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Der Entwicklung sind keine Grenzen gesetzt

Ein wichtiger Zukunftstrend ist die COB-LED, die durch das direkte Drahtbonden des Leuchtdioden-Chips auf der Platine, dem Chip on Board, und den späteren Verguss gekennzeichnet sind. Diese Bauform, die besonders bei LED-Arrays mit sehr vielen Leuchtdioden verwendet wird, wird als Anwendung mit hohen Lumenpaketen bis 20.000 lm unter Verwendung von Anschluss-/Fassungssystemen in Zukunft eine größere Rolle spielen.

Ein weiterer Entwicklungstrend liegt in der Konvergenz. Die LED-Technologie bietet viele Möglichkeiten, Lampen mit neuen Inhalten zu multimedialen Objekten zu entwickeln. Hier seien die intelligenten Lampen erwähnt, die gleichzeitig als WLAN-Router oder -Repeater – also als Netzwerkgerät oder Verstärker - dienen (siehe Kasten). Im Hinblick auf das Design und die Montagemöglichkeiten von LED-Leuchten sind der Phantasie ebenfalls kaum Grenzen gesetzt. Und auch im OLED-Bereich (OLED: organic light emitting diode, dt. Organische Licht emittierende Diode) zeichnen sich weitere innovative Entwicklungen ab. So kündigten die Entwickler für die nächsten Jahre Verbesserungen bei der Farbveränderlichkeit und der Transparenz an.

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Die Beispiele zeigen, dass sich mit der LED/OLED-Technologie ein von großer Innovationsdynamik geprägter Zukunftsmarkt herausbildet. Allerdings sind noch viele offene Fragen zu beantworten, um diese neue Technologie wirklich umfassend zu beherrschen, nutzbringend und nachhaltig anzuwenden und für einen Massenmarkt verfügbar zu machen. Daher kommt der Forschung weiterhin eine große Bedeutung zu, zumal einige der etablierten Betrachtungsweisen und Kriterien, mit denen traditionelle Beleuchtungsanlagen bewertet wurden, überdacht und zum Teil „neu erfunden“ werden müssen.

Die Mindestanforderungen an LED-Leuchten

Vor diesem Hintergrund arbeitet das VDE-Institut als Referenzlabor in einem Verbund von fünf Forschungseinrichtungen und 13 Leuchtenfirmen an den Grundlagen für ein Performance Quality Label (PQL) für LED-Leuchten. Dabei geht es darum, einen Katalog für die Mindestanforderungen an LED-Leuchten zu erstellen, die Lichtqualität der LED-Leuchten zu erhöhen, die Transparenz der Produkte zu erhöhen und die heimische Leuchtenindustrie im internationalen Wettbewerb zu stärken. Über die Performanceanforderungen hinaus sind aber auch die Anforderungen an die elektrische Sicherheit und lichttechnische Eigenschaften in der Normung neu zu bewerten und/oder aufzunehmen.

Globales Geschäft von globalen Anbietern

Mit grundlegenden technologischen Veränderungen sind meist auch starke Marktveränderungen verbunden. Das trifft auch für den Wachstumsmarkt LED zu. LED ist ein globales Geschäft, das in Zukunft von global agierenden Anbietern geprägt werden wird. Die Auswirkungen auf den europäischen Lichtmarkt sind bereits spürbar. Unternehmen, die bisher nicht im Beleuchtungssektor tätig waren, sich aber in der Elektronik sehr gut auskennen, gewinnen im LED-Bereich stark an Einfluss und bieten mit neuen Ansätzen Alternativen zu den eher traditionellen Lösungen der etablierten Leuchtenhersteller.

Wichtig für die nachhaltige Markteinführung und Kundenakzeptanz sind freilich nicht nur der Innovationsgehalt, die technische Raffinesse oder der Ladenpreis neuer LED-Lösungen, sondern auch deren Sicherheit und Qualität. Umso wichtiger ist es für Hersteller, Händler und Verbraucher, diese Faktoren bei der neuen LED/OLED-Technologie hoch anzusiedeln.

* Dietmar Gläser leitet die Kategorie Licht im VDE-Institut in Offenbach und arbeitet mit an Normungsgrundlagen für LED-/OLED-Lampen und -Leuchten.

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