TU Braunschweig Neue Forschungseinrichtung für THz-Kommunikation

Redakteur: Jan Vollmuth

Braunschweiger Forscher haben gemeinsam mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt das Terahertz Communications Lab ins Leben gerufen. Ziel der Kooperation: Ein THz-System für die Indoor-Kommunikation.

Firma zum Thema

Prof. Dr. Martin Koch (r.) und tcl-Mitglied Norman Krumbholz
Prof. Dr. Martin Koch (r.) und tcl-Mitglied Norman Krumbholz
( Archiv: Vogel Business Media )

Angesichts des kontinuierlich wachsenden Bandbreitenbedarfs bei drahtlosen Kommunikationssystemen kurzer Reichweite werden die Frequenzbereiche heutiger und kommender Systeme wie z.B. Bluetooth, Wireless-LAN oder Ultrabreitband bereits in 10 bis 15 Jahren nicht mehr ausreichen. Um Datenraten von einigen 10 GBit/s zu erreichen, muss man langfristig unweigerlich auf höhere Trägerfrequenzen ausweichen.

Das neu gegründete Terahertz Communications Lab (tcl) will ein System für die Indoor-Kommunikation entwickeln, das die Terahertz-Lücke des elektromagnetischen Spektrums erschließt, etwa für mobile elektronische Assistenten in den Bereichen Arbeit und Büro, Verkehr, Medizin, Freizeit und Unterhaltung.

Bildergalerie

Verbund aus vier Abteilungen zweier Forschungseinrichtungen

Das tcl ist ein Verbund von vier Abteilungen aus den Instituten für Hochfrequenztechnik und für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig sowie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Initiator der neuen Einrichtung ist Prof. Dr. Martin Koch vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig. „In den nächsten Jahren werden wir innovative Schlüsselkomponenten für die Kommunikation von morgen entwickeln“, beschreibt er das Ziel des tcl.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die beteiligten Abteilungen interdisziplinär an verschiedenen Forschungsprojekten:

  • Der für die Nachrichtenübertragung unerschlossene THz-Frequenzbereich sowie die angestrebte große Bandbreite erfordern eine grundlegende Kanalcharakterisierung, um die zukünftigen Systeme auf eine ausreichende Signalstärke zu optimieren. Ray-Tracing-Simulationen beschreiben, wie sich THz-Wellen im Raum ausbreiten und mit der Atmosphäre sowie Materie wechselwirken. Gestützt werden diese Berechnungen auf die Vermessung von (Bau-)Materialien mittels THz-Spektroskopie.
  • Da keinerlei kommerzielle Hardware für die drahtlose Nachrichtenübertragung im THz-Frequenzbereich existiert, entwickeln die Forscher Sender, Empfänger, Modulatoren und Reflektoren als Schlüsselkomponenten für die Kommunikation von morgen.
  • Derzeit entsteht auf der Grundlage der gemeinsamen Forschungsergebnisse ein Demonstrator für die Signalübertragung bei 60 GHz. Im nächsten Schritt führt das tcl das System auf 300 GHz.

tcl, Tel. +49(0)531 3912000

(ID:199172)