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Nach welchen Kriterien Gerätehersteller Fertigungsdienstleister auswählen

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Zunehmend komplexe, dichtbestückte Baugruppen

Mit einem Röntgensystem prüft Ihlemann die verdeckten Lötstellen der BGAs, um das jeweilige Lötprofil optimal einzustellen (Archiv: Vogel Business Media)

Anspruchsvolle elektronische Steuerungen für Industrie, Kfz oder medizinische Geräte sind mit HDI- und Mikrovia-Leiterplatten mit hochpoligen ICs und kleinsten SMD-Bauelementen. Das Bestücken und Löten dieser Baugruppen ist eine besondere Herausforderung - hohe Qualität vorausgesetzt - und erfordert hocheffiziente und präzise Fertigungsanlagen sowie sehr viel Erfahrung des Fertigungspartners.

Ein Hersteller von Industrie-PCs und Embedded-Systemen stellt an seinen Fertigungspartner Ihlemann hohe Anforderungen. Der Leiter Materialwirtschaft: „Um im Wettbewerb bestehen zu können, entscheiden im Rahmen der High-End-Bestückung die höchste Qualität und Zuverlässigkeit des Dienstleisters. Um unsere Boards fehlerfrei fertigen zu können, muss der Dienstleister mit den neuesten Fertigungstechnologien arbeiten, über große Erfahrung mit komplexen Boards verfügen und mit den neuesten Verfahren bei der Verarbeitung von SMD-Bauteilen vertraut sein.“ Die Entwickler schätzen außerdem den Dialog mit den Fertigungsspezialisten über Fragen der Herstellbarkeit von Boards und wie die gewünschten Bauteile fertigungsgerecht auf der Leiterplatte platziert werden können.

EMS-Leistungen sind international vergleichbar

Der Hersteller von Industrie-PCs und Embedded-Systemen hat umfangreiche Erfahrungen mit externen Dienstleistern in Europa und Asien und arbeitet je nach Anforderung mit den passenden Dienstleistern zusammen. Aus seiner Sicht ist der Standort des Dienstleisters nachrangig. Alle Leistungen und Preise sind transparent und international vergleichbar und unterscheiden sich in Asien, Osteuropa oder Deutschland nur unwesentlich, da die Kosten für die moderne automatisierte Bestückung international gleich sind und geringere Standortkosten durch andere Effekte wie die Kommunikation oder Logistik wieder ausgeglichen werden.

Nicht nur der Preis ist wichtig

Eine Fertigung in Asien ist für die KEB kein Thema. Der Preis spielt zwar eine sehr große Rolle, um mit den eigenen Produkten wettbewerbsfähig zu bleiben - noch wichtiger sind aber die Qualität und die Flexibilität des Fremdfertigers. KEB hat hier mit der Ihlemann AG gute Erfahrungen gemacht. Der Vorteil ist das direkte Miteinander. Sehr große Fertiger sind aus Sicht der KEB dagegen zu unflexibel und zu umständlich.

Bernd Richter von der Ihlemann AG sieht die wirtschaftliche und preiswürdige Fertigung als Grundvoraussetzung, um am Markt bestehen zu können: „Darüber hinaus ist die Kundennähe für individuelle Services und kurze Reaktionszeiten maßgeblich. Notwendig ist der Blick für die gesamte Prozesskette, von der Entwicklung bis zum Versand. Zu den Differenzierungsmerkmalen im Wettbewerb rechne ich optimale Prozessabläufe, das technologische Know-how und moderne Fertigungsanlagen.“

*Martin Ortgies ist freier Journalist.

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