Dünnste Hologramm-Lösung Nano-Hologramme für Smartphones und Wearables

Redakteur: Sebastian Gerstl

3D-Hologramme auf dem Smartphone sind bislang nur mit technischen Tricks möglich, um - meist mit zusätzlichen Aufbauten - Spiegelungen über den Mobilgeräten zu erzeugen. Forscher der australischen RMIT University tüfteln dagegen an Minilösungen, die sich direkt in Alltagsgeräte implementieren lassen.

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Dreidimensionale Hologramme auf Smartphones sollen sich künftig auch ohne zusätzliche Hilfsmitteln, sondern allein mittels innerhalb des Geräts implementierter Nanotechnologie, umsetzen lassen. Forscher der australischen RMIT University erarbeiten derzeit ein entsprechendes Konzept.
Dreidimensionale Hologramme auf Smartphones sollen sich künftig auch ohne zusätzliche Hilfsmitteln, sondern allein mittels innerhalb des Geräts implementierter Nanotechnologie, umsetzen lassen. Forscher der australischen RMIT University erarbeiten derzeit ein entsprechendes Konzept.
(Bild: RMIT University / YouTube)

Tausend Mal dünner als ein menschliches Haar ist das 3D-Hologramm, das ein australisch-chinesisches Forscherteam erzeugt hat. Das Nano-Hologramm sei das bislang dünnste überhaupt, einfach herzustellen und lasse sich ohne 3D-Brille betrachten, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Communications“. Ihre Entwicklung sei ein wichtiger Schritt dahin, Hologramme in Alltags-Elektronik wie Smartphones, Computer und Fernseher zu integrieren.

Mit holografischen Verfahren lassen sich Gegenstände dreidimensional abbilden. Der Betrachter kann ein aufgenommenes Bild - auch ein bewegtes - ohne spezielle 3D-Brille von allen Seiten betrachten und auch um es herumgehen. Der Trick besteht darin, die Wellenphase des Lichts zu verändern. Die Phase ist eine Angabe darüber, an welcher Stelle zwischen Wellental und Wellenberg sich eine Welle befindet. Durch gezielte Phasenverschiebungen ergibt sich ein dreidimensionaler Eindruck.

Hologramme lassen sich auch am Computer generieren. Die Forscher um Min Gu vom Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT, Australien) entwickelten diese Technologie nun einen entscheidenden Schritt weiter. „Konventionelle Computer-generierte Hologramme sind zu groß für elektronische Geräte, aber unser ultradünnes Hologramm überwindet diese Größenbegrenzungen“, erläutert Gu. Um das zu erreichen, nutzen die Forscher ein spezielles Material, welches die zur Herstellung der Nano-Hologramme nötige Phasenverschiebung verstärkt.

„Unser Nano-Hologramm wird zudem mit Hilfe eines schnellen und direkten Laser-Schreibsystems gefertigt", führt Gu weiter aus. „Dadurch ist unser Design auch geeignet für umfassenden Einsatz und Massenfertigung".

Die Forscher arbeiten jetzt an der Herstellung eines festen Dünnschichtmaterials, das auf einen LCD-Bildschirm aufgelegt werden kann und die Darstellung der Hologramme ermöglicht. „Die Integration von Hologrammen in Alltagselektronik würde die Bildschirm-Größe irrelevant werden lassen - mit einem Pop-up 3D-Hologramm lässt sich eine Fülle von Daten darstellen, die sonst nicht auf ein Telefon oder eine Uhr passen“, so Gu. Die Forscher sehen für die mobile 3D-Hologramme umfassende Anwendungsfelder, die von Datensicherung über Verteidigung, Security-Applikationen bis hin zu Bildung reichen.

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