Projekt Hyperloop Mit Luft, Sonne und Magnetismus durch die Röhre

Redakteur: Peter Koller

Mit einer Art solargetriebenem Transrapid, der sich mit nahezu Schallgeschwindigkeit in einer Röhre fortbewegt, will der Ingenieur und Multimillionär Elon Musk das Reisen auf langen Strecken revolutionieren.

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(Tesla Motors)

Hyperloop nennt sich das Konzept, über das lange gemunkelt wurde und das Musk jetzt in dem Blog seiner Firma Tesla Motors vorgestellt hat. In einem 57-seitigen PDF werden die Grundlagen des Hyperloop erläutert.

Stark vereinfacht sieht das Konzept so aus: Bei Hyperloop bewegen sich Kapseln mit einer Kapazität von 28 Passagiern in einer Röhre mit niedrigem Luftdruck mit einer Geschwindigkeit bis knapp unterhalb der Schallgeschwindigkeit fort. Im Gegensatz zu früheren Konzepten ähnlicher Art wie etwa ET3 (In zwei Stunden von New York nach Peking – mit der Magnetschwebebahn) verzichtet Musk beim Hyperloop auf ein vollständiges Vakuum in der Röhre, das schwer zu erzielen und zu erhalten wäre und strebt stattdessen nur einen geringen Luftdruck an, der relativ einfach mit kommerziellen Pumpsystemen zu erreichen wäre.

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Trotz des niedrigen Luftdrucks würde sich der Hyperloop in der relativ engen Röhre einem großen Widerstand entgegen sehen. Um dieses sogenannte Kantrowitz Limit zu umgehen, verfügt die Transportkapsel nach Musks Konzept über eine Art batteriebetriebene Turbine, die die Luft von vor dem Fahrzeug nach hinten pumpt. Auf diese Weise sollen auch gezielt Luftpolster unterhalb der Kapsel erzeugt werden, auf denen der Hyperloop während der Fahrt schwebt.

Der eigentliche Antrieb erfolgt in Form eines elektrischen Linearmotors, der die Kapsel am Anfang auf die nötige Reisegeschwindigkeit beschleunigt und etwa alle 70 Meilen für eine Auffrischung des Antriebs sorgt. Da diese Antriebseinheiten nur etwa ein Prozent der Gesamtstrecke ausmachen sollen, würden sich die Kosten in Grenzen halten. Solarzellen auf der Oberseite der Röhre sollen die benötigte Energie bereitstellen.

Der Plan scheint an der Grenze von Genie und Wahnsinn angesiedelt, doch Elon Musk ist eine Figur, die schon mehrere schier unglaubliche Dinge geschafft hat. Der erst 42-Jährige stammt aus Südafrika und war einer der Gründer des Online-Bezahldienstes Paypal. Dessen Verkauf an Ebay hat Musk ein Vermögen eingebracht. Er ist auch der Gründer des Weltraumtechnik-Unternehmens SpaceX, dessen Dragon-Raumschiff vergangenes Jahr als erstes privat entwickeltes Raumfahrzeug an die Raumstation ISS angekoppelt hat:

Mit Tesla Motors ist Musk auch der Gründer und Chef eines der erfolgreichsten Hersteller von Elektroautos. Was in zu dem Projekt Hyperloop getrieben hat, war nach seiner Aussage der Plan für die California High Speed Rail, eine Zugverbindung zwischen Sacramento und San Diego, die auch die Städte San Francisco und Los Angeles verbinden soll. Die Kosten wurden zuletzt auf rund 42 Milliarden US-$ geschätzt. Dennoch würde die Fahrt von San Francisco nach LA noch rund drei Stunden dauern. Musk: "Wie kann es sein, dass man in einer Region, die die Heimat des Silicon Valley ist und wo großartige Technologien entstehen, eine Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke baut, die eine der teuersten und langsamsten der Welt ist?"

Sein Hyperloop-Konzept, davon ist Musk überzeugt, würde maximal 7,5 Milliarden US-$ kosten und die beiden Metropolen in nur 35 Minuten verbinden. Auch wenn Musk das Konzept nicht selbst realisieren will, weil er mit SpaceX und Tesla sehr eingespannt ist, hat er angedeutet, zumindest einen Prototypen bauen zu wollen. Musk ist auch klar, dass sein Konzept durchaus noch viele Fragezeichen und Schwächen hat. Deswegen hat er dazu aufgerufen, ihm Reaktionen und Vorschläge an hyperloop@spacex.com oder hyperloop@teslamotors.com zu mailen.

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