Oszilloskop und Datenrekorder Modular und ein verbessertes Datenmanagement

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Seinen ScopeCorder DL950 bietet Yokogawa jetzt in der vierten Generation an. Es stehen bis zu 160 isolierte Kanäle bereit und eine Software, die verschiedene Messgeräte untereinander zeitlich synchronisiert.

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Der ScopeCorder DL950 von Yokogawa in der vierten Generation.
Der ScopeCorder DL950 von Yokogawa in der vierten Generation.
(Bild: Yokogawa)

Seit 24 Jahren bietet Yokogawa mit dem ScopeCorder eine Kombination aus einem Oszilloskop und einem Rekorder an. Begonnen hatte es im Jahr 1997 mit dem DL708/DL716 in der ersten Generation. Mit dem DL950 präsentiert das Messtechnik-Unternehmen seine vierte Generation. Das Messegerät knüpft an die Funktionen der Serie DL850E an.

Im neuen ScopeCorder ist ein Erfassungsspeicher von bis zu 8 GigaPunkten verbaut und eine Abtastrate von bis zu 200 MS/s bei einer vertikalen Auflösung von 14 Bit im Vergleich zu 100 MS/s und 12 Bit bei der Serie DL850E. Somit sind mehr Details auf dem Messsignal möglich. Dank des modulare Aufbaus des Messgeräts stehen bis zu 32 analoge oder bis zu 128 digitale Kanäle zur Verfügung.

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Eine Besonderheit des Messgerätes ist die Funktion DualCapture: Sie kombiniert die Langzeiterfassung eines Rekorders mit der hohen Abtastrate und Triggerfunktion eines Oszilloskops. Entwickler können transiente Ereignisse mit vielen Kurvendetails analysieren und mehrere Messkanäle über lange Zeiträume beobachten.

Datenerfassung mit fünf Varianten

Der DL950 bietet fünf Varianten für die Datenerfassung an, sodann sich Anwender die beste Methode für die entsprechende Messaufgabe auswählen können. Zur Auswahl steht die normale Erfassung in den schnellen internen Erfassungsspeicher, die Aufzeichnung in den Flash-Speicher (folgt in Kürze), das Streamen auf die interne Festplatte (optional SSD) sowie die Möglichkeit des Echtzeit-Streamens direkt auf den PC über eine Standard-Ethernet-Schnittstelle oder über eine optionale Ethernet-Schnittstelle mit 10 GBit.

Das PC-Streaming bietet den Vorteil, das während der laufenden Messung die Messsignale mit bis zu 160 MBit/s auf einen PC gestreamt werden können. Die Menge der Daten ist abhängig von der Speichergröße es PC. Über die Ethernet-Schnittstelle mit 10 GBit/ lassen sich die Messdaten mit der 50-fachen Geschwindigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell auf einen PC übertragen. Für die Übertragung ist die Option /C60, SFP+-Module, ein Glasfaserkabel und die neu entwickelte Software IS8000 notwendig (siehe Kasten am Ende).

Die verschiedenen Speichermöglichkeiten

Es lassen sich bis zu fünf Geräte des DL950 untereinander synchronisieren.
Es lassen sich bis zu fünf Geräte des DL950 untereinander synchronisieren.
(Bild: Yokogawa)

Verschiedene Arten, die Messdaten aufzuzeichnen.
Verschiedene Arten, die Messdaten aufzuzeichnen.
(Bild: Yokogawa)

In Kürze soll der ScopeCorder DL950 über einen nichtflüchtigen Flash-Speicher verfügen, damit unabhängig Messdaten, beispielsweise während der Erprobung im Fahrzeug oder einem Kraftwerk, erfasst werden können und anschließend im Labor oder Büro als Messdatei gespeichert und analysiert werden können. Mit dem Flash-Speicher können 8 Kanäle mit 20 MS/s oder 16 Kanäle mit 10 MS/s für die Langzeitbetrachtung erfasst werden.

Eine optionale SSD mit 512 GByte kann Messdaten von bis zu 50 Tagen erfassen. Je nach Abtastrate und Kanalanzahl können bis zu fünf Stunden mit 2 MS/s über einen Kanal oder 20 Stunden mit 200 kS/s über 16 Kanäle aufgezeichnet werden. Die DualCapture-Ereignisse legt der DL950 auf Wunsch mit ab. Das ist bei Dauertests für die Langzeitqualität von Fahrzeugen und -komponenten nützlich, wenn beispielsweise unvorhergesehene transiente Störungen auftreten.

Video: Der ScopeCorder DL950 im Einsatz

Bis zu 21 verschiedene Eingangsmodule

Vergleich der Funktionen zwischen DL850E(V) mit dem DL950...
Vergleich der Funktionen zwischen DL850E(V) mit dem DL950...
(Bild: Yokogawa)

... und Funktionen/Eigenschaften, die neu hinzugekommen sind.
... und Funktionen/Eigenschaften, die neu hinzugekommen sind.
(Bild: Yokogawa)

Dem Messtechniker stehen 21 verschiedene Eingangsmodule zur Verfügung. Dazu gehören isolierte Module mit vertikalen Auflösungen von 12, 14 und 16 Bit für Spannung, Temperatur, Beschleunigung, Dehnung, Frequenz sowie Module, um serielle Busse zu dekodieren. Außerdem unterstützt der DL950 alle Module es Vorgängermodells DL850E.

Mit der Option /C50 lassen sich bis zu fünf DL950 über SFP-Module und einem Glasfaserkabel synchronisieren. Damit können bis zu 160 Spannungs-Kanäle gemessen werden. Wird das 16-Kanal-Scanner-Modul integriert, sind sogar bis zu 640 Temperatur-Kanäle möglich. Die Zeitachse, der Trigger als auch Start und Stopp einer Messung werden synchronisiert.

Zum Bedienen ist das Messgerät mit einem Touchscreen von 12,1 Zoll ausgestattet. Alle Funktionen lassen sich neben den mechanischen Knöpfen über das Display bedienen. Die Offline-Analysen der Messdaten erfolgen über die integrierte Software IS8000. Zusätzlich kann der ScopeCorder aus der Ferne bedient werden. Damit kann der Anwender außerhalb eines Prüfstandes oder aus dem Homeoffice auf das Messgerät zugreifen.

Die Software integriert zusätzlich die Leistungsanalysatoren sowie die Oszilloskope, womit sich alle Messdaten sowohl zusammenhängend betrachten und verschiedene Gerätetypen über die Master-Funktion IEEE 1518 PTP zeit-synchronisieren lassen.

Software-Tool IS8000

Die unterschiedliche Software auf Oszilloskop, Leistungsanalysator und ScopeCorder wird mit der Software IS8000 vereint. Damit entsteht eine multifunktionale Plattform sowie eine einheitliche Bedienoberfläche, um Messdaten zu öffnen, zu analysieren oder die Geräte aus der Ferne zu steuern. Außerdem ist es beispielsweise mit dem Leistungsanalysator WT5000 und dem ScopeCorder DL950 möglich, über den Standard IEEE1588 beide Geräte zeitlich zu synchronisieren und die Messdaten auf einer gemeinsamen Zeitachse darzustellen.

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