Norddeutsche Bundesländer beschließen grüne Wasserstoffinitiative

Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Die Wirtschaftsförderorganisationen der norddeutschen Länder haben sich zur grünen Wasserstoffinitiative HY-5 zusammengeschlossen. Sie wollen damit den Norden zur stärksten Zukunftsregion für grünen Wasserstoff machen.

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Durch die Produktion von Wasserstoff mit Ökostrom könnten in Deutschland einer neuen Studie zufolge Hunderttausende Arbeitsplätze entstehen. die norddeutschen Bundesländer haben sich nun zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Gewinnung grünem Wasserstoffs zusammengeschlossen.
Durch die Produktion von Wasserstoff mit Ökostrom könnten in Deutschland einer neuen Studie zufolge Hunderttausende Arbeitsplätze entstehen. die norddeutschen Bundesländer haben sich nun zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Gewinnung grünem Wasserstoffs zusammengeschlossen.
(Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Eine OECD-Studie bestätige, dass Norddeutschland besonders für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft geeignet sei, teilte die Initiative mit. So besitze die Region einzigartige Standortvorteile zur Erzeugung erneuerbarer Energien und ein großes Abnahmepotenzial von grünem Wasserstoff - vor allen bei der Industrie. Entsprechend soll bis 2035 in Norddeutschland eine grüne Wasserstoffwirtschaft entstehen.

Bis 2025 mindestens 500 Megawatt Elektrolyseleistung aus Norddeutschland

Die Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vereine ein Höchstmaß an Erfahrung und Know-how im Bereich nachhaltiger Technologien und Energien sowie eine leistungsstarke Infrastruktur, erklärte die Initiative etwa mit Blick auf die Windenergie. Laut Norddeutscher Wasserstoffstrategie sollen schon 2025 mindestens 500 Megawatt Elektrolyseleistung zur Erzeugung von grünem Wasserstoff installiert sein, bis 2030 soll die Leistung auf mindestens fünf Gigawatt steigen.

Zu den Standortvorteilen des Nordens zählten mehr als ein Dutzend Seehäfen mit Logistik- und Importterminals, die ihre Kapazitäten für den Import von Wasserstoff ausbauen wollen. Hinzu kämen eine Wasserstoffpipeline, geologische Untergrundformationen wie Speicherkavernen und eine ausgebaute Erdgasnetzinfrastruktur.

Auch im Bereich der Forschung liege der Norden vorn. So arbeiteten im Radius von gut 200 Kilometern Wissenschaftler unter anderem an zwei Dutzend Universitäten und Fachhochschulen, mehr als 20 Fraunhofer-Instituten und Helmholtz-Zentren.

Studie: Viele Jobs durch Wasserstoffproduktion in Deutschland

Durch die Produktion von Wasserstoff mit Ökostrom könnten in Deutschland einer neuen Studie zufolge Hunderttausende Arbeitsplätze entstehen. Wenn 90% des in Deutschland für das Ziel der Klimaneutralität benötigten Wasserstoffs aus heimischer Produktion kämen, seien im Jahr 2050 mehr als 800.000 zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfungseffekte von bis zu maximal 30 Milliarden Euro möglich, heißt es in der Untersuchung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und des Beratungsunternehmen DIW Econ.

Nach einer Prognose des Forschungsinstituts Aurora Energy Research wird der europäische Wasserstoffmarkt 2050 ein Volumen von 120 Milliarden Euro erreichen. Bis dahin werde sich allein der Bedarf der Industrie mehr als verdoppeln, heißt es entsprechend in der Studie von DIW Econ. Hinzu komme ein erhebliches Potenzial für die Nutzung von Wasserstoff im Verkehr sowie als Ersatz für Erdgas zur Wärmeerzeugung. Deutschland entwickele sich mit seiner ehrgeizigen Wasserstoffstrategie und den wachsenden Solar- und Windkapazitäten im Europavergleich zum attraktivsten Markt für Investitionen, vor allem in grünen Wasserstoff.

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