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NVIDIA steigt zum zehntgrößten Halbleiterhersteller auf

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Mit seinen Jahresumsätzen aus dem Jahr 2017 ist NVIDIA erstmals in die Top 10 der weltweit umsatzstärksten Halbleiterhersteller aufgestiegen. Den Spitzenplatz belegt weiterhin Samsung vor Intel.

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Laut Marktforschungsunternehmen IHS ist NVIDIA erstmals in die Top 10 der weltweit größten Halbleiterhersteller aufgestiegen - neben Qualcomm der einzige Hersteller ohne eigene Fabs im Ranking. Spitzenreiter ist Samsung; der koreanische Konzern profitiert vom ungebrochen hohem Bedarf an Speicherbausteinen.
Laut Marktforschungsunternehmen IHS ist NVIDIA erstmals in die Top 10 der weltweit größten Halbleiterhersteller aufgestiegen - neben Qualcomm der einzige Hersteller ohne eigene Fabs im Ranking. Spitzenreiter ist Samsung; der koreanische Konzern profitiert vom ungebrochen hohem Bedarf an Speicherbausteinen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Mit NVIDIA ist 2017 erst dritten Mal ein Fabless-Halbleiterhersteller – ein Produzent ohne eigene Fertigung - in die Top 10 der weltweit umsatzstärksten Chiphersteller aufgestiegen. Das geht aus einer Erhebung der Marktanalysten von IHS Markit hervor.

Demnach erreichte das überwiegend für seine GPUs bekannte Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 8,57 Milliarden US-Dollar, was die zehntgrößte Summe in der Branche darstellt. Das liegt insbesondere an den gestiegenen Umsätzen auf dem Automotive-Markt. Damit verdrängt NVIDIA ein weiteres Fabless-Unternehmen, den taiwanischen Chipproduzenten Mediatek, aus der Top 10.

Mediatek war 2014 erstmals in die Riege der zehn größten Halbleiterunternehmen aufgestiegen und, nach einem schwachen Jahr 2015, erst 2016 wieder auf Rang 10 eingestiegen. Der erste Fabless-Hersteller, der zu den größten Halbleiterunternehmen weltweit gezählt werden konnte, war Qualcomm, das seit 2007 ununterbrochen zur Spitze der Chipunternehmen zählt.

Merger und Akquisen stocken

Allerdings hat Qualcomm im vergangenen Jahr in Mitten von Kartellstrafen und einem langwierigen Übernahmeversuch des Wettbewerbers NXP einige Plätze im Ranking verloren: Stufte IHS Qualcomm 2016 noch auf Rang 3 ein, bringt der Jahresumsatz 2017 das Unternehmen nur noch auf Platz 6. NXP liegt im neuesten Ranking auf Platz 9 und bleibt damit nach wie vor der umsatzstärkste Chipproduzent aus Europa.

Broadcom, das lange Zeit vergeblich versucht hatte, sich Qualcomm einzuverleiben, liegt im IHS-Ranking derzeit auf Platz 5 und verlor damit einen Platz. Broadcom hätte für eine Übernahme des Rivalen bis zu 148 Milliarden US-Dollar geboten - mehr als ein Drittel des weltweiten Halbleiterumsatzes!

Speicherpreise bewegen den Markt

Qualcomm und Broadcom wurden beide von überwiegend speichergetriebenen Herstellern überholt: So rangiert laut IHS Micron auf Platz vier, während der koreanische Konzern SK Hynix erstmals Platz 3 belegt.

Insgesamt stieg der weltweite Halbleiterumsatz nach den Erhebungen von IHS im Jahr 2017 um 21,7 Prozent auf den Rekordwert von 429,1 Milliarden US-Dollar. Demnach stellt dies das höchste Wachstum der Branche seit 14 Jahren dar. Der ZVEI setzt den weltweiten Umsatz mit 412 Milliarden US-Dollar zwar geringer ein. Doch auch gemessen an den Erhebungen des deutschen Zweckverbands der Elektronik-Industrie stellt dies den bisher höchsten weltweiten Umsatz seit der Jahrtausendwende dar.

Rangliste der 10 größten Halbleiterhersteller weltweit, gemessen am Umsatz (Quelle: IHS).
Rangliste der 10 größten Halbleiterhersteller weltweit, gemessen am Umsatz (Quelle: IHS).
(Bild: Sebastian Gerstl)

Diverse Prognosen hatten diesen Rekord allerdings bereits vorausgesagt. Grund hierfür ist unter anderem der ungebrochen hohe Speicherbedarf und -preis: Umsätze im Speicherbereich haben ab 2016 um 60,8 Prozent zugelegt. Außerhalb des Speicherbereichs wuchs die übrige Halbleiterindustrie im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent, was vor allem auf das von IHS so genannte solide Absatzwachstum und die starke Nachfrage in allen Anwendungen, Regionen und Technologien zurückzuführen ist.

Das gemessen am Jahresumsatz größte Halbleiterunternehmen bleibt derzeit Samsung, das ebenfalls noch vom hohen Speicherpreis profitiert. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 62,03 Milliarden US-Dollar liegt der koreanische Elektronikkonzern den IHS-Erhebungen zufolge knapp vor dem amerikanischen Konkurrenten Intel, der auf 61,4 Milliarden US-$ Umsatz kommt.

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