Serviceroboter Mobiler Notfallassistent »MobiNa« hilft im Haushalt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein kleiner mobiler Roboter, der als Kommunikationssystem dient, als Tablet-Computer oder Videotelefoniefunktion. Das System soll ältere Menschen in ihrem Wohnumfeld unterstützen.

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Mobiler Notfallassistent im Haushalt: Der selbstständig navigierende Serviceroboter "MobiNa" dienst unter anderem als Kommunikationssystem
Mobiler Notfallassistent im Haushalt: Der selbstständig navigierende Serviceroboter "MobiNa" dienst unter anderem als Kommunikationssystem
(Fraunhofer IPA)

Ein mobiles Notfallassistenzsystem, das einen selbständig navigierenden interaktiven Serviceroboter mit einem stationären Sensorsystem koppelt, um älteren und gebrechlichen Menschen mit Unterstützung von außen ein längeres Leben mit höherer Qualität im eigenen Heim zu ermöglichen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA stellt diese Lösung für den Notfalldienst von morgen vor.

Seither haben die Fraunhofer-Forscher das System einen großen Schritt weiter in Richtung Markt- und Serientauglichkeit entwickelt: »MobiNa« ist kleiner und beweglicher geworden und dient seinem Besitzer nicht nur als zuverlässiger Helfer in Notsituationen, sondern als überall und jederzeit verfügbares mobiles Kommunikationssystem – auf einer robusten und einfachen Plattform, die kostengünstig reproduziert werden kann.

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Auch mal mit den Enkeln skypen

»MobiNa ist als mobiles Kommunikationssystem gedacht, das in der Preisklasse anspruchsvoller Unterhaltungselektronik oder eines höherwertigen Roboterstaubsaugers für jeden, der es braucht, erschwinglich wird«, sagt Dr. Birgit Graf, Gruppenleiterin Haushalts- und Assistenzrobotik am Fraunhofer IPA. Im Alltag dient »MobiNa« als »Tablet-Computer auf Rädern« mit Videotelefonie-Funktion, mit dem man auch mal mit den Enkeln skypen oder sich an die Medikamenteneinnahme erinnern lassen kann; im Notfall prüft der mobile Assistent, der in Verbindung mit einem in der Wohnung installierten stationären Sensor- und Kamerasystem arbeitet, die Lage und nimmt bei Bedarf selbständig Kontakt zu einer Notfallzentrale auf.

Keine überflüssigen Notrufe

Gegenüber bisher üblichen Hausnotrufsystemen bietet ein mobiles Kommunikationssystem wie »MobiNa« klare Vorteile, erläutert Ralf Simon King, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Haushalts- und Assistenzrobotik am Fraunhofer IPA und verantwortlicher Produktgestalter von MobiNa. Einen konventionellen Notrufknopf muss der Benutzer ständig mitführen. Dagegen prüft das System zuerst selbsttätig, wenn die Lage des hilfebedürftigen Menschen unklar ist, und stellt gegebenenfalls per Videotelefon sofort Kontakt zu einem menschlichen Ansprechpartner in der Notrufzentrale her, der die Situation einschätzen, Zuspruch geben und in kritischen Fällen einen Notdienst alarmieren kann.

Notfallsystem verfügt über LED-Licht

An der Qualität der zur Verfügung gestellten Funktionen wurden keine Abstriche gemacht. Der intuitiven Interaktion mit dem Roboter wurde dabei eine besondere Bedeutung zugemessen: Das Display ist neigbar, an zwei Handgriffen kann man ihn bei Bedarf auch mal auf die Seite stellen. Außerdem verfügt der Notfallassistent über eine LED-Licht-Anzeige, mit der er seinen Status signalisiert, wenn er beispielsweise ein Problem erkannt hat. Für den Fall, dass er nachts eingreifen muss, kann er dem Benutzer damit Licht spenden und damit den zugeschalteten Servicemitarbeitern die Sicherheit geben, die Situation besser einschätzen zu können.

Die Fraunhofer-Forscher suchen derzeit nach interessierten Firmen als Kooperationspartner für die Entwicklung des »MobiNa« zur Serienreife. Umfangreiche Labortests wurden hierzu bereits durchgeführt, Testreihen in realistischen Anwendungssituationen werden als nächstes folgen, um eine benutzerzentrierte und den Anforderungen der Praxis entsprechende Produktentwicklung sicher zu stellen.

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