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Hochstrom-Durchführungsklemmen Neue Schnellanschlusstechnik für große Querschnitte

Autor / Redakteur: Janina Lattwesen * / Kristin Rinortner

Schnellanschlusstechnik ist bei den Geräteherstellern gefragt, aber Lösungen für große Querschnitte sind kaum zu finden. T-LOX ermöglicht einen komfortablen, schnellen Anschluss bis 95 mm².

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Durchführungsklemme: Varianten der Hochstrom-Durchführungsklemme: mit T-LOX-Anschlusstechnik für Leiter bis 95 mm² (TW-Serie, links), Leiterabgang und Bedienung aus einer Richtung (PWO-Serie, Mitte) sowie intuitiver Push-Lock Hebelanschluss (PLW-Serie, rechts)
Durchführungsklemme: Varianten der Hochstrom-Durchführungsklemme: mit T-LOX-Anschlusstechnik für Leiter bis 95 mm² (TW-Serie, links), Leiterabgang und Bedienung aus einer Richtung (PWO-Serie, Mitte) sowie intuitiver Push-Lock Hebelanschluss (PLW-Serie, rechts)
(Bild: Phoenix Contact)

An neue Gerätegenerationen werden ständig zusätzliche Anforderungen gestellt – immer kleiner, immer leistungsfähiger und immer wirtschaftlicher sollen die Geräte werden. Diese Trends definieren auch die Geräteanschlusstechnik – neben dem klassischen Schraubanschluss haben in den zurückliegenden Jahren vor allem Federkraft-basierte Schnellanschlusstechniken an Bedeutung gewonnen.

Dazu zählen etwa der werkzeuglose Push-in-Anschluss sowie auch der selbsterklärende Push-Lock-Anschluss. Diese Federkraft-basierten Anschlusstechniken ermöglichen heute einen bequemen Leiteranschluss in Sekunden, und dank der definierten Kontaktkraft ist der Anschluss auch sicher. Zudem wird der Ausfall einer Klemmstelle durch ein fehlerhaftes Anzugsdrehmoment auf diese Weise vermieden.

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Für Querschnitte über 35 mm² gab es bis jetzt keinen Geräteanschluss mit Schnellanschlusstechnik auf dem Markt. Die Bedienkräfte der traditionellen Federkraftklemmen sind zu hoch, denn je größer der anzuschließende Leiter ist, desto größer muss auch die Vorspannkraft der Feder sein.

Neues Anschlussprinzip T-LOX bis 95 mm2

T-LOX setzt genau hier an. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der auch mehrdrahtige Leiter von 50 bis 95 mm² flexibel, komfortabel und sicher angeschlossen werden können. Die T-LOX-Anschlusstechnik basiert ebenfalls auf einer Feder.

Um eine hohe Andruckkraft bei komfortablen Bedien-
kräften zu realisieren, wird die Feder durch einen sogenannten Kniehebel-Mechanismus unterstützt – damit werden die Leiter sicher und zuverlässig kontaktiert. Mit Hilfe eines handelsüblichen Schraubendrehers wird die Klemmstelle geöffnet und geschlossen. Dank der Kniehebeltechnik bleiben die Bedienkräfte dabei anwenderfreundlich.

Zahlreiche Applikationen verfügen nur über einen kleinen und schlecht zugänglichen Bereich für den Leiteranschluss – bei großen Querschnitten lassen sich die kurzen Leiterenden dann nur schwer in die richtige Position bringen. Der T-LOX-Anschluss besitzt einen vollständig nach oben geöffneten Klemmraum.

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Originalbeitrag als ePaper oder im pdf-Format lesen

Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS 10/2015 erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Das hat den Vorteil, dass – anders als bei vielen marktgängigen Lösungen – der Leiter nicht in die Klemmstelle gesteckt, sondern bequem von oben eingelegt werden kann. Zusätzlich vereinfacht die freie Sicht auf die Klemmstelle den Leiteranschluss.

T-LOX-Technik auch für Hochstromanwendungen

Die T-LOX-Technik wird nun erstmalig bei den neuen Hochstrom-Durchführungsklemmen eingesetzt. Bisher gab es das Programm der Hochstrom-Durchführungsklemmen mit Schraubanschluss bis 95 mm², mit Bolzenanschlusstechnik für Ringkabelschuhe bis 150 mm² sowie mit programmierter Kontaktkraft bis 16 mm². Bei den federbasierten Klemmen gibt es zwei Serien: Zum einen gibt es die PW-Serie mit Push-in-Anschluss – die Serie bietet mit der Betätigung und dem Leiterabgang aus einer Richtung eine platzsparende Verdrahtung.

Zum anderen gibt es die PLW-Serie, die sich mit ihrem Push-Lock-Anschluss sowie weiteren Funktionen wie Plombiermöglichkeit im AC-Anschlussbereich von Wechselrichtern etabliert hat (Aufmacherbild).

Ergänzendes zum Thema
Durchführungsklemmen für Hochstrom. Ein Interview mit Janina Lattwesen, Produktmanagerin Leiterplattentechnik bei Phoenix Contact.

T-LOX steht für eine ganz neue Anschlusstechnik – warum hat Phoenix Contact diese Anschlusstechnik entwickelt?

Lattwesen: Im weltweiten Markt der Gerätehersteller wächst die Nachfrage nach Schnellanschlusstechnik rasant – und zwar auch für große Querschnitte. Wirklich brauchbare Lösungen gab es dafür bisher nicht. Unser Ziel war es hier, eine sichere und einfache Schnellanschlusstechnik für unsere Kunden zu entwickeln.

Was ist das besondere an der T-LOX-Anschlusstechnik?

Lattwesen: Das Besondere ist, dass jetzt auch die großen – und auch die mehrdrahtigen – Leiter sicher und schnell im Feld angeschlossen werden können. Die Bedienkräfte sind dabei viel komfortabler als man es sich vorstellt.

Wie kommen Sie gerade auf den Namen T-LOX?

Lattwesen: Die Bezeichnung „T-LOX“ wurde aus den englischsprachigen Begriffen „Toggle“ – Kniehebel – und „Lock“ – Verriegelung / schließen – abgeleitet und beschreibt damit das Anschlussprinzip. Das „X“ hingegen haben wir unserem Firmennamen, Phoenix Contact, entnommen.

Sehen Sie weiteres Potenzial für diese Anschlusstechnik?

Lattwesen: Ja – auf jeden Fall. Und zwar überall dort, wo hohe Ströme gebraucht werden und große Querschnitte zum Einsatz kommen. Das kann zum Beispiel im Bereich der Gebäudeinstallation der Fall sein.

Die Serie TW mit T-LOX-Anschlusstechnik ergänzt das Programm der Hochstrom-Durchführungsklemmen im Bereich großer Leiterquerschnitte mit definierter Kontaktkraft. Sie umfasst die Klemme TW 50 mit einem Anschlussvermögen von 16 bis 50 mm² und einer Stromtragfähigkeit bis 150 A sowie die Klemme TW 95 mit einem Anschlussvermögen von 25 bis 95 mm² und einer Stromtragfähigkeit bis 232 A. Beide Klemmen erreichen nach IEC 60947-7-1 eine Spannung von 1000 V (Bild 1).

Damit die Klemmen auch in unterschiedlichen Weltregionen eingesetzt werden können, wird die amerikanische UL-Zulassung für die Gerätehersteller immer wichtiger. Die Klemmen der TW-Serie sind nach der UL-Norm 1059 für 600 V in Use group C zugelassen. Ein universeller Einsatz der Durchführungsklemmen ist durch die Zertifizierung in nahezu allen Bereichen möglich.

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