Steuergeräteentwicklung

Mit einem Tablet als Datenrekorder machen Testfahrten direkt Spaß

| Autor / Redakteur: Jürgen Ludwig * / Thomas Kuther

Ein modernes Fahrzeug: Die unzähligen Fahrerassistenzsysteme an Bord müssen alle auf Herz und Nieren getestet werden.
Ein modernes Fahrzeug: Die unzähligen Fahrerassistenzsysteme an Bord müssen alle auf Herz und Nieren getestet werden. (Bild: Elektrobit)

Für das Entwickeln und Absichern von Fahrerassistenzsystemen sind viele Testkilometer erforderlich. Wir verraten Ihnen, wie ein Tablet mit entsprechender Software die Bedienung der Messtechnik erleichtert.

Moderne Fahrerassistenzsysteme sind hochkomplex. Sie verknüpfen die Daten verschiedener Sensoren und müssen gleichzeitig hohen Sicherheitsansprüchen genügen, da sie das Fahrgeschehen beeinflussen und dem Fahrer immer mehr Aufgaben abnehmen. Ausführliche Tests der einzelnen Systeme und ihrer Integration sind unverzichtbar. Für die Entwickler sind daher intelligente Tools erforderlich, die diese Komplexität abfangen und den Testablauf effizienter gestalten. So kann sich das Entwicklungsteam auf seine Kernaufgabe – das Entwickeln und Optimieren innovativer Funktionen – konzentrieren. Dafür hat Elektrobit (EB) den EB Assist Car Data Recorder entwickelt.

Mit einem iPad und der EB Assist Car Data Recorder Toolbox als Anzeige- und Steuerungsplattform werden sowohl Test- als auch Präsentationsfahrten effizienter und einfacher verständlich. Platzraubende teure Monitore, Tastaturen und sperrige Verkabelungen im Fahrgastraum werden durch ein kostengünstigeres Tablet ersetzt, das per WLAN mit dem Entwicklungssystem EB Assist ADTF (Automotive Data- and Time-Triggered Framework) im Kofferraum des Testfahrzeugs kommuniziert.

Im Gegensatz zu fest installierter Test-Hardware kann das Tablet flexibel bedient und herumgereicht werden. So ermöglicht es die Beurteilung einer Testsituation durch mehrere Experten. Zudem ist