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Mitarbeiter verursachen fast die Hälfte aller Cybersecurity-Vorfälle

Redakteur: Katharina Juschkat

Ein herrenloser USB-Stick kann zur Gefahr für ein ganzes Unternehmen werden – nur wissen davon viele Mitarbeiter nichts. Eine Kaspersky-Studie enthüllt, dass Mitarbeiter das größte Risiko für Cybersecurity sind. Außerdem fatal: In zwei von fünf Unternehmen vertuschen Mitarbeiter die Vorfälle.

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Ein ahnungsloser Mitarbeiter ist das größte Cybersecurityrisiko für ein Unternehmen – vor allem, wenn er seine Fehler vertuscht.
Ein ahnungsloser Mitarbeiter ist das größte Cybersecurityrisiko für ein Unternehmen – vor allem, wenn er seine Fehler vertuscht.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Mitarbeiter sind eines der größten Cybersicherheitsrisiken für Organisationen. Das zeigt jetzt eine weltweit durchgeführte Studie von Kaspersky Lab, die herausfand, dass 46 Prozent aller Cybersicherheitsvorfälle von Mitarbeitern verursacht werden.

Gerade gezielte Attacken haben es oftmals auf die mangelnde Sorgfalt oder Aufmerksamkeit der Mitarbeiter abgesehen. Der Grund: Mitarbeiter sind das am leichtesten zu überwindende Einfallstor für hochtechnisierte und spezialisierte Angriffe auf Unternehmen.

„Mitarbeiter öffnen Kriminellen die Türen“

Laut der Studie von Kaspersky Lab wurden im vergangenen Jahr 28 Prozent aller zielgerichteten Attacken über Phishing beziehungsweise Social Engineering durchgeführt. Ein Beispiel dafür sind Spam-Mails: Öffnet ein sorgloser Buchhalter eine E-Mail, die eine schädliche Datei zum Beispiel als Rechnung eines Lieferanten tarnt, kann das Unternehmensnetzwerk bereits infiziert sein.

„Mitarbeiter öffnen Cyberkriminellen oftmals die Türen zur Infrastruktur eines Unternehmens“, erklärt David Jacoby, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab. „Das Angriffsspektrum reicht von Phishing-Mails über zu schwache Passwörter bis zu vermeintlichen Anrufen des IT-Supports. Eine weitere Masche sind scheinbar verlorene und kompromittierte Speicherkarten, die gezielt auf dem Firmenparkplatz oder im Sekretariat platziert und dann von gutmeinenden Kollegen gefunden und ausgelesen werden.“

40 Prozent der Mitarbeiter vertuschen den Vorfall

Aus Angst vor möglichen Konsequenzen halten sich Mitarbeiter bei der Meldung von Cybersicherheitsvorfällen zurück – laut der Kaspersky-Studie geschieht dies bei 40 Prozent der Unternehmen. Die Folgen sind gravierend, denn Sicherheitsexperten müssen Cybersicherheitsvorfälle so schnell wie möglich identifizieren, um sie adäquat bekämpfen zu können. Statt mit strengen Regeln und Konsequenzen zu drohen, sollten Unternehmen daher die Aufmerksamkeit und den Kooperationswillen fördern.

Slava Borilin, Security Education Program Manager bei Kaspersky Lab, erklärt: „Cybersicherheit ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch eine Frage der Unternehmenskultur. Das sollte auch dem Top-Management und den Personalabteilungen bewusst sein.“

Wenn Mitarbeiter Vorfälle vertuschen, habe das gute Gründe: zu strenge oder auch unklare Richtlinien, zu viel Druck oder die Suche nach Schuldigen. Das alles bringe Mitarbeiter dazu, aus Angst die Wahrheit zu vertuschen. Weit bessere Ergebnisse bringen eine positive Kultur der Cybersicherheit, die auf Awareness-Bildung und Informationsfluss setzt und von der Unternehmensleitung vorgelebt wird.

Kombination aus personellen und technischen Maßnahmen hilft

Unternehmen wissen inzwischen um die Bedeutung der Mitarbeiter für ihre Sicherheit. Jedes Zweite (52 Prozent) sieht im Personal das schwächste Glied der IT-Sicherheitskette und jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) möchte aus diesem Grund Weiterbildungsmaßnahmen durchführen. Das ist die zweithäufigste Maßnahme für mehr Sicherheit nach dem Einsatz besserer Software (43 Prozent).

Der Königsweg für die Vermeidung von menschlichen Cybersicherheitsfehlern liegt laut Kaspersky in der Kombination von technischen und personellen Maßnahmen:

  • Personelle Maßnahmen: Sicherheitstrainings, klar und knapp formulierte Richtlinien, Weiterbildungs- und Motivationsmaßnahmen sowie ein positives Betriebsklima.
  • Technologische Lösungen: Über Endpoint-Sicherheitslösungen lassen sich menschliche Fehler von Mitarbeitern eindämmen. Über vorkonfigurierte Schutzmaßnahmen und erweiterte Sicherheitseinstellungen können hierbei auch spezielle Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Konzernen berücksichtigt werden.

Die Studie wurde von B2B International im Auftrag von Kaspersky Lab durchgeführt. Dazu wurden weltweit mehr als 5.000 Unternehmen befragt.

Der Beitrag wurde von unserem Schwesterportal elektrotechnik.de übernommen.

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