Mit hochpräzisen HD-Karten wird autonomes Fahren machbar

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Durch die Nutzung von Mobile Mapping und sensorbasierten Aktualisierungen bieten HD-Karten eine absolute Genauigkeit von unter einem Meter, relativ sind sie sogar auf Dezimeter genau. Gleichzeitig enthalten sie eine Vielzahl von relevanten Attributen wie Fahrbahnbreite, -höhe und -markierungen sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen, die bereits heute für Fahrerassistenzsysteme genutzt, aber auch für das autonome Fahren benötigt werden.

Genaue Bilder ergänzen die HD-Karten-Technologie

Die Erfassung des gesamten Autobahn- und Straßennetzes in Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten in HD-Qualität ist ein wichtiger Meilenstein, um Lösungen für das autonome Fahren überhaupt entwickeln zu können. TomTom RoadDNA ergänzt die TomTom HD-Karten-Technologie um genaue und ausführliche Bilder der Straßen, Markierungen sowie der Umgebung. Dadurch entstehen äußerst genaue digitale Kartenprodukte, die den Weg für wirklich selbstständig fahrende Autos in der nahen Zukunft ebnen. TomTom RoadDNA erfasst die Welt aus der Perspektive eines Autos und unterstützt so automatisierte Fahrzeuge dabei, sich stets auf der Straßenkarte selbst zu orten und selbstständig auch bei hohen Geschwindigkeiten Manöver zu planen und durchzuführen.

TomTom HD Maps und RoadDNA sind unempfindlich gegenüber Veränderungen auf der Straße oder im Kartenmaterial, da sie diese in Echtzeit aktualisieren und einpflegen. Gleichzeitig sind sie in ihren Leistungsparametern skalierbar und können so auch mit wenig Speicherplatz und geringer Rechenleistung genutzt werden. RoadDNA speichert seine per LIDAR (Light Detection and Ranging) ermittelten 3D-Daten als Storage-freundliches 2D-Bild ab.

Durch den permanenten Abgleich der in Echtzeit erfassten Daten seiner Sensoren mit den hinterlegten Straßen- und Umgebungsdaten der HD-Karten kann das System seine Position hochpräzise und unabhängig von Navigationssignalen bestimmen. Die Genauigkeit des Gesamtsystems liegt bei unter 0,5 m in Längsrichtung und bei unter 15 Zentimeter seitlich.

Ausblick auf das autonome Fahren von morgen

TomTom RoadDNA stellt Informationen von Straßenrand zu Straßenrand bereit und ermöglicht, in Kombination mit den Daten der Fahrzeugsensoren, die Lokalisierung des Fahrzeugs als Voraussetzung für autonomes Fahren. Besonders wichtig ist, dass aufgrund der Datenstrukturen von HD Maps und RoadDNA Autohersteller und Zulieferer Fahrerassistenz (ADAS)- und autonome Fahrsysteme auf den Markt bringen können, die konsistent über alle Straßennetze arbeiten. Um die Zukunft des Fahrens voranzutreiben, ist dies von großer Bedeutung.

Aktuell testen verschiedene TomTom-Partner aus der Automobilindustrie selbstfahrende Autos mit HD Maps und RoadDNA in einer Vielzahl von unterschiedlichen Fahrumgebungen, unter anderem auch unter den sehr abwechslungsreichen Wetterbedingungen Skandinaviens und Südeuropas. Aber auch außerhalb der Automobilbranche geht die Entwicklung weiter. Durch die Kombination der NVIDIA DRIVE PX2 Computing Platform mit TomTom HD Maps wollen beide Unternehmen eine künstliche Intelligenz entwickeln, die ein Cloud-to-Car Mapping System für selbstfahrende Autos ermöglicht.

Nach Einschätzung von Insidern sind die technologischen Voraussetzungen für eine vollständig autonome Fahrweise Anfang des nächsten Jahrzehnts vorhanden. Für eine schnelle, flächendeckende Einführung fehlen im Moment neben entsprechend detailliert erfasster Straßenkilometer allerdings noch die rechtlichen Grundlagen. Da der gesamte Datenaustausch über Mobilfunk stattfindet, hängt das autonome Fahren darüber hinaus auch von der flächendeckenden Verfügbarkeit entsprechender Bandbreiten ab. Und falls alle technischen Probleme gelöst sein sollten, bleibt als letztes großes Hindernis die Frage, ob und wie viele Autofahrer wirklich die Kontrolle über die Fahrt aufgeben wollen.

* Willem Strijbosch ist Head of Autonomous Driving bei TomTom.

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