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Firefox OS Mozilla beendet die Smartphone-Entwicklung

| Autor: Sebastian Gerstl

Experiment gescheitert: Mozilla wollte offene, flexible und günstige Smartphones mit dem Open-Source-Betriebssystem Firefox OS unter die Massen bringen. Nun werden Entwicklung und Verkauf der Geräte eingestellt.

Deckel drauf und Schluss: Nach etwas mehr als zwei Jahren stellt Mozilla die Entwicklung und Produktion von Smartphones mit Firefox OS ein (im Bild: Geeksphone Peak von 2013).
Deckel drauf und Schluss: Nach etwas mehr als zwei Jahren stellt Mozilla die Entwicklung und Produktion von Smartphones mit Firefox OS ein (im Bild: Geeksphone Peak von 2013).
(Bild: VBM-Archiv)

Mit Smartphones auf Basis des hauseigenen, offenen und browsergestützten Betriebssystems Firefox OS wollte Mozilla ab 2013 in den Mobilmarkt drängen. Etwas mehr als zwei Jahre nach Erscheinen der ersten Geräte gab nun Senior Vice President of Connected Devices Ari Jaaksi gestern auf der Entwicklerkonferenz Mozlando bekannt, dass Mozilla Entwicklung und Verkauf der Smartphones einstellen wird.

„Firefox OS hat die Flexibilität des Webs unter Beweis gestellt, skaliert von Low-End-Smartphones bis hin zu HDTVs,“ wird Jaaksi auf der US-Seite Techcrunch zitiert. „Aber wir waren nicht in der Lage, die bestmögliche Userexperience anzubieten, und werden daher das Angebot an Firefox-OS-Smartphones einstellen.“

Firefox OS ist ein leichtgewichtiges, auf einem Linux-Kernel und Mozillas Browser-Engine Gecko aufbauendes Betriebssystem. Anwendungen für das System stützen sich auf Webtechniken wie HTML5 und Javascript, was einen schnellen Betrieb auch auf schwächerer Hardware gewährleisten sollte.

2012 erstmals angekündigt und ab 2013 in ersten Geräten verfügbar (EP publizierte den Test eines der ersten Geräte im Juni 2013), zielten die Firefox-OS-basierten Smartphones in erster Linie auf weniger erschlossene Nebenmärkte oder Schwellenländer wie China oder Brasilien ab. Selbst dort liefen die Verkäufe allerdings schleppend. Auf den wenigen erschienenen Geräten war von der versprochenen hohen Performanz in der Praxis wenig zu spüren: Schwache Hardware und geringer Support durch ausschließlich auf Web-Techniken gestützte, wenig optimierte Apps sorgten dafür, dass Firefox-OS-Smartphones selbst in Nischenmärkten nur ein Schattendasein führten.

Das Aus für die Geräte nach etwas mehr als zwei Jahren kommt daher wenig überraschend.Das Betriebssystem Firefox OS wird allerdings wohl in der einen oder anderen Form weiter bestehen bleiben, da es sich um ein quelloffenes System handelt. Vollständig aus dem Gerätemarkt möchte sich Mozilla allerdings anscheinend noch nicht zurückziehen: „Wir werden in Kürze mehr über unsere Arbeit und neue Experimente im Bereich der Connected Devices bekanntgeben,“ kündigte Jaaksi an.

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