert – die Kommunikation zwischen KNX und Modbus erfolgt im Hintergrund. Zur Kommunikation mit der P-Charge-App können „aktive“ und „passive“ Gruppenadressen parametriert werden. Auf aktive Gruppenadressen können Anweisungen an die App geschickt werden – etwa eine Ausleseanforderung oder das Einstellen des Ladereglers.

Passive Gruppenadressen nutzt die App, um vom Laderegler ausgelesene Daten auf den KNX-Bus zu geben. Da der Verbindungsaufbau über Modbus TCP gegenüber der reinen Datenübertragung mehr Zeit beansprucht, liest die P-Charge-App das vollständige Speicherabbild des Ladereglers auf Anforderung oder zu definierten Zeiten aus und versendet die Informationen auf parametrierbare KNX-Gruppenadressen. Eine Veränderung beschreibbarer Register per KNX erfolgt unmittelbar.

Dem KNX-Systemintegrator stehen somit alle relevanten Statusdaten und Steuerungsparameter in der für ihn gewohnten Form zur Verfügung. Er kann sie bequem in seine Programmabläufe einbinden, ohne sich mit den Details der für ihn oft ungewohnten Modbus-Kommunikation auseinanderzusetzen.

Fazit

Phoenix Contact setzt bei seinen Ladesteuerungen konsequent auf offene Schnittstellen, die für jeden Nutzer einfach umzusetzen sind. Auf diese Weise sind mit Partnern Lösungen entstanden, die eine einfache Integration des Elektrofahrzeugs in das Smart Home ermöglichen. Der Wunsch des Anwenders nach komfortablem Laden unter optimaler Ausnutzung regenerativer Energien bei gleichzeitigem Schutz der Infrastruktur vor Überlastung kann auf diese Weise erfüllt werden.

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* Thorsten Temme, Produktmarketing Control, Phoenix Contact E-Mobility GmbH, Schieder-Schwalenberg.

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