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Nokia baut Mobilfunknetz auf dem Mond auf

Autor / Redakteur: mit Material von dpa / Sebastian Gerstl

Die NASA hat Nokia als Partner ausgewählt, um im Rahmen der kommenden Artemis-Mondmission ein LTE/4G-Mobilfunknetz für den Erdtrabanten aufzubauen. Ende 2022 soll das Weltall-Netz bestehen.

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Der rötlich schimmernde Vollmond leuchtet am Abendhimmel hinter einem Funkmast. Wie Nokia meldet ist der finnische Mobilfunkausrüster von der US-Raumfahrtbehörde Nasa auserkoren worden, ein Mobilfunknetz auf dem Mond aufzubauen.
Der rötlich schimmernde Vollmond leuchtet am Abendhimmel hinter einem Funkmast. Wie Nokia meldet ist der finnische Mobilfunkausrüster von der US-Raumfahrtbehörde Nasa auserkoren worden, ein Mobilfunknetz auf dem Mond aufzubauen.
(Bild: Patrick Pleul/dpa)

Nokia ist von der US-Raumfahrtbehörde Nasa auserkoren worden, ein Mobilfunknetz auf dem Mond aufzubauen. Wie der finnische Telekommunikationskonzern mitteilte, soll damit zum ersten Mal überhaupt ein LTE/4G-Kommunikationssystem im Weltall eingerichtet werden. Dies solle dabei helfen, den Weg hin zu einer dauerhaften Präsenz von Menschen auf der Mondoberfläche zu ebnen. Ziel sei es, das Netz bis Ende 2022 auf die Beine zu stellen. Dabei arbeite man mit dem US-Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines zusammen.

Im Rahmen des Artemis-Programms will die Nasa bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond schicken, darunter auch die erste Frau. Dort soll bis Ende des Jahrzehnts eine dauerhafte Siedlung aufgebaut werden, um den Erdtrabanten noch stärker zu erforschen als zuvor.

HD-Streams und Echtzeit-Navigation

„Das Netzwerk wird kritische Kommunikationsfähigkeiten für viele verschiedene Datenübertragungsanwendungen bereitstellen, einschließlich wichtiger Befehls- und Kontrollfunktionen, Fernsteuerung von Mondrovern, Echtzeit-Navigation und Streaming von hochauflösendem Video. All diese Kommunikationsanwendungen sind für die langfristige menschliche Präsenz auf der Mondoberfläche lebenswichtig,“ heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Nokias LTE-Netz - der Vorläufer von 5G - sei ideal geeignet, um eine drahtlose Konnektivität für alle Aktivitäten bereitzustellen, die Astronauten ausführen müssten, und ermögliche die notwendigen Sprach- und Videokommunikationsfunktionen, den Austausch von Telemetrie- und biometrischen Daten sowie den Einsatz und die Steuerung von Roboter- und Sensornutzlasten.

Mit Nokias Netzwerk sollen dabei Kommunikationsmöglichkeiten mit verlässlichen und hohen Übertragungsraten geschaffen werden, damit zum Beispiel Mondfahrzeuge aus der Ferne kontrolliert und hochauflösende Videos gestreamt werden können.

Zudem soll dadurch in Echtzeit navigiert werden können. Für die Nasa soll all das letztlich Erkenntnisse liefern für den nächsten großen Schritt: die Entsendung von Astronauten auf den Mars.

Nokias Mond-Netzwerk wird aus einer LTE-Basisstation mit integrierten Evolved Packet Core (EPC)-Funktionalitäten, LTE-Benutzerausrüstung, HF-Antennen und hochzuverlässiger Betriebs- und Wartungs-Steuerungssoftware bestehen. Laut Nokia,sei das System speziell dafür entwickelt worden, den rauen Bedingungen des Starts und der Mondlandung zu widerstehen und unter den extremen Bedingungen des Weltraums zu arbeiten.

Das Mobilfunknetz werde auch sehr strenge Größen-, Gewichts- und Leistungsbeschränkungen von Weltraumnutzlasten in einem extrem kompakten Formfaktor erfüllen, verspricht das Unternehmen.

NASA hatte für Artemis 14 überwiegend amerikanische Unternehmen als Partner ausgewählt, um „eine Reihe von Technologien zu entwickeln, die dazu beitragen werden, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Weg zu nachhaltigen Artemis-Operationen auf dem Mond zu schaffen“. Der Vertrag zwischen der NASA und Nokia soll mit 14,1 Millionen US-$ dotiert sein.

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