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Nächster Mars-Rover: Mit 23 Augen auf der Suche nach Leben

| Redakteur: Michael Eckstein

2020 soll wieder ein Rover auf dem roten Planeten landen. Das verbesserte Modell wird mit 23 Kameras seine Umgebung erkunden – dieses Mal sogar in Farbe. Zum Vergleich: Der alte Sojourner von 1997 hatte gerade einmal drei Kameras an Bord.

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Mit 23 Augen sieht man mehr: Der Rover Mars 2020 wird mit mehr und besseren Kameras ausgestattet sein
Mit 23 Augen sieht man mehr: Der Rover Mars 2020 wird mit mehr und besseren Kameras ausgestattet sein
(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Was uns Menschen am meisten beeindruckt, sind Bilder. Daher war 1997 die erfolgreiche Landung der Pathfinder-Sonde auf dem Mars besonders spektakulär: Erstmals konnten wir sehen, wie die Oberfläche unseres Nachbarplaneten tatsächlich ausschaut. Aufgenommen von fünf Kameras: zwei auf dem Landemodul, drei auf dem Explorationsgefährt Sojourner. Zwar war die Auflösung mickrig und erste Bilder gab es nur in schwarz-weiß, trotzdem war die Begeisterung weltweit riesengroß.

Es folgten 2004 Spirit und Opportunity mit jeweils zehn Kameras. Der bislang letzte Rover mit dem Namen Curiosity landete am 6. August 2012 auf dem Mars. Er zieht seit mittlerweile über fünf Jahren seine Bahnen in der staubigen Marsoberfläche. Mit seinen 17 Kameras hat er weit mehr als 100.000 Fotos aufgenommen, allesamt mit bereits weit besserer Auflösung und Schärfe als die seiner Vorgänger. Darunter auch beeindruckende Nahaufnahmen.

Detailreichere Aufnahmen dank neuer Kameras

Daher dürfen wir die Bilder der nächsten Rover-Mission mit Spannung erwarten: Nach der Sojourner-Landung hat die Entwicklung von digitalen Bildsensoren erst so richtig Fahrt aufgenommen. Mittlerweile verfügen selbst einfache Smartphones – die es damals ebenso wenig gab wie schnelles Internet und eine Suchmaschine aus dem sonnigen Kalifornien namens Google, von Facebook, Twitter & Co ganz zu schweigen – über Kameras mit 8 MP und mehr.

Aktuelle Topgeräte haben sogar gleich zwei Bildchips an Bord und lösen über 20 Mio. Bildpunkte auf. Ihre Bildsensoren verfügen über Pixel mit nur 9 Mikrometer Durchmesser, und rechenstarke Visual Processing Units (VPUs) sorgen mit ausgefeilten Algorithmen für weitgehend rauschfreie Bilder.

Der neue Rover, den die NASA 2020 zum Mars befördern will, verfügt über 23 Hightech-Kameras. Diese sollen Panoramas und nahe Objekte in hoher Auflösung aufnehmen, die Atmosphäre erkunden und wissenschaftliche Instrumente unterstützen. Sie werden überwältigende Ansichten während des Landemanövers einfangen. Selbst im Innern des Rovers haben Ingenieure Bildsensoren angebracht. Diese sollen eingesammelte Proben fotografieren.

Die NASA unterteilt die Hightech-Augen des neuen Rovers in die drei Kategorien Descent Imaging Cameras, Engineering Cameras und Science Cameras. Hier eine Auswahl der Fotoinstrumente, die Ingenieure im Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien im und am Rover Mars 2020 montieren:

  • Enhanced Engineering Camera: Kamera mit hochauflösendem Farbsensor und besonders breiten Blickwinkel.
  • Mastcam-Z: Eine verbesserte Version der Mastcam des Curiosity-Rovers mit 3:1-Zoom und Stereoskopie-Funktion.
  • SuperCam Remote Micro-Imager (RMI): Gegenüber der ChemCam von Curiosity macht diese hochauflösende Kamera farbige Aufnahmen.
  • CacheCam: Diese Kamera macht im Bauch des Rovers hochauflösende Aufnahmen von Proben.
  • Anflug-, Sinkflug- und Landungskameras: Sechs auf die drei unterschiedlichen Abschnitte spezialisierte Kameras sollen unter anderem das erste Video eines sich öffnenden Bremsfallschirms in der Atmosphäre eines anderen Planeten machen.
  • Lander Vision System Camera: Diese Kamera unterstützt die Landung, die mithilfe der neuen umgebungsrelativen Navigationstechnologie erfolgt.
  • SkyCam: Zur Sammlung an Wetterinstrumenten zählt ein in himmelwärts gerichtete Kamera, die Wolkenformationen und atmosphärische Phänomene ablichten soll.

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