Nach dem Fitness-Kult kommen die Gesundheitsoffensiven

Redakteur: Kristin Rinortner

Mittlerweile werden die Begriffe IoT, IIoT oder auch Industrie 4.0 so inflationär verwendet, dass ich sie nicht mehr hören kann. Auch, weil sie oft Dinge bezeichnen, die schon seit Jahrzehnten unter einem anderen Namen bekannt sind.

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Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS: „Medizinische Diagnostik und Gesundheitsvorsorge mit Wearables wird in fünf Jahren etabliert sein – mit Hilfe der Analogtechnik.“
Kristin Rinortner, Redakteurin ELEKTRONIKPRAXIS: „Medizinische Diagnostik und Gesundheitsvorsorge mit Wearables wird in fünf Jahren etabliert sein – mit Hilfe der Analogtechnik.“
(Bild: VBM)

Seit kurzem taucht nun als weiteres Modewort IoMT – das Internet of Medical Things – auf. Die Überwachung von Vitalparametern kam bereits mit dem Thema Wearables auf, einem Massenmarkt, der ein immenses Potenzial verspricht. Entwicklungen wie bionisches Sehen, Geräuschunterdrückung oder Navigation für Sehbehinderte sind die logische Folge. Auch Gasdetektoren und UV-Sensoren als Pflaster sind hier zu nennen.

Das lässt sich fortführen bis hin zu Sensorik-unterstützten, taktilen Prothesen und Exoskeletten sowie digitalen Finger-Schnittstellen. Schnell ist man bei Asthma- und Herz-Kreislauf-Überwachung angelangt oder bei künstlichen Bauchspeicheldrüsen und Nieren im Miniaturformat zum Umschnallen. Einiges davon ist bereits Realität wie Fitbit Ionic, eine Smartwatch mit einem Glucose-Sensor oder der Gesundheits-Tracker von Google. Dr. McCoy vom Raumschiff Enterprise lässt grüßen.

Dem „Gesundheitsmarkt“ billigen die Analysten von Yole Développment eine jährliche Wachstumsrate von 16 Prozent bis 2022 zu (9 Milliarden US-$ 2016). Alle wichtigen Analog- und Mixed-Signal-Anbieter sind hier präsent. Beispiele sind der ADPD107, AFE4400 und MAX77650.

Vitalparameter wie Puls, Temperatur, Körperimpedanz, Blutsauerstoff oder Blutzucker lassen sich optisch oder elektrisch mit derartigen analogen Frontends messen. Die AFEs kombinieren erweiterte Sensorik, die analoge Signalkette, Treiber und die Vorverarbeitung in einem integrierten Chip, der drahtlos kommuniziert. Allen gemeinsam ist eine hohe Leistungsfähigkeit, minimaler Energieverbrauch, kleinste Baugrößen, wenig Gewicht sowie ein geringer Preis. Bis Jahresende darf man auf neue Bausteine gespannt sein, die den „Gesundheitsmarkt“ beflügeln.

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