ODVA: neues Führungsteam und Optimierung von EtherNet/IP

| Redakteur: Gerd Kucera

Al Beydoun: Als ehemaliger ODVA-Vice President für Technologie und Standards bringt er seine Erfahrungen aus Management und System-Entwicklung ein.
Al Beydoun: Als ehemaliger ODVA-Vice President für Technologie und Standards bringt er seine Erfahrungen aus Management und System-Entwicklung ein. (Bild: ODVA)

Zum Jahreswechsel gibt die ODVA ein neues Führungsteam und Verbesserungen der Integration von HART-Devices bekannt.

Der Vorstand der Open DeviceNet Vendors Association, kurz ODVA, hat Dr. Al Beydoun zum Executive Director der ODVA ernannt.

Seine berufliche Laufbahn begann Beydoun bei der Ford Motor Company und Visteon Corporation, wo er mit der Entwicklung von Powertrain-Steuergeräten betraut war, bevor er zur Lear Corporation wechselte. Bei Lear war er zuletzt als Director of Software and Systems Engineering verantwortlich und unterstützte die globalen Märkte mit elektronischen Modulen. Beydoun hat einen Undergraduate- und Master-Abschluss in Elektrotechnik von der University of Michigan, promovierte in Elektro- und Systemtechnik an der Wayne State University und besitzt einen MBA-Abschluss vom Broad College of Business an der Michigan State University.

Der Vorstand kündigt außerdem die Ernennung von Adrienne Meyer als Vice President of Operations and Membership an. Meyer bringt große Erfahrung im Management gemeinnütziger Organisationen mit. Sie war bei ODVA in verschiedenen Funktionen mit wachsender Verantwortung tätig, zuletzt als Director of Operations and Membership. Sie Meyer besitzt einen MBA-Abschluss von der Ross School of Business an der University of Michigan.

„Es ist eine aufregende und dynamische Zeit in der Branche, da neue Technologien für IIOT und Ethernet entstehen, die es Kunden, die CIP-basiertes EtherNet/IP nutzen, ermöglichen, die Technologie in neuen Anwendungen und auf einem neuen Level einzusetzen“, konstatiert Fabrice Jadot, Senior Vice President für Innovation und Technologie und CTO Industry Business bei Schneider Electric sowie Vorsitzender des Vorstands bei ODVA. Jadot: „Mit diesem Führungsteam stärkt die ODVA ihre bewährte Organisationsstruktur, die auch weiterhin die Entwicklung innovativer Branchenlösungen möglich macht.“

„Aufgrund der Erfahrungen und der Kenntnisse, die Al Beydoun und Adrienne Meyer in das Führungsteam der ODVA einbringen, kann die Organisation weiterhin die Anbieter-Community und ihre Mitglieder unterstützen, während wir gleichzeitig an Lösungen für die neuen Herausforderungen in der Branche arbeiten“, bekräftigt Dr. Jürgen Weinhofer, Vice President Common Architecture and Technology bei Rockwell Automation und Schatzmeister bei ODVA.

Katherine Voss, vormals Präsidentin der ODVA, steht der Organisation in dieser Übergangsphase weiterhin in beratender Funktion zur Verfügung. Unter der bemerkenswerten Führung von Voss wurde eine solide Grundlage für das Wachstum der ODVA-Technologien geschaffen, insbesondere von EtherNet/IP.

Die ODVA ist eine internationale Standardentwicklungs- und Handelsorganisation, zu deren Mitgliedern weltweit führende Automatisierungsanbieter gehören. Die ODVA sieht ihre Aufgabe darin, offene und kompatible Informations- und Kommunikationstechnologien in der Automatisierungstechnik zu fördern. Zu ihren Standards zählen das medienunabhängige Netzwerkprotokoll Common Industrial Protocol oder „CIP“ sowie industrielle Kommunikationstechnologien wie EtherNet/IP und DeviceNet. Um die zukünftige Interoperabilität der Produktionssysteme und ihre Integration mit anderen Systemen zu gewährleisten, befürwortet ODVA die Übernahme von COTS-Lösungen (commercial-off-the-shelf/kommerziell und serienmäßig produziert) und standardmäßigen Internet- und Ethernet-Technologien als Leitmotiv. Dieses Leitmotiv wird durch EtherNet/IP veranschaulicht.

Optimiertes Ethernet/IP zur Integration von HART-Geräten

Nun hat die ODVA Weiterentwicklungen der EtherNet/IP Specification bekannt gegeben, in denen aufgezeigt wird, wie Geräte, die auf dem HART-Kommunikationsprotokoll basieren, in eine EtherNet/IP-Architektur integriert werden können. Die Erweiterung um diese Fähigkeit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der Optimierung von EtherNet/IP für Prozessindustrien. Den Benutzern wird damit ein Mechanismus zur Integration bestehender Infrastrukturen und gleichzeitiger Nutzung der Vorteile des industriellen Ethernets bereitgestellt.

In dieser Ausgabe wird ein Standardmechanismus für die Integration von HART-Geräten in die Common Industrial Protocol-(CIP-)Suite definiert. Mit diesem Mechanismus kann ein CIP-Originator so mit einem HART-Gerät kommunizieren als wäre es ein natives CIP-Gerät. Dadurch ist eine nahtlose Kommunikation zwischen CIP-basierten Geräten und HART-basierten Geräten möglich, ohne dass Änderungen an vorhandenen HART-Geräten oder CIP-Originatoren wie industriellen Steuerungssystemen erforderlich sind.

„Die Integration konventioneller HART-I/O-Module ist ein weiterer Schritt in der Verwirklichung der Vision der ODVA bezüglich der Optimierung von Prozessintegration“, sagt Olivier Wolff, Vorsitzender der technischen Arbeitsgruppe der ODVA für EtherNet/IP in den Prozessindustrien, „nachdem jetzt die anfängliche Phase der Integration konventioneller Feldgeräte in industrielle Steuerungssysteme und Assetmanagement-Systeme abgeschlossen ist, wird die Organisation ihre Arbeit an der Anpassung von EtherNet/IP an das volle Spektrum der Anforderungen der Prozessindustrien fortsetzen, einschließlich Profilen für Feldgeräte zur Vereinfachung der Geräteintegration, NE107-Diagnosefunktionen und umfassender Gerätekonfigurationsmethoden.“

Die ODVA ist auch an industrieweiten Anstrengungen zur Förderung der allgemeinen Einführung von Ethernet in die Prozessindustrien beteiligt, z.B. durch eine Zusammenarbeit mit FieldComm Group und PROFIBUS and PROFINET International. Damit soll die Annahme von Ethernet bis zur Feldebene gefördert werden, die durch bevorstehende Verbesserungen am IEEE 802.3-Ethernet-Standard für Single-Pair-Ethernet mit großer Reichweite ermöglicht wird.

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