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Mit spezialisierten Leuchten gegen billige LED-Massenware

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Gegen die meist billigen LED-Leuchten aus Fernost oder von großen LED-Herstellern haben kleine, spezialisierte Unternehmen kaum eine Chance. Wie ein KMU im LED-Markt trotzdem erfolgreich sein kann, zeigt unser Beispiel.

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Kundenspezifische LED-Module: Um auf dem hart umkämpften Markt der LED-Beleuchtung eine Chance zu haben, müssen sich Hersteller spezialisieren. Das Bild zeigt einen kombinierten High-Speed 4-fach-Kopf mit Lotpasten-Jetter.
Kundenspezifische LED-Module: Um auf dem hart umkämpften Markt der LED-Beleuchtung eine Chance zu haben, müssen sich Hersteller spezialisieren. Das Bild zeigt einen kombinierten High-Speed 4-fach-Kopf mit Lotpasten-Jetter.
(Bild: Essemtec)

Die LED-Technik gehört zu den größten Wachstumsbranchen in der Elektronik. Experten gehen von aktuellen Marktprognosen aus, die ein Wachstum von über 33 Mrd. US-$ im Jahr 2019 vorhersagen. Im Jahr 2017 hatte die LED-Technik einen Anteil von 22% beim künstlichen Licht. Bis zum Jahr 2022 wird ein Anstieg auf 63% erwartet.

Nun könnte man glauben, dass dies für alle Teilnehmer in diesem Marktsegment ein großes Geschäft ist. Allerdings ist das nur bedingt richtig, denn die Preise für LED-Lampen haben sich in den letzten zwei Jahren mehr als halbiert. Vor allem europäische KMUs in der LED-Branche sind hier stark betroffen und müssen Überlebensstrategien entwickeln. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Firmen in diesem schwierigen Geschäft ist M.A.L. Effekt aus Bebra, Deutschland. Mit knapp 75 Mitarbeitern entwickeln und bauen die Mitarbeiter seit den ersten Stunden der LED technisch hochversierte LED-Beleuchtungsanwendungen. Die Frage ist, wie kann sich eine so kleine Firma in diesem globalen Wettbewerb behaupten?

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Von der Schaltung bis zum Kühlkörper

Dazu sprachen wir mit Markus Vockenrotht: „Es hat überhaupt keinen Sinn, preislich gegen Asien und Großkonzerne anzutreten. Als OEM und EMS haben wir uns auf kundenspezifische Komplettlösungen spezialisiert. Dabei setzen wir auf eine hohe Produktionstiefe. Wir haben vier SMD-Linien von Essemtec und mehrere High-Tech-Bearbeitungszentren für die Mechanik. Wir machen also alles – von der Schaltung bis zum Kühlkörper – unter einem Dach.“

Ein Beispiel: LEDs, welche nicht Massenware sind, können schwierig zu bestücken sein. Sie können kleben bleiben, haben ungewöhnliche Formen und Lichtdome, welche nicht berührt werden dürfen. Da muss man sich auskennen. Die Spezialsauger für die SMD-Automaten werden beispielsweise alle vom Fertiger selber im Haus gebaut. Dabei überlegen sich die Entwicklker, wie die Fertigung besser und/oder schneller sein kann und man sich vom Mitbewerber unterscheiden kann. Ziel soll es sein, dass der Kunde auch bereit ist, diesen Mehrwert zu bezahlen. Als den Schlüssel zum Erfolg in diesem Geschäft als KMU ist:

  • Hohe Fertigungstiefe mit dadurch schnellen Reaktionszeiten.
  • Investieren: In den letzten zwei Jahren haben wir unter anderem in zwei zusätzliche Bestückungslinien investiert und unsere Leistung um mehr als 60% erhöht.
  • Kundenbetreuung: Tiefe und enge Kundenbeziehungen, lokale Kundschaft exklusiv bedienen, den Kunden verstehen.
  • Von der Idee bis zum Produkt in hoher Time-to-Market-Geschwindigkeit und in hoher Qualität, kundenspezifische Lösungen generieren.
  • Angebot von Spezialitäten, die nicht jeder bieten kann.

LED-Leiterplatte bis 1,80 m Länge

Eine Spezialität des Unternehmens sind die LED-Long Boards mit einer Länge von bis zu 1,8 m. Für diese LED-Leuchten gibt es einen Nischenmarkt, dem nur wenige Anbieter gerecht werden können. Zusammen mit Essemtec hat M.A.L. Effekt eine hochmoderne Long-Board-Produktionslösung für Leiterplatten mit einer Länge von bis zu 1800 mm x 610 mm entwickelt. Um die angestrebte Qualität zu erreichen, musste ein neues Transportsystem entwickelt werden. Die meisten Systeme klemmen heute nur im Bestückungsbereich, was zur Folge hat, dass der Leiterplatten-Überhang ins Schwingen kommen kann, resp. die langen Leiterplatten sich beim Indexen verhängen können. Dies kann dazu führen, dass bestückte aber noch nicht gelötete Bauteile von der Leiterplatte wegspicken.

Das von Essemtec entwickelte System klemmt die langen Leiterplatten immer auf der ganzen Länge und garantiert so eine hohe Prozesssicherheit. Ein Problem bei solch langen Boards ist vor allem auch der Schablonendruck. Qualitativ gute Long-Board-Schablonendrucker sind schwierig zu finden und extrem teuer. Essemtec hat dieses Problem so gelöst, dass im Bestücker ein Lotpasten Jetventil zum Einsatz kommt. Der gesamte Prozess wird im SMD-Bestücker durchgeführt. So spart man sich den Produktionsschritt des Schablonendrucks.

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