SK Hynix mit Minderheitsbeteiligung? Neue Hürden für Toshiba bei Verkauf der Speichersparte

Autor / Redakteur: mit Material von dpa-AFX und Reuters / Sebastian Gerstl

Beim geplanten Verkauf seiner Chipsparte könnten dem angeschlagenen Technologiekonzern Toshiba einem Bericht zufolge neue Schwierigkeiten ins Haus stehen. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) am Montag berichtet, enthält der Verkaufsplan eine Option, die der südkoreanischen SK Hynix eine mögliche Übernahme einer Minderheitsbeteiligung einräumt.

Firmen zum Thema

Neue Hürden im Bieterstreit: Wie das Wall Street Journal berichtet, würde das Angebot von SK Hynix, das als Teil eines Konsortiums für den Kauf von Toshibas Flashspeichersparte eingereicht wurde, dem südkoreanischen Chipherstelle einen Minderheitsanteil an Toshiba selbst einräumen. Dies sorgt für zusätzliche Brisanz.
Neue Hürden im Bieterstreit: Wie das Wall Street Journal berichtet, würde das Angebot von SK Hynix, das als Teil eines Konsortiums für den Kauf von Toshibas Flashspeichersparte eingereicht wurde, dem südkoreanischen Chipherstelle einen Minderheitsanteil an Toshiba selbst einräumen. Dies sorgt für zusätzliche Brisanz.
(Bild: SK Hynix / Toshiba (eigene Montage))

Das Wall Street Journal beruft sich dabei auf involvierte Personen. Diese Mitteilung hat Brisanz, steht sie doch im Gegensatz zu bislang gemachten öffentlichen Aussagen von Toshiba.

SK Hynix war erst relativ kurzfristig dem vom japanischen Wirtschaftsministerium geführten Konsortium beigetreten, dem Toshiba als favorisierten Kandidaten sein Flash-Speichergeschäft veräußern möchte. Demnach möchte sich der südkoreanische Wettbewerber im Speichergeschäft mit einem vergleichsweise geringen Anteil von 300 Milliarden Yen (ca. 2,3 Milliarden Euro) an dem Gesamtgebot des Konsortium von geschätzt 2 Billiarden Yen (über 16 milliarden Euro) beteiligen.

Wie nun Insiderkreise meldeten, möchte sich SK Hynix allerdings nicht rein finanziell an dem Geschäft beteiligen. Vielmehr solle seine Beteiligung über den Ankauf von Wandelanleihen ablaufen. Dieses Geschäft würde indirekt über die Investmentfirma Bain Capital ablaufen,die ebenfalls mit einem Anteil von 850 Milliarden Yen an dem Konsortium beteiligt ist.

Durch den Ankauf von Anleihen würde dem südkoreanischen Chipanbieter Anteilsrechte an Toshiba eingeräumt. Dies war bislang von dem japanischen Konzern nicht erwähnt worden. Weder Toshiba noch SK Hynix haben bislang Stellung zu dem Bericht im Wall Street Journal genommen.

Diese Option könnte den Konflikt mit Western Digital zusätzlich anheizen. Das Unternehmen hält Anteile an der Toshiba-Chipsparte und steht in Konkurrenz zu Hynix. Western Digital hat gegen einen Verkauf geklagt - worauf Toshiba im Gegenzug Klage gegen den US-Partner eingereicht hatte.

(ID:44765550)