Connected Living

Multimedia-Inhalte gemeinsam nutzen - zuhause und unterwegs

16.10.2006 | Autor / Redakteur: Menno Kleingeld* / Johann Wiesböck

Das Technologiekonzept für Connected Living von NXP ermöglicht den Unternehmen der Unterhaltungselektronik, Produkte auf den Markt zu bringen, die die Kundenwünsche nach einer leicht bedienbaren Lösung zur gemeinsamen Nutzung von Inhalten zuhause und unterwegs erfüllen.

Konvergenz und Konnektivität sind nach wie vor die treibenden Kräfte in der Unterhaltungselektronik. Elektronische Geräte besitzen heute größere Funktionalität, mehr Speicherplatz und ausgereiftere Kommunikationsfähigkeiten als je zuvor. Dadurch können Anwender Inhalte wie Audio, Video oder Bilder auf einer wachsenden Anzahl von Geräten aufnehmen, speichern und beliebig oft wiedergeben. In einem nächsten Schritt wird die einfache Übertragung solcher Inhalte zwischen mobilen Geräten, den stationären Geräten in der Wohnung und den Infotainment-Systemen im Auto wichtig. Inhalte können über Mobiltelefon und mobile Mediaplayer genauso einfach empfangen werden wie über TV und Hi-Fi-Anlage. Dafür ist eine nahtlose Vernetzung all dieser Geräte in einer Connected-Living-Umgebung nötig, wie sie NXP entwirft – einer Umgebung, in der sich Server-Geräte wie PVRs (Personal Video Recorder), DMAs (Digital Media Adapter), PCs, Set-Top-Boxen und mobile Geräte leicht miteinander verbinden lassen.

jederzeit und überall auf Informationen, Unterhaltungsangebote und Dienste zuzugreifenFür die Anwender bedeutet das, jederzeit und überall auf Informationen, Unterhaltungsangebote und Dienste zuzugreifen, sie zu speichern und mit anderen gemeinsam zu nutzen, egal ob live oder aufgezeichnet.

Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt meist nicht so einfach. Wenn der Anwender kein High-End-Equipment mit Wireless-Schnittstellen wie Bluetooth oder IEEE 802.11 (Wi-Fi) kauft, wird er mit einer Unmenge von Kabeln konfrontiert, die untereinander verbunden werden müssen. Selbst beim Erwerb von wireless-fähigen Produkten ist die Einrichtung der entsprechenden drahtlosen Verbindungen selten einfach.Doch nicht nur die Konnektivität sorgt für Probleme. Aufgrund der großen Bandbreite an Formaten, können Inhalte, die auf einem Gerät gespeichert sind, oft nicht auf einem anderen wiedergegeben werden. Und selbst wenn dies möglich ist, kommt es häufig zu Problemen, weil die Auflösung zwischen Inhalt und Wiedergabegerät schlecht abgestimmt ist.

Die Digital Living Network Alliance (DLNA www.dlna.org), eine Gruppe von rund 300 Unternehmen aus den Branchen Unterhaltungselektronik, Mobilgeräte und Computer, versucht, diese Probleme durch Interoperabilitäts-Richtlinien zu lösen (Bild 1).

Doch auch wenn eine Standardisierung für die Verbreitung und gemeinsame Nutzung von Inhalten erreicht ist, müssen Gerätehersteller – oder die Halbleiter-Unternehmen, die diese mit Chip-Lösungen versorgen – noch eine viel größere Palette an Konnektivitäts-Standards und Medienformaten bewältigen. Drahtlose Systeme wie Bluetooth, NFC (Nahfunktechnik, www.nfc-forum.org), UWB (Ultra-Wideband, www.uwbforum.org) und Wibree (www.wibree.com) werden weiterhin eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Inhalten spielen.

Neue Kompressionsstandards um begrenzte Bandbreiten ausschöpfenUnd es ist klar, dass in der Zukunft neue Kompressionsstandards entwickelt werden, um die begrenzten Bandbreiten der Datenübertragung möglichst optimal auszuschöpfen. Weil sie in dem bereits voll ausgeschöpften 2,4-GHz-ISM-Band betrieben werden, stoßen die bestehenden Wi-Fi-Lösungen an ihre Grenzen.Deshalb entwickeln NXP und seine Partner Lösungen auf 2,4-GHz- und 5-GHz-IEEE 802.11n-Basis, die Interferenzen von anderen Systemen vermeiden und bessere Leistungsqualität erreichen, die für die Verbreitung von HD (High-Definition)-Inhalten benötigt wird.

