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Duracell Nachhaltigkeitsstrategien eines Batterieherstellers

| Redakteur: Thomas Kuther

In Deutschland kommen jährlich über eine Milliarde Batterien auf den Markt, die aufgrund der in ihnen enthaltenen Schadstoffen eine enorme Umweltbelastung darstellen. Nachhaltigkeitsaspekte aus Sicht eines Herstellers erläutert Markus Schubert, Senior MS&P Manager bei der Procter & Gamble-Tochter Duracell.

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Markus Schubert, Senior MS&P Manager bei Duracell D/A/CH: „Wir haben die Umweltwirkungen unserer Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus‘ analysiert und die Ergebnisse entsprechende Konsequenzen gezogen.“
Markus Schubert, Senior MS&P Manager bei Duracell D/A/CH: „Wir haben die Umweltwirkungen unserer Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus‘ analysiert und die Ergebnisse entsprechende Konsequenzen gezogen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Schubert, bereits Mitte 2006 wurde im EU-Amtsblatt die neue Batterierichtlinie 2006/66/EC veröffentlicht, die der Umweltbelastung durch Schadstoffe in Batterien entgegen wirken sollte. Was ist daraus geworden?

Markus Schubert: Ursprünglich sollte die neue EU-Richtlinie schon bis Ende September 2008 in nationale Gesetze umgesetzt werden, aber nur sieben Staaten hielten diese Frist ein. Auch in Deutschland hat sich die Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes verzögert, so dass vor Mitte 2009 mit keiner Neuregelung zu rechnen ist. Fest steht jedoch, dass das neue Gesetz, das die europarechtlichen Vorgaben wie Rücknahmequoten, Produktverbote und Kennzeichnungspflichten regelt, die bestehende deutsche Batterieverordnung über kurz oder lang ablösen wird.

Was bedeutet das konkret für Sie als Batteriehersteller und wie reagieren Sie darauf?

Große Batteriehersteller setzen die Vorgaben der Richtlinie bereits heute im Rahmen einer gezielten Nachhaltigkeitsstrategie strategisch um. Dabei nimmt Duracell eine Vorreiterrolle ein. So haben wir in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology ein Life Cycle Assessment der Batterien und Akkumulatoren durchgeführt. Unter einem Life Cycle Assessment, auch Ökobilanz genannt, versteht man die systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges von der Produktion über die Nutzungsphase bis hin zur Entsorgung sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse, beispielsweise die Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

Zu welchen Ergebnissen in Sachen Umweltbelastung kamen Sie denn bei dieser Betrachtung des Lebenswegs einer Batterie?

Für Batterien und Akkumulatoren identifiziert die Ökobilanz jeweils unterschiedliche Phasen, in denen die Umweltbelastung am stärksten ist. Für Batterien ist dies die Produktionsphase. Wir werden deshalb eine ganze Reihe von Verbesserungen in der Rohstoffverarbeitung, Optimierung der Herstellung- und Logistikprozesse sowie einer Reduktion der Verpackung vornehmen.

Kamen Sie bei der Analyse des Lebenszyklus’ von Akkus zu den gleichen Ergebnissen?

Nein, Akkus belasten die Umwelt in der Phase ihrer eigentlichen Nutzung am stärksten. Deshalb werden wir uns darauf konzentrieren, die energieeffizientesten Produkte am Markt anzubieten sowie die Energieeffizienz der Ladegräte verbessern, beispielsweise mit „Shut Off“ Funktionen im Erhaltungsladezustand.

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