Von Sprengung bis Hacking

Neue Bedrohungen für Geldautomaten

| Autor / Redakteur: Lars Bösel* / Peter Schmitz

Geldautomaten müssen heute physischen und digitalen Bedrohungen standhalten. Von sprengen bis hacken reichen die Angriffe; Banken brauchen deshalb ganzheitliche Sicherheitskonzepte.
Geldautomaten müssen heute physischen und digitalen Bedrohungen standhalten. Von sprengen bis hacken reichen die Angriffe; Banken brauchen deshalb ganzheitliche Sicherheitskonzepte. (Bild: Pixabay / CC0)

Geldautomaten werden immer häufiger Ziele von physischen und digitalen Angriffen. Die Manipulationen, Angriffe und Betrugsversuche auf und über die Infrastruktur der Bankautomaten werden dabei immer ausgeklügelter und vielfältiger.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 58.000 Bankautomaten, die 2,1 Milliarden Abhebungen im Jahr abwickeln. Im Durchschnitt gibt jeder Automat 5,5 Millionen Euro im Laufe eines Jahres an Kunden aus. Kein Wunder also, dass Geldautomaten im Visier von Verbrechern stehen. Dabei werden Manipulation, Angriffe und Betrugsversuche auf und über die Infrastruktur der Bankautomaten immer ausgeklügelter und vielfältiger.

Aktuell werden Geldautomaten immer häufiger Gegenstand physischer Angriffe. Eine der Methoden, der sich Kriminelle bedienen, ist das Sprengen von Geldautomaten. Dabei gehen die Täter auf zwei Arten vor: Entweder mit außen am Gerät angebrachten Sprengsätzen oder mit Gas, das nach innen in den Automaten eingeleitet wird.

Neuere Geldautomaten halten solchen Angriffe stand, da sie mit sogenannten Ex-Gas-Tresoren ausgestattet sind. Selbst wenn der Geldautomat bei der Sprengung zerstört wird, kommen Angreifer nicht an den Inhalt des Safes. Für ältere Geldautomaten gibt es eine Reihe von Technologien und Maßnahmen, mit denen ein Raubzug erschwert werden kann. So wird mit Gegengas das eingeleitete Gas im Automaten neutralisiert oder mit Piezozündern durch viele kleine Zündungen verpufft.

Als wirksames Gegenmittel erweist sich auch der Einsatz von Farbpatronen, die die Geldscheine bei gewaltsamer Öffnung des Tresors einfärben und damit unbrauchbar machen sowie das Auslegen des Tresors mit Dämmmatten, die die Stärke der Explosion mindern sollen.

Eine Aufstellung von Geldautomaten in schlecht zu sichernden Bereichen gibt Kriminellen die Möglichkeit, an Kabel zu gelangen und so beispielsweise den PC des Automaten abzukoppeln und einen eigenen Rechner anzuschließen, die so genannte Black-Box. So können sie das Ausgabemodul direkt ansteuern und eine Auszahlung initiieren.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt sich die Verschlüsselung der Datenübertragung vom Gerät ins Netzwerk sowie die Kommunikation vom PC mit dem Ausgabemodul. Am System selbst sollte zusätzlich eine physische Authentifizierung der Geldausgabe implementiert werden, damit eine Auszahlung über betrügerische Kommandos verhindert wird.

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Nur in unsicheren Gegenden. Erst wenn die Kosten für die Schäden die Kosten für die...  lesen
posted am 22.11.2016 um 18:20 von ibw-oberhaching

Sind Farbpatronen und verschlüsselte Kommunikation nicht schon seit Jahrzehnten Standard?  lesen
posted am 22.11.2016 um 07:47 von Unregistriert


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