Angemerkt Nebel, Autobahn, UFO und Fahrerassistenzsystem

Redakteur: Kristin Rinortner

Tesla-Chef Elon Musk ist ein Visionär, auch beim autonomen Fahren ist er ein Vordenker. Beim Tesla-Assistenzsystem für autonomes Fahren kommt zukünftig ein Radarsystem zum Einsatz, das viele Hemmnisse beseitigen und „Goldene Zeiten“ für Hersteller von ADAS-Systemen bringen wird.

Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS: „Goldene Zeiten kommen für Hersteller von ADAS- Systemen wie Bosch, Continental, Autoliv, Magna und ZF TRW.“
Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS: „Goldene Zeiten kommen für Hersteller von ADAS- Systemen wie Bosch, Continental, Autoliv, Magna und ZF TRW.“
(Bild: Bild: VBM)

In der nächsten Version des Tesla-Assistenzsystems „Autopilot 8.0“, die in einigen Wochen mit tiefgreifenden Änderungen auf den Markt kommen soll, wird ein Radarsystem der zentrale Sensor des Autos. Radar-Daten hätten vielleicht auch den tödlichen Unfall im Mai vermieden, resümiert Musk. Jetzt könnte in dichtem Nebel ein UFO auf der Autobahn landen, es gäbe keine Kollision.

Auch andere Autobauer setzen auf Fahrerassistenzsysteme mit elektronischen „sense and see“-Funktionen. Hierbei geht es schon lange nicht mehr um Einparkassistenten, intelligente Tempomaten, Sicherheitsvorrichtungen, Tote-Winkel-Überwachung, Nachtsichtassistenten und Frontscheibenanzeige. Funktionen zum teilautonomen und autonomen Fahren wie Bremsen, Parken und Lenkung sind Stand der Technik.

Das Marktforschungsunternehmen Semicast prognostiziert einen Umsatz bei Fahrerassistenzsystemen von derzeit (2015) 3 auf 7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Das entspricht einer Wachstumsrate von fast 13 Prozent pro Jahr. Der Gesamtumsatz für Automotive-Controller soll bis 2022 auf etwa 86 Milliarden US-Dollar klettern, entsprechend einer Wachstumsrate von 7 Prozent (2015: 53 Milliarden US-Dollar). Damit zählen Fahrerassistenzsysteme zum am schnellsten wachsenden Bereich bei den Automotive-Mikrocontrollern.

Colin Barden, Chefanalyst von Semicast, erklärt: „Von der Elektronik her sind die notwendigen Grundbausteine für vollständig autonomes Fahren zur Stelle. Teslas Erfahrungen mit der Autopilot-Funktion haben dazu geführt, dass Fahrerassistenzsysteme vorerst eher in der Kategorie Fahrerassistenz als für autonomes Fahren gesetzt bleiben. Sicherheits-, Regulierungs- und rechtliche Fragen, die momentan die Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen beschränken, werden in der nächsten Dekade kontinuierlich behoben.“ Wir dürfen gespannt sein.

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