Projekt BinCam Mülleimer-Kamera stellt Recycling-Sünder an den Facebook-Pranger

Redakteur: Peter Koller

BinCam nennt sich ein britisch-deutsches Forschungsprojekt zur Steuerung des Recycling-Verhaltens. Wer beim Müll schludert, landet ganz fix am Facebook-Pranger.

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BinCam ist ein Projekt von Studenten der Universitäten Newcastle und Lincoln in Großbritannien sowie der Universität Duisburg-Essen in Deutschland.

Dabei wird ein gewöhnlicher Küchenmülleimer mit einem Smartphone – konkret einem SonyEricsson Xperia X10 Mini – im Deckel ausgestattet.

Durch den Beschleunigungssensor im Smartphone wird nach jedem Öffnen des Deckels die Kamera ausgelöst. Das Foto des eingeworfenen Mülls wird per Datenfunk an einen Server übermittelt und mit Hilfe von Amazons Crowdsourding-Dienst Mechanical Turk in Bezug auf die weggeworfenen Gegenstände ausgewertet. Das Ergebnis – richtiger Müll oder falscher Müll – wird in symbolischer Form in einer Facebook-App gepostet.

Dadurch soll zum einen beim Benutzer selbst das Bewusstsein für ein recycling-orientiertes Müll-Verhalten geweckt werden. Bei entsprechender Freigabe der Daten soll zum anderen auch der soziale Druck in dem Netzwerk dazu beitragen.

Allerdings wollen die Studenten diesen Aspekt nicht zu ernst verstanden wissen: "Natürlich gibt es da ein "Schande-über-Dich"-Element in dem Experiment, aber insgesamt soll es mehr auf eine unterhaltsame als beschuldigende Art Bewusstsein für die richtige Mülltrennung wecken", sagt die Projektleiterin Anja Thieme.

Dementsprechend haben sich die Wissenschaftler in ihrem das Projekt BinCam beschreibenden Artikel durchaus auch Gedanken über Datenschutz und Privatsphäre gemacht. Sie schlagen daher vor, statt die Facebook-Accounts realer Personen zu verwenden, doch lieber den Mülleimern eine eigene Facebook-Identität zu geben.

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