Morgan Solar

Neuer Solar-Konzentrator verspricht billigeren Strom

23.02.2009 | Redakteur: Andreas Mühlbauer

Der neuartige Solar-Konzentrator
Der neuartige Solar-Konzentrator

Ein neuer Solar-Konzentrator, der ohne komplexe optische Systeme auskommt, soll 44% mehr Energieausbeute ermöglichen. Das Acryl-Bauteil ist einfach zu handhaben und günstig in der Herstellung. Bereits 2010 soll die kommerzielle Herstellung beginnen.

Das Start-up-Unternehmen Morgan Solar hat einen neuartigen Solar-Konzentrator entwickelt. Die Technologie ist laut Unternehmen einfach, beständig und preisgünstig. Ein durchsichtiges Stück Acryl bündelt Licht auf eine winzige Solarzelle in der Mitte des Systems. Spiegel oder andere komplexe optische Systeme, wie sie in anderen Konzentrator-Systemen zum Einsatz kommen, können entfallen, berichtet Technology Review. „Das Ganze ist reine geometrische Optik“, erklärt Nicolas Morgan, Director of Business Development beim kanadischen Unternehmen. Die Entwicklung soll eine kostengünstige Solarstromgewinnung ermöglichen.

Tausendfache Intensität des Sonnenlichts

Die Solarzellen sind der teuerste Bestandteil eines Solarenergiesystems. Daher wird immer häufiger an Systemen gearbeitet, die viel Licht auf kleine Zellen bündeln. Häufig kommt eine komplexe Optik zum Einsatz, wie beispielsweise beim Linsen-Konzentrator des kalifornischen Start-ups Sunrgi. Bei Morgan dagegen setzt man auf das physikalische Phänomen der vollständigen internen Reflexion, durch das Lichtstrahlen am Rand eines Materials in dieses zurückreflektiert werden, statt zu entweichen.

Das Stück Acryl ist so geformt, dass Licht beim Eintritt in eine bestimmte Richtung abgelenkt wird und danach nicht mehr entweichen kann. Auf diese Weise gelangt das Licht in eine sekundäre Glasoptik im Zentrum der Acrylplatte. Die Intensität steigt so auf das 1000-fache der Sonne, ehe das gesammelte Licht in der Mitte der Glasoptik an die Unterseite gelenkt wird. Dort befindet sich eine Solarzelle in der Größe eines Säuglingsdaumennagels.

Langfristige Eignung von Acryl noch ungeklärt

Morgan konnte mit seinem Ansatz bereits Experten beeindrucken. „Das Design ist wirklich neu und physikalisch sinnvoll, es kann günstig hergestellt werden und hat echte Chancen, die Konzentrator-Technologie zu revolutionieren“, sagt Ray LaPierre, ein Experte für hocheffiziente Solarzellen der McMaster University.

Auch Roland Winston, ein Optikexperte an der University of California in Merced ist der Ansicht, dass der Ansatz vielversprechend ist. „Acryl hat sich noch nicht für die langfristige Anwendung insbesondere unter konzentriertem Sonnenlicht bewährt“, warnt allerdings Winston. Genau deswegen kommt das zentrale Glaselement zum Einsatz, hält man bei Morgan dagegen. Dadurch bleibe die Lichtkonzentration im Acrylteil des Systems auf die 50-fache Sonnenintensität begrenzt.

Pilotprojekte für den Praxiseinsatz noch 2009

Wie die meisten Solarstromsysteme benötigt die Morgan-Technologie ein Nachführsystem, um immer der Sonne zugewandt zu bleiben und so eine optimale Lichtausbeute zu erzielen. Auf derartige Nachführsysteme verzichten können Konzentrator-Systeme mit farbigen Scheiben wie sie unter anderem am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme entwickelt werden. Allerdings dürfte es bei letzteren noch ein paar Jahre dauern, ehe sie in großem Maßstab zum Einsatz kommen können.

Bei Morgan dagegen ist schon für dieses Jahr eine Reihe von Pilotprojekten geplant, um den Morgan-Konzentrator in der Praxis zu testen. 2010 soll die kommerzielle Herstellung beginnen, wobei die ersten Verkaufsversionen des Konzentrators voraussichtlich rund 50 cm2 groß sein werden. Nachführsysteme bereiten Nicholas Morgan dabei wenig Sorgen.

Aktuelle Lösungen seien präzise, zuverlässig und mit nur „marginalen“ Mehrkosten für 44% mehr Stromausbeute verbunden. Langfristig soll das System 30% Effizienz erreichen und preislich mit Dünnfilm-Lösungen konkurrieren können.

Quelle: pressetext

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