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Mit Mikroschrift gegen Produktfälschungen

| Redakteur: Margit Kuther

Was man nicht sieht, wird man nicht fälschen. Erst ein Mikroskop mit 40-facher Vergrößerung offenbart, was auf die Color-Laserfolie (CLF) von Schreiner ProTech geschrieben wurde. Doch selbst die Offenbarung nutzt wenig, denn die Schrift ist kaum zu fälschen.

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Color-Laserfolie von Schreiner ProTech: eine schwer zu fälschende Mikroschrift schützt vor Fälschungen.
Color-Laserfolie von Schreiner ProTech: eine schwer zu fälschende Mikroschrift schützt vor Fälschungen.
(Bild: Schreiner Group)

Produktpiraterie schädigt die deutsche Industrie jährlichen um 54 Mrd. Euro, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Jedes zehnte Unternehmen in Deutschland ist in den zurückliegenden fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Produkt- und Markenpiraterie geworden“, sagt IW-Experte Oliver Koppel. Neben dem unmittelbaren Umsatzverlust für die betroffenen Firmen äußert sich der Schaden auch darin, dass aufgrund des Umsatzrückgangs deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft spricht von einer Einbuße von rund 500.000 Arbeitsplätzen.

Typenschild mit Zusatznutzen

Eine Authentifizierung der Produkte bietet Schutz vor Fälschungen. Allerdings sind Lösungen zum Produktschutz oft mit Zusatzkosten verbunden und bergen die Gefahr, dass das Fälschungsschutzmerkmal selbst wiederum gefälscht wird. Schreiner ProTech hat eine Lösung entwickelt, die bei der Laserbeschriftung eines Typenschildes eine individuelle Mikroschrift vor Ort beim Kunden aufbringt. Diese ist so klein, dass sie mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist und nur unter dem Mikroskop entziffert werden kann. Der Vorteil für Kunden, die bereits ein CLF-Typenschild einsetzen: Es entstehen keine Zusatzkosten wie bei anderen Produkten, da das erforderliche System – Folie und Lasergerät – schon vorhanden ist.

Die Mikroschrift kann deshalb so klein gestaltet werden, weil die lasersensitive Schicht der Folie extrem dünn ist, nämlich weniger als 1 µ. Zum Vergleich: Herkömmliche Laserfolien besitzen eine Schichtdicke von 50 µ. Diese minimale Beschichtungsstärke erlaubt eine höchstmögliche Auflösung und dadurch eine mikroskopisch feine Schrift. Zum Lesen ist ein Mikroskop mit 40-facher Vergrößerung nötig.

Fälschen lohnt sich nicht

Die Existenz des Sicherheitsmerkmals ist für den Laien nicht ohne weiteres erkennbar. Die Folge: Was man nicht sieht, wird man nicht fälschen. Selbst wenn die Mikroschrift entdeckt wird, kann sie von Fälschern kaum kopiert werden, weil diese nicht über die einzelnen Komponenten des Nachbeschriftungssystems verfügen. Dieses besteht aus der Color-Laserfolie, die nicht frei zugänglich ist. Auch das nötige Nd:YAG-Lasergerät (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) ist für Fälscher nur schwer zu beziehen.

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