Zehn Jahre COG Deutschland

Obsoleszenz im Wandel der Zeit

| Redakteur: Margit Kuther

Obsoleszenz im Wandel der Zeit: 10 Jahre COG, Rückblick und Vision
Obsoleszenz im Wandel der Zeit: 10 Jahre COG, Rückblick und Vision (Bild: TQ-Gruppe)

Vor zehn Jahren wurde die Component Obsolescence Group Deutschland gegründet. Für den Vorsitzenden Ulrich Ermel ein willkommener Anlass, das Thema Obsoleszenz, also das Ende der Verfügbarkeit von Bauteilen, im Zeitenwandel zu durchleuchten.

Obsoleszenz ist nichts Neues. In der Geschichte wurden schon immer regelmäßig alte durch neue Technologien ersetzt. Heute allerdings wird ein Technologiewechsel bereits in wenigen Monaten vollzogen und das Tempo wird durch die Consumer-, Kommunikations- und die Konsumelektronik-Industrie bestimmt. Diese Industrien zielen verstärkt auf Konsummärkte. Durch das Hinzufügen erweiterter bzw. modischer Funktionen erzeugen sie Obsoleszenz bezüglich der Produkte von gestern.

Umweltgesetze fördern Obsoleszenz

Auch die Umweltgesetzgebung trägt zur Obsoleszenz bei, etwa wenn bestimmte Materialien wie bleihaltige Lötstoffe oder bestimmte Prozesse nicht mehr verwendet werden dürfen. Zu diesen Gesetzgebungen und Richtlinien zählen etwa RoHS (Restriction of Hazardous Substances), die sich gegen Schadstoffe richtet, die Chemikalienverordnung REACH oder WEEE, die Richtlinie für Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall. So führte oder führt die Fortschreibung von RoHS etwa zum Auslauf von Ausnahmeregeln. Ein paar Beispiele:

  • Medizinische Geräte müssen ab 2014 RoHS-konform sein,
  • In-vitro-Diagnostika ab 2016 und für
  • Überwachungs- und Kontrollinstrumente ist RoHS-Konformität ab 2017 erforderlich.

Wandel im Halbleitermarkt

Abnehmer von Halbleitern waren 1965 mit knapp 80% fast ausschießlich staatliche Bereiche, etwa das Militär. Rund 20% gingen in die Industrie, während der Consumermarkt Halbleiter gerade entdeckte und nur leicht über 0% lag. Doch nur wenige Jahre später hat sich die Verteilung von Halbleitern gravierend geändert:

Etwa 1970 lag die Industrie mit ihrer Nachfrage nach Halbleitern mit rund 42% gleich auf mit den staatlichen Stellen. Auch der Consumermarkt interessierte sich nun verstärkt für Halbleiter. Ihr Anteil betrug 1970 rund 15%. Die Nachfrage nach Halbleitern im Consumer- und Industriessektor setzte sich weiter fort, während er im staatlichen Bereich, etwa im Militär, im Tiefflug begriffen war.

Um das Jahr 1974 lag der Comsumermarkt mit rund 22% gleichauf mit der Nachfrage aus dem staatlichen Bereich. Die Industrie lag mit etwa 57% Anteil am Halbleitermarkt nun weit abgeschlagen an vorderster Stelle. Der Anteil staatlicher Stellen ist von nun an kaum mehr relevant. Er schrumpfte bis etwa 1987 auf 10%, und bis 2005 auf etwa 5%.

Doch in dieser Zeit endete auch der Boom im Industriesektor. Bis 1999 lag der Anteil am Halbleitermarkt zwischen knapp 70% und 60%. Bis 2005 sank er auf etwa 45%

Weiter auf Expansionskurs in puncto Halbleiterverbrauch war der Consumersektor. Etwa 2003 lag er mit 48% gleichauf mit Anteil am Industriesektor. Bis 2005 steigerte er sich auf etwa 51%.

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