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Datenbanken NoSQL wartet noch auf den Durchbruch

| Redakteur: Franz Graser

Unter dem Schlagwort NoSQL wurden und werden eine Reihe alternativer Datenbankkonzepte propagiert. Der durchschlagende Erfolg bleibt ihnen allerdings noch verwehrt.

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Der italienische Informatiker Carlo Strozzi prägte Ende der neunziger Jahre den Begriff NoSQL. Er programmierte seinerzeit eine Datenbank, die ohne die Zugriffssprache SQL (Structured Query Language) auskam.

Unter dem NoSQL-Etikett (das mittlerweile als "Not only SQL" verstanden wird) existieren inzwischen verschiedene Datenbanklösungen, von denen einige bereits einen gewissen Rückhalt in der Entwickler-Community gefunden haben.

Zu den bekanntesten zählen dokumentenorientierte Datenbanken wie CouchDB, MongoDB oder Jackrabbit sowie Graphdatenbanken wie Filament, Infogrid oder Neo4j.

Vor allem in den letzten beiden Jahren brachte die NoSQL-Bewegung viel frischen Wind in die Informatik. Allerdings gelang es keiner alternativen Lösung, die Position relationaler Datenbanksysteme wie Oracle, MySQL oder Microsofts SQL Server auch nur im entferntesten zu gefährden.

Laut Stephen O'Grady, Mitbegründer des IT-Blogs Redmonk, ist die Abfragesprache selbst meist nicht das Problem. "Ein standardisiertes oder wenigstens halbwegs standardisiertes Interface für Datensätze ist in der Tat wünschenswert", fasst er sein Plädoyer für SQL zusammen.

Er unterstreicht sein Argument damit, dass zahlreiche alternative Datenbanksysteme eine eigene Abfragesprache entwickelt haben, auch wenn sie nicht den relationalen Grundsätzen folgen. "Die Google App Engine, hinter der eine nichtrelationale Datenspeicherung steht, greift auf ihre eigene Abfragesprache GQL zurück. Cassandra hat inzwischen auch ihre eigene Alternative zu SQL entwickelt, die Cassandra Query Language."

Das Problem dieser Datenbanken ist offensichtlich: Einerseits wollen sie SQL erklärtermaßen loswerden, andererseits benötigen sie ein gleichwertiges Gegenstück.

Dieses Gegenstück ist aber oft nicht einfacher zu lernen als SQL, im Gegenteil: "SQL ist viel einfacher zu erlernen", schreibt Matt Asay, Vice President des Software-Startups Strobe, in einem Essay für den IT Branchendienst The Register.

Zudem ist SQL ein bekanntes Konzept. Softwareentwickler und Datenbankprogrammierer sind mit der Abfragesprache vertraut. "Die meisten Ingenieure kennen NoSQL-Varianten wie Cassandra oder MongoDB gar nicht", erläutert Matt Asay. Daher blieben Unternehmen, deren Kernkompetenz nicht in der Entwicklung revolutionärer Datendienste und -konzepte lägen, dem Bekannten treu.

"Den meisten Entwicklern geht es nicht darum, eine Revolution zu beginnen", sagt Asay. Daher wird der Durchbruch für NoSQL noch etwas auf sich warten lassen.

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