Redox-Flow-Batterien Nachhaltige Batterietechnologie für die Energiewende

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Das deutsche Start-up Jena Batteries hat metallfreie Redox-Flow-Batterien als nachhaltige Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus für den stationären Stromspeichermarkt entwickelt.

Firmen zum Thema

Olaf Conrad (links) und Tobias Janoschka: wollen mit metallfreien Redox-Flow-Batterien grünen Strom rund um die Uhr verfügbar machen.
Olaf Conrad (links) und Tobias Janoschka: wollen mit metallfreien Redox-Flow-Batterien grünen Strom rund um die Uhr verfügbar machen.
(Bild: Jena Batteries)

Metallfreie Redox-Flow-Batterien werden als nachhaltiger und ressourcenschonender Energiespeicher grünen Strom aus Solar- und Windkraftanlagen rund um die Uhr verfügbar machen. Jena Batteries plant die Markteinführung dieser Speichertechnologie im laufenden Jahr.

Bei der metallfreien Redox-Flow-Batterie handelt es sich um wiederaufladbare Großbatteriemodule mit den Maßen eines Übersee-Containers. Mehrere solcher Module werden zu Stromspeicherstationen zusammengeschaltet. Von konventionellen Akkus unterscheidet sich die Technologie dadurch, dass die Energie nicht in festen Elektroden gespeichert wird, sondern in einem skalierbaren System aus Tanks und elektrochemischen Zellen.

Als Speichermedium dienen in diesem Fall keine Metalle, sondern metallfreie, so genannte organische Salze, die in Wasser aufgelöst und in Tanks gefüllt werden. Damit ist die Batterie nicht brennbar, sicher und von seltenen Rohstoffen unabhängig.

Metallfreie Flussbatterien nutzen simple Speicherstoffe

Mitgründer Dr. Tobias Janoschka fasst zusammen: „Metallfreie Flussbatterien nutzen simple Speicherstoffe, die in Europa hergestellt werden können. Wir senken damit die Importabhängigkeit in Zeiten knapper Ressourcen erheblich. Das Konzept ist flexibel einsetzbar und in zahlreichen Anwendungen, wie zum Beispiel der Pufferung von Solarstrom, der Netzstabilisierung oder auch in Ladestationen für die E-Mobilität eine echte Alternative zu Lithium-Akkus.“

Wert von Jena Batteries legt bei 238,7 Millionen Euro

Jena Batteries hat die jüngsten Entwicklungen zum Anlass für eine Bewertungsaktualisierung genommen. Als Experte für geistiges Eigentum ermittelte Dennemeyer Consulting in einer strukturierten und umfassenden Begutachtung des Patentportfolios, des aufgebauten Know-Hows und der Marke nach anerkannten Normen (DIN 77100, DIN ISO 10668, Institut der Wirtschaftsprüfer DW S5, International Valuation Standards Council IVS 210) einen Wert von 238,7 Mio. € (vor Steuern).

Es wurde festgestellt, dass die Güte der Patente ein sehr hohes Niveau hat. Diese Bewertung fällt in eine spannende Zeit für Jena Batteries. Geschäftsführer Dr. Olaf Conrad: „Jena Batteries ist es gelungen, eine vielversprechende Speichertechnologie aus dem Universitätslabor zu holen und zu einem revolutionären Produkt weiterzuentwickeln. Das Dennemeyer-Gutachten bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dieser durch eine solide Patentlandschaft gesichert werden konnte.“

Starkes Wachstum angestrebt

Ein 30-köpfiges Team arbeitet bei Jena Batteries an der Markteinführung, den ersten Batterieinstallationen mit Pilotkunden sowie der strategischen und operativen Weiterentwicklung.

Für die weitere Zukunft bietet der aktuelle Wachstumsmarkt eine perfekte Voraussetzung. In den nächsten drei Jahren wird das Team auf 140 Personen wachsen und die Produktionskapazität mit einer Batteriefabrik in Deutschland ausgeweitet. Hierfür strebt Jena Batteries Investitionen im zweistelligen Millionenbereich an, die in einer aktuellen Finanzierungsrunde auf dem Wege einer Kapitalerhöhung eingeworben werden sollen.

Die derzeitigen Hauptgesellschafter Wirthwein und Ranft Immobilien planen auch weiterhin das Unternehmen als Partner zu begleiten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:47319634)