FINDER NASA-Radar erkennt Verschüttete unter neun Metern Geröll am Herzschlag

Redakteur: Peter Koller

Wenn Menschen bei Katastrophen unter eingestürzten Häusern begraben werden, zählt bei der Rettung jede Minute. Die NASA hat nun ein hochempfindliches portables Bodenradar entwickelt, das diesen Prozess massiv beschleunigen soll.

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Mit Hilfe des FINDER-Prototypen konnten Rettungskräfte bei Tests Verschüttete in neun Meter Entfernung orten.
Mit Hilfe des FINDER-Prototypen konnten Rettungskräfte bei Tests Verschüttete in neun Meter Entfernung orten.
(NASA)

Das System trägt den treffenden Namen FINDER (Finding Individuals for Disaster and Emergency Response) und wurde gemeinsam vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena und der US-Heimatschutzbehörde entwickelt. Es besteht aus einem robusten und leichten Plastikkoffer, in dem ein Mikrowellen-Radar eingebaut ist und einem Tablet-ähnlichen Handgerät zur Anzeige der Informationen.

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Mit FINDER, das in einem Auto-Kofferraum transportiert werden und bis 14 Stunden batteriebetrieben arbeiten kann, lässt sich der Herzschlag eines Menschen in einem Trümmerhaufen bis zu einer Entfernung von neun Metern orten.

Das Problem bei der Ortung von Verschütteten per Radar ist, dass die Kreuz und Quer übereinanderliegenden Trümmerteile sehr starke Störungen des Radarsignals verursachen. Die technologische Leistung des JPL bestand darin, komplexe Auswertungalgorithmen für die Radarsignale zu entwickeln. Den Ingenieuren gelang es, das System so sensibel zu machen, dass es zum Beispiel den Herzschlag von verschütteten Menschen von dem Tieren wie etwa Ratten unterscheiden kann.

Erste Tests mit einem Prototypen ergaben eine hohe Treffergenauigkeit. Voraussichtlich bereits im Frühjahr 2014 soll eine komerzielle Version des Geräts auf den Markt kommen.

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