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Mobiler Netzzugang Modem soll Webnutzung in Afrika revolutionieren

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Die kenianische Non-Profit-Softwareschmiede Ushahidi hat ein neues Hardwareprodukt vorgestellt, das die Internetnutzung in Afrika revolutionieren soll. Es handelt sich dabei um ein Modem mit der Bezeichnung BRCK. Das Besondere daran: Das Gerät ist mit einem äußerst robusten Gehäuse und einer ganzen Reihe unterschiedlicher Verbindungsoptionen ausgestattet, die dafür sorgen, dass der User auch bei abrupten Netzausfällen online bleiben kann.

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(Bild: Ushahidi)

„Afrika nimmt zwar einerseits längst an der digitalen Revolution teil und Handys sind allgegenwärtig. Andererseits sind die Internetverbindungen nicht immer verlässlich und die Kosten für einen schnellen Zugang sehr hoch“, erklärt Ushahidi-Direktorin Juliana Rotich. So komme es nicht selten vor, dass User online gehen und ein plötzlicher Stromausfall auf einmal nicht nur das Licht im Haus, sondern auch das Web in die Knie zwinge.

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„Warum verwenden wir Technologien, die eigentlich für London oder Los Angeles entwickelt worden sind, wenn wir doch in Nairobi oder Neu Dehli leben? Wir müssen unsere eigene Hardware entwerfen, die unseren speziellen Bedürfnissen gerecht wird“, so Rotich weiter.

Mehrere verfügbare Kanäle

Die Funktionsweise von BRCK ist im Grunde nicht unbedingt neu, sondern erinnert stark an jenes technologische System, das etwa auch Smartphones automatisch zwischen unterschiedlichen Internet-Verbindungsarten hin- und herwechseln lässt. Sobald die Standardverbindung über Netzwerkkabel kein Signal mehr empfangen kann, switcht die Hardware auf andere verfügbare WLAN- oder 3G-Kanäle. Der User hat auch die Möglichkeit, eine SIM-Karte in das Gerät einzulegen, um über in Reichweite befindliche Handymasten ins Web einzusteigen.

Spezielle Antenne erhöht die Signalstärke deutlich

Für besonders abgelegene Regionen, wo sogar Mobilfunknetze den Dienst verweigern, bietet BRCK zudem eine spezielle Antenne, die die Signalstärke deutlich erhöhen soll. In Zukunft soll laut den Ushahidi-Entwicklern auch die mögliche Verbindung über Satelliten geprüft und erschlossen werden. Für den praktischen Gebrauch unterwegs hat das Modem in seinem Inneren eine Batterie verbaut, die laut Herstellerangaben acht Stunden Laufzeit garantieren soll. Der Zugriff und die Konfiguration erfolgen über eine Cloud-basierte Software.

Desaströse Infrastruktursituation

In Entwicklungsländern wie Kenia, dem Kongo oder Uganda fehlt es außerhalb der Ballungszentren oft an grundsätzlicher Versorgung. Dies betrifft neben Einrichtungen wie Fließwasser, Schulen oder Krankenstationen auch die Stromversorgung. Selbst wenn eine Community über einen Anschluss an das Netz verfügt, so ist die Versorgungsqualität in der Regel schlecht und beeinträchtigt von Schwankungen und häufigen Ausfällen.

Mit BRCK, das laut Hersteller ab November für 199 US-$ (rund 150 €) erhältlich sein soll, und anderen speziell auf diese Region zugeschnittenen Lösungen wie etwa der Off-Grid-Batterie „ReadySet“ könnte die teilweise desaströse Infrastruktursituation bald deutlich verbessert werden.

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