Batterieforschung

Neuer Forschungsbau für das Helmholtz-Institut Ulm

| Redakteur: Thomas Kuther

Schlüsselübergabe: offizielle Einweihung des neuen Forschungsbaus für das HIU
Schlüsselübergabe: offizielle Einweihung des neuen Forschungsbaus für das HIU (Bild: Elvira Eberhardt, Uni Ulm)

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat den Neubau des Helmholtz-Instituts für Elektrochemische Energiespeicherung (HIU) in Ulm eingeweiht. Mit dem neuen Gebäude des vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Ulm getragenen Instituts ist der Ausbau der Infrastruktur in der Batteriestadt weiter vorangekommen.

Die Wissenschaftsinstitutionen decken die gesamte Breite der Batterieforschung ab – von den Grundlagen an Uni und HIU bis zur angewandten Forschung beim Partner Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Ulm bekräftigt damit seine Stellung als Mittelpunkt der europäischen Elektrochemie- und Batterieaktivitäten. Inzwischen arbeiten insgesamt rund 300 Forscher in der Wissenschaftsstadt, die Hälfte davon am ZSW.

Im HIU forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an effizienten Batteriesystemen und neuen Materialien zukünftiger Batterien für die Energiewende. Um den Forschern optimale Voraussetzungen für ihre Arbeit zu bieten, hat das Land Baden-Württemberg in Ulm einen Neubau mit modernster Laborinfrastruktur errichtet. Das Gebäude mit einem Bauvolumen von 12 Mio. € bietet auf 2400 m2 Platz für Labore und Büroräume. Als Helmholtz-Einrichtung wird der Betrieb des HIU zu 90% vom Bund und zu 10% vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Vier Partner arbeiten im HIU zusammen

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Ulm, sowie als assoziierte Partner das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) arbeiten im HIU zusammen. Der Neubau hebt die seit der HIU-Gründung im Jahr 2011 bestehende räumliche Trennung vieler Forscherinnen und Forscher auf – im Sinne einer noch intensiveren Zusammenarbeit der Teams. Bei der feierlichen Übergabe sagte die Bundesforschungsministerin Professorin Johanna Wanka, dass in Ulm die Energiewende mit der Erforschung der nächsten Batteriegeneration konkret werde. „Wir brauchen bessere Speichermöglichkeiten, sonst ist die Energiewende nicht zu schaffen. In Ulm haben wir modernste Forschungsbedingungen aufgebaut, die bahnbrechende Entwicklungen ermöglichen. Es geht um ein ganz zentrales Zukunftsthema“, sagte Wanka.

Vier unter einem Dach

„Erfolgreiche Forschung benötigt neben klugen und kreativen Köpfen auch passende Strukturen und moderne Gebäude. Mit dem neuen Gebäude des HIU geben wir jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von vier renommierten Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg ein gemeinsames Dach, um an einer der zentralen Fragen der Energiewende zu arbeiten: der Entwicklung von leistungsfähigen, langlebigen und kostengünstigen Energiespeichern“, betonte Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Der Neubau auf dem Gelände der Universität Ulm ist Teil der Wissenschaftsstadt und wurde von Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm im Auftrag des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg errichtet. „Auf dem Ulmer Universitätscampus wird mit dem neuen Forschungsbau für das Helmholtz-Institut ein Zentrum zukunftsweisender Energieforschung entstehen. Denn eine der großen Herausforderungen unserer Zeit wird die Gewährleistung der Energieversorgung sein“, so Ministerialdirektor Rolf Schumacher vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg anlässlich der feierlichen Übergabe in Ulm.

Keine Energiewende ohne leistungsfähige Speicher

Träger der Ulmer Batterieforschungseinrichtung ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft das HIU im Jahr 2011 gemeinsam mit der Universität Ulm und den assoziierten Partnern ins Leben gerufen hat. „Die Forschung an leistungsstarken und kostengünstigen Batteriesystemen ist eines der Kernthemen des KIT – denn effiziente Speicher sind die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka.

„Mit dem HIU als KIT-Institut am Campus der Universität Ulm nutzen wir die Expertise von insgesamt vier starken Partnern. Der Neubau bietet mit seiner hochmodernen Infrastruktur exzellente Voraussetzungen, um gemeinsam mit Hochdruck an den wissenschaftlichen Grundlagen für marktfähige und zukunftsweisende Batterien zu arbeiten.“, so Hanselka weiter.

„Das neue HIU-Gebäude ermöglicht eine noch engere Zusammenarbeit der Partner Uni Ulm, KIT, ZSW und DLR zur Entwicklung neuartiger Hochleistungs-Batteriesysteme“, betont Professor Karl Joachim Ebeling, Präsident der Universität Ulm. „Die bereits sehr erfolgreiche Kooperation sichert die europaweit führende Stellung in der Batterieforschung und fördert darüber hinaus die Attraktivität des Standorts.“

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