Neuer HF-Sensor spürt Drohnen auf

| Redakteur: Michael Eckstein

Explosiv: Mit Drohnen lassen sich auch Schusswaffen und Sprengkörper beispielsweise in ein Gefängnis schmuggeln.
Explosiv: Mit Drohnen lassen sich auch Schusswaffen und Sprengkörper beispielsweise in ein Gefängnis schmuggeln. (Bild: Jens Distelberg 2015)

Mehr Schutz vor gefährlichem Drohnen-Einsatz: Ein neuer Sensor von Dedrone ortet Fluggeräte und Piloten über ihre Funksignale. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kam er bereits zum Einsatz.

Zivile Drohnen werden mittlerweile immer häufiger als effizientes Hilfsmittel für professionelle Industriespionage eingesetzt. Kein Wunder, dass der Ruf nach einer effizienten Abwehr zunehmend lauter wird. Das ruft Firmen wie Dedrone auf den Plan: Das kalifornische Unternehmen mit Entwicklungs- und Produktionsabteilungen im deutschen Kassel entwickelt seit 2014 Technologien zum Schutz vor zivilen Drohnen und ist nach eigenen Angaben Innovations- und Technologieführer in diesem Bereich.

Nun hat Dedrone einen neuen Sensor zum Schutz vor zivilen Drohnen vorgestellt: Der RF-300 spürt unerwünschte Drohnen und zugehörige Fernbedienungen über ihre Funksignale auf und ermittelt ihre genaue Position. Sicherheitsverantwortliche erhalten Echtzeit-Informationen zur Flugroute der Drohne – und damit zum Gefahrenpotenzial. Darüber hinaus erfahren auch, wo der Pilot steht und können umgehend eingreifen.

Drohnen-Warnsystem erkennt Hersteller und Modell

„Den Piloten zu stoppen, bevor er Schaden anrichten kann, ist eine der effektivsten Schutzmaßnahmen“, sagt Jörg Lamprecht, CEO und Mitgründer von Dedrone. Um ihn im Schadensfall haftbar machen zu können, sei es außerdem wichtig, Beweismaterial gegen den Piloten zu sichern. Genau das sei mit den eigenen Lösungen möglich: „Mit dem RF-300 geben wir Sicherheitsbeauftragten und Strafverfolgungsbehörden dafür ein geeignetes Werkzeug an die Hand.“

Besonders wirkungsvoll soll der neue Sensor in Kombination mit dem bereits etablierten Radiofrequenzsensor RF-100 sein: „Der RF-100 hat eine hohe Reichweite, ermittelt die Anzahl von Drohnen im Luftraum und klassifiziert sie“, erklärt Lamprecht. Nach Aussage des Unternehmens erkennt er sowohl Hersteller als auch Modell.

Einsatz beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Dedrone integriert beide Sensoren in das hauseigene Drohnen-Warnsystem „DroneTracker“. Dessen Herzstück ist eine Softwareplattform, die die von unterschiedlichen Sensoren wie Kameras, Mikrofonen und Radiofrequenz-Sensoren gelieferten Informationen verarbeitet und auswertet. „Als branchenweit erste Lösung zur Überwachung des Luftraums bietet unser neuer DroneTracker 3 eine automatisierte Berichterstattung inklusive Analyse und Bewertung von Drohnenaktivitäten im überwachten Bereich“, erläutert Lamprecht.

Anfang des Jahres kam der neu entwickelte RF-300 zum Einsatz: Er überwachte den Luftraum beim WEF (World Economic Forum) im Schweizerischen Davos. „Das A und O für einen wirksamen Schutz vor kriminellen Drohnen ist deren schnelle und sichere Erkennung“, erklärt die Kantonspolizei Graubünden. „Die Information, wo sich die Drohne oder der Pilot befinden, ist sehr wertvoll.“ Sie helfe, das Gefahrenpotential einzuschätzen. Beim Einsatz in Davos habe sich der RF-300 bewährt.

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