Wetterprognosen Mit Mobilfunkdaten Extremwetter vorhersagen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Das Forschungsprojekt „Link – Analyse und Nowcasting von Extremereignissen mithilfe von Richtfunkdaten“ an der FH St. Pölten untersucht eine neue Methode zur kurzfristigen Wettervorhersage, die physikalische Daten aus Richtfunkdaten nutzt.

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Ein Symbolbild zur Wetterprognose: Forscher wollen physikalische Daten aus Richtfunkdaten für Vorhersagen von Extremwetterereignissen und die Berechnung von Niederschlagsdaten nutzen.
Ein Symbolbild zur Wetterprognose: Forscher wollen physikalische Daten aus Richtfunkdaten für Vorhersagen von Extremwetterereignissen und die Berechnung von Niederschlagsdaten nutzen.
(Bild: FH St. Pölten)

Durch den Klimawandel werden extreme Wetterereignisse wie jene dieses Sommers immer häufiger auftreten. Eine sehr kurzfristige Wettervorhersage könnte Gemeinden und Menschen helfen, sich besser auf das Unwetter vorzubereiten.

Dafür fehlt es aber zum Teil an Messstationen. Ein Forschungsprojekt an der FH St. Pölten untersucht nun, ob sich Extremwetter mit Daten aus Mobilfunknetzen kleinräumig und kurzfristig besser vorhersagen lässt.

Schnell Maßnahmen setzen

Eine zeitlich und örtlich möglichst exakte Kurzfristvorhersage (über maximal 12 Stunden) ermöglicht geeignete Maßnahmen, die Schäden verhindern können und es den Gemeinden und Einsatzkräften ermöglichen, effizienter zu reagieren und sich besser auf das Unwetter vorzubereiten.

Kurzfristvorhersagen erfordern ein möglichst dichtes Netz von Messstellen zur Bereitstellung von aktuellen Wetterdaten. Solche Messdaten können von Bodenstationen oder Fernerkundungssystemen wie Wetterradar oder Satelliten geliefert werden. In großen Teilen Österreichs beschränkt allerdings das unwegsame Gelände die Anzahl der Messstationen und auch Radardaten stehen aufgrund der Topographie in bestimmten Gegenden nur in unzureichendem Maß zur Verfügung.

Wettervorhersage mit Mobilfunkdaten

Ein Forschungsprojekt an der FH St. Pölten untersucht, ob sich physikalische Daten aus Richtfunkdaten, etwa die Signaldämpfung, für Vorhersagen von Extremwetterereignissen und die Berechnung von Niederschlagsdaten nutzen lassen.

„Dies wäre in Zukunft ein enormer Vorteil, da durch geeignete Maßnahmen Schadensprävention betrieben, effizienter reagiert und geplant werden kann“, erläutert Projektleiter Oliver Eigner vom Institut für IT-Sicherheitsforschung der FH St. Pölten.

Daten über physikalischen Eigenschaften von Richtfunkverbindungen sind verfügbar

Aufgrund des stetigen Ausbaus des Mobilfunknetzes sind Daten über die physikalischen Eigenschaften der Richtfunkverbindungen in großer Menge und weitgehend flächendeckend verfügbar. Die entsprechenden Messdaten, beispielsweise die Signaldämpfung, werden von den Mobilfunknetzbetreibern zur Gewährleistung der Netzqualität routinemäßig erfasst.

Im Zuge des Projekts werden derzeit auch Niederschlagsdaten und Richtfunkdaten zu den Unwettern im Juli und August ausgewertet. Durch die Analyse will das Projektteam abschätzen, ob sich mit den Mobilfunkdaten bessere Vorhersagen machen lassen.

Das Projekt Link

Das Team des Projekts „Link – Analyse und Nowcasting von Extremereignissen mithilfe von Richtfunkdaten“ besteht aus der FH St. Pölten, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die für die Verwertung der Messdaten in den Analyse- und Vorhersagemodellen zuständig ist, der Hutchison Drei Austria und dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit, Referat Hydrographie.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) finanziert das Projekt über das österreichische Förderprogramm für Sicherheitsforschung Kiras, abgewickelt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

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