E-Auto mit Verbrennungsmotor Nissan bringt seriellen Hybrid ohne Plug-in-Funktion

Redakteur: Edgar Schmidt

Nissan hat in Japan den Kleinwagen Note mit einem neuen, seriellen Hybridantrieb vorgestellt. Im Unterschied zum BMW i3 mit Range Extender, den ebenfalls ausschließlich der E-Motor antreibt, lässt sich das Modell aber nicht an einer Steckdose laden.

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Nissan befeuert den Note in Japan neuerdings mit einem seriellen Hybridantrieb.
Nissan befeuert den Note in Japan neuerdings mit einem seriellen Hybridantrieb.
(Bild: Nissan)

„E-Power“ nennt Nissan einen seriellen Hybridantrieb, der insbesondere für Kleinwagen geeignet sein soll. Das Unternehmen bezeichnet das neue System vollmundig als Meilenstein in der Elektrifizierungsstrategie des Konzerns. Allerdings verbirgt sich hinter der Bezeichnung nichts anderes als ein serieller Hybridantrieb, bei dem der Elektromotor seine Energie aus einer kleinen Pufferbatterie und über einen per Verbrennungsmotor angetriebenen Generator bezieht – man könnte ihn auch als benzinelektrischen Antrieb bezeichnen – ähnlich arbeiten schließlich auch dieselelektrisch angetriebene Busse und Lokomotiven. Das System lässt sich vom Grundkonzept auch ganz gut mit einem Brennstoffzellenantrieb vergleichen. Allerdings ist es durch den Verbrenner nicht schadstofffrei.

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Laut Nissan vereint das „e-Power“-System die Technik des E-Modells Leaf mit einem 1,2-Liter kleinen Dreizylinder-Benzinmotor, der die Batterie des Fahrzeugs lädt und damit externes Nachladen überflüssig macht. Das Aggregat hat laut Werksangaben eine Leistung von 58 kW/79PS und ein Drehmoment von 103 Nm.

Angetrieben wird der Wagen allerdings ausschließlich über die Elektromaschine, die eine Leistung von 80 kW/109 PS und ein Drehmoment von 255 Nm hat.

Der Verbrenner hat – nicht wie bei einem leistungsverzweigten Hybriden wie dem Toyota Prius oder dem Opel Ampera – keine direkte Verbindung zu den Antriebsrädern. Der Benziner liefert seine Kraft also ausschließlich über den Generator und einen Inverter in den Antriebsstrang. Die kleine Batterie sorgt unter anderem dafür, dass der Antrieb Leistungsspitzen abfangen und Bremsenergie zurückspeisen kann.

Schnell nachtanken

Dadurch, dass die Energie also nicht mehr nur aus der Batterie kommt, ist die Reichweite allein abhängig von der Größe des Benzintanks, und das „Nachladen“ erfolgt einfach durch tanken. Das Ergebnis soll ein System sein, das eine kleinere und damit billigere Batterie als im Leaf nutzt, aber das gleiche angenehme Fahrerlebnis wie das reine Elektroauto bietet.

Weil das E-Power-System den Verbrennungsmotor viel seltener nutzen soll als ein konventioneller Hybridantrieb, arbeitet das System laut Herstellerangaben mit einer deutlich besseren Kraftstoffeffizienz als ein konventioneller Hybridantrieb, vor allem bei Pendlerfahrten rund um die Stadt. Nach Angaben von Nissan liegt der Verbrauch im japanischen Zyklus bei 37,2 Kilometer pro Liter, was umgerechnet etwa 2,7 Liter pro 100 Kilometer bedeutet. Mit einer Tankfüllung von 35 Litern kommt der Wagen damit maximal 1.300 Kilometer weit. Ein großer Vorteil des Verbrennungsmotors an Bord ist, dass die Reichweite im Winter durch die Heizung nicht schrumpft.

Ob der Hersteller diesen Antrieb auch in einem europäischen Modell bringt, kann Nissan Deutschland derzeit noch nicht sagen.

Diesen Artikel haben wir von unseren Kollegen vom KFZ-Betrieb übernommen.

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