Weltraumforschung NASA baut Grundstein für Asteroiden-Frühwarnsystem

Redakteur: Franz Graser

Der Meteoritenregen, der Mitte Februar über der russischen Stadt Tscheljabinsk niederging, zeigt: Die Gefährdung durch ein Bombardement aus dem All ist real. Das KaBoom-Projekt der NASA soll nun einen ersten Schritt zu einem Frühwarnsystem bilden.

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Selbst bei einer eigentlich ernsten Sache ist immer noch Raum für einen Scherz: Barry Geldzahler, wissenschaftlicher Leiter des KaBoom-Projekts der NASA, stützt das Radioteleskop.
Selbst bei einer eigentlich ernsten Sache ist immer noch Raum für einen Scherz: Barry Geldzahler, wissenschaftlicher Leiter des KaBoom-Projekts der NASA, stützt das Radioteleskop.
(Bild: NASA/Kennedy Space Center)

KaBoom steht für „Ka-Band Objects Observation and Monitoring Project“. Dahinter verbirgt sich ein Radar-Array, mit dem die Techniken entwickelt werden sollen, um erdnahe Objekte (Near Earth Objects - NEO) aus einer größeren Entfernung aufzuspüren, als dies bisher möglich war.

Dazu wurden beim Kennedy Space Center in Florida drei Radarantennen aufgestellt, die jeweils zwölf Meter breit sind und in einem Abstand von 60 Metern stehen. Die Antennen wurden erst im Februar 2013 fertiggestellt. Sie tasten dem Himmel im sogenannten Ka-Band ab, einem Frequenzbereich von 30 Gigahertz.

„Wir benutzen große Antennen, um stärkere Radarsignale auszusenden. Damit können wir Asteroiden verfolgen, die sich in einem größeren Abstand zur Erde befinden, als dies bisher möglich war“, sagte Barry Geldzahler, der wissenschaftliche Leiter des Projekts, gegenüber dem Wissenschafts-Blog Universe Today.

„Wir wollen die Größe der Asteroiden bestimmen, ihre Form und die Beschaffenheit ihrer Oberfläche. Wir wollen sehen, ob es sich eher um einen Haufen Kiesel handelt oder ob der Asteroid aus solidem Eisen besteht.“ Geldzahler weiter.

Laut Geldzahler können bisher lediglich Objekte verfolgt werden, die maximal 0,1 astronomische Einheiten von der Erde entfernt sind. Eine astronomische Einheit entspricht dem Abstand der Erde zur Sonne und beträgt 149 Millionen Kilometer. KaBoom soll Objekte aufspüren, die bis zu einer halben astronomischen Einheit von der Erde entfernt sind. Zudem sollen die Radarantennen eine bessere Auflösung der Objekte ermöglichen.

Im Unterschied zur NASA-Antenne im kalifornischen Goldstone soll der Antennen-Array in Florida die NEOs rund um die Uhr verfolgen. Goldstone kann dagegen nur zwei bis drei Prozent seiner Beobachtungszeit für die Verfolgung von Asteroiden zur Verfügung stellen. Ist das Projekt erfolgreich, dann soll KaBoom den Grundstein eines nationalen Frühwarnsystems bilden, das über mögliche Meteoriteneinschläge informieren kann.

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