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Neue Markttrends und moderates Wachstum: Spannende Zukunft der Halbleiterindustrie

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Neue Märkte im IoT – den Anschluss nicht verlieren

Eine weitere wichtige Wachstumsquelle ist für die Unternehmen im Halbleiterbereich deutlich schwieriger zu greifen. Der Markttrend zum Thema IoT birgt immenses Potenzial. Halbleiterunternehmen dürfen hierbei keine Zuschauerperspektive einnehmen, sondern sollten sich als Teil der technologischen DNA begreifen, die diesen Marktentwicklungsprozess begleiten. Signifikante Umsatzträger sind insbesondere bei Microcontrollern, Sensorik, Speicher und Konnektivität zu erwarten.

Die Herausforderung derzeit: es gibt keine einzelne sogenannte Killer-App, sondern eine Vielzahl an kleineren Nischen-Opportunitäten, die ein in Summe attraktives Wachstumspotenzial versprechen. Unternehmen, die hier agieren, sind aktuell sehr breit gestreut – es haben sich noch keine marktdominanten Player in diesem stark diversifizierten Markt etablieren können. Besonders interessant sind Applikationen im Bereich „Smart Home“, „Medical Electronics“ oder „Connected Cars“. Diese aktuellen Nischensegmente werden aufgrund von IoT an großer Bedeutung für die Halbleiterindustrie gewinnen (Bild 3).

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Ziel ist eine IoT-Gesamtlösung

Auch im Consumerbereich („Fitness bracelets“, „Smart Watches“) nimmt die Nachfrage zu. Derzeit noch schwer greifbar, aber maßgeblich für den Erfolg der Halbleiterindustrie, ist insbesondere der Integrationsgedanke um Hardware- und Software-Komponenten entlang der Wertschöpfungskette zu vereinen und letztlich eine IoT-Gesamtlösung anzubieten. Halbleiterunternehmen, die bereits jetzt auf die Themen nahtlose Sicherheit, Kommunikationsintelligenz und Ease-of-Use setzen, können hier ihre Positionierung schärfen.

Um konsequent durchzugreifen, muss jedoch eine Priorisierung der Ressourcen hinsichtlich IoT-Wachstumsquellen und bestehenden „Brot und Butter“-Segmenten neu durchgeführt werden. Zudem ist vielen Herstellern das unternehmensspezifische Marktpotenzial dieser Wachstumsquelle noch nicht bekannt. Der Horizont bezüglich des Internets der Dinge scheint derzeit für viele Halbleiterunternehmen noch verschwommen. Greifbarer gemacht werden kann dieser nur durch eine saubere Bestandsaufnahme und –analyse hinsichtlich der IoT-Wettbewerbspositionierung.

Vom Produktgeschäft zum Systemgeschäft

Neue Wachstumsquellen für die Halbleiterindustrie ergeben sich jedoch nicht nur produkt- und marktseitig sondern auch über aktuelle Dynamiken im Vertriebsansatz. Viele Player bieten bereits jetzt Teillösungen für Systeme an und integrieren somit Chips, Treiber, Software und Sensoren. Potenzial verspricht insbesondere ein ganzheitliches Vorgehen mit klarer Definition des jeweiligen Systemansatzes. Der Vertrieb für Halbleiterunternehmen wandelt hierzu derzeit noch zu sehr im Dunkeln. Es bedarf einer neuen Aufstellung, um eine klare Migration vom Komponentenverkauf hin zum Systemverkauf zu vollziehen.

Um das Produktportfolio als Systemlösung anbieten zu können, müssen Unternehmen vertriebsseitig ein effektives industrieübergreifendes Channel Management aufbauen. Zudem gilt es, schlagkräftige Allianzen mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Mit Erfolg gekrönt werden diejenigen Player im Markt, mit modularen Lösungen, welche das Produkt mit Aspekten zur Sicherheit, Software oder Systemberatungsleistungen vereinen.

* Stefan Herr ... ist Senior Partner und Global Head der Technology & Industrial Practice

* Sascha Rahman ... ist Director in der Technology & Industrial Practice,

* beide arbeiten bei der Marketing- und Vertriebsberatung Simon-Kucher & Partners

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