Die Vielzahl an drahtlosen Standards stellt eine Herausforderung für die Hersteller von Mobilgeräten dar. Da Mobiltelefone in einem Konvergenzprozess immer neue Funktionen wie Digitalkameras oder Mediaplayer erhalten, ist in den Telefonen weniger Platz für verschiedene drahtlose Transceiver und weniger Batterieleistung verfügbar, um diese zu versorgen.Wenn mehrere drahtlose Kommunikationskanäle gleichzeitig aktiv sein müssen, wird darüber hinaus die Sicherstellung eines funktionierenden Nebeneinanders durch die Zahl der erforderlichen, sich gegenseitig störenden Antennen erschwert.

Strom sparende, eingebettete Vektorprozessoren von NXPNXP arbeitet an der Lösung dieser Problematik und entwickelt Strom sparende, eingebettete Vektorprozessoren (EVPs), die eine Implementierung verschiedener Wireless-Modems in eine einzelne, über Software zu programmierende Modem-Einheit ermöglichen. Die Nexperia Home Entertainment Engines von NXP (Bild 2) verfolgen einen flexiblen programmierbaren Ansatz bei der Kompression von A/V-Formaten.

Die Nexperia-Chips in den neuesten IPTV-(Internet Protocol Television) und hybriden Set-Top-Box-Lösungen des Unternehmens können alle SD (Standard Definition)-Formate und verschiedene HD-Formate (zum Beispiel H.264 HD und VC1/WM9 HD) dekodieren und unterstützen gleichzeitig PVR- und Network Distribution-Funktionen. Sie sind in der Lage, die hoch entwickelten Algorithmen zur Bildoptimierung auszuführen, die zur Konvertierung von Videosignalen mit niedrigen Bitraten in Fernsehbilder hoher Qualität notwendig sind. Ähnliche Leistungsmerkmale besitzen die Nexperia-Chips in den LCD TV- und PC TV-Karten-Lösungen von NXP.

Durch die Vorteile von Stromspartechnologien erfüllen die Set-Top-Box-Lösungen von NXP außerdem die von vielen Regierungen geförderten Grundsätze der Energieeffizienz – ein Merkmal, bei dem PC-basierte Medienserver wahrscheinlich nicht mithalten werden können. Anstatt andere zentrale Medienserver zu ersetzen, werden diese stromsparenden „Wake-up on Demand“-Set-Top-Boxen wahrscheinlich als spezialisierte Server arbeiten, die jeweils ein Back-Up ihrer Inhalte auf einem zentralen Server erstellen, sobald dieser online geht.

Rrininzip der Maschenvernetzung mit mehreren Clients und ServernMit der wachsenden Speichergröße in portablen Mobilgeräten könnten in einigen Fällen sogar Mobiltelefone als Netzwerkserver dienen. Um das Problem zu lösen, dass nicht alle Server durchgehend online sind, greift das Prinzip der Maschenvernetzung mit mehreren Clients und Servern.Hier springen die Daten von Knoten zu Knoten, bevor sie das gewünschte Ziel erreichen. Maschennetzwerke könnten es sogar ermöglichen, dass Ressourcen in einem Gerät von einem anderen genutzt werden können. So könnte zum Beispiel ein PVR, bei dem gerade alle Empfänger belegt sind, auf einen freien Empfänger in einer Set-Top-Box zugreifen, um einen zusätzlichen Kanal aufzuzeichnen.

Solche Systeme sollten eindeutig auf offenen Standards wie den von der DLNA bereits vorgestellten (Bild 3) aufsetzen. Um ein vielseitiges Angebot an Funktionalität innerhalb der verbundenen Geräte zu ermöglichen, sollten die Chip-Anbieter ihre Produkte auch mit Open-Source-Entwicklungsplattformen unterstützen. NXP unterstützt die Referenzdesigns seiner Set-Top-Boxen sowohl mit Linux als auch mit Microsoft Windows CE.

Anwender muss die Geräte einfach nutzen und konfigurieren können

Neben der Ermöglichung direkter Kommunikation zwischen den Geräten und dem damit verbundenen Erlebniswert wird es aber auch notwendig sein, dem Anwender einen einfachen Weg zu Konfiguration und Nutzung dieser Geräte und Netze zu eröffnen.Hier könnten drahtlose Kommunikationsstandards des Nahfunks wie NFC eine Rolle spielen, entweder indem sie den direkten Austausch von Konfigurationsinformationen zwischen Geräten erlauben oder indem sie die Verwendung von NFC Smartcards ermöglichen.Auf einer Smartcard, die mit der sicheren Version von NFC ausgestattet ist, könnten sogar die DRM-Lizenzen (Digital Rights Management) eines Anwenders gespeichert werden, sowie sichere Zahlungsinformationen und Nutzerpräferenzen. Im Bereich sichere Zahlungsabwicklung arbeitet NXP bereits mit großen Kreditkarteninstituten in Feldversuchen zusammen.

NXP, Tel. +31(0)40 2746328

*Menno Kleingeld ist Marketing Director bei NXP Semiconductors in Eindhoven

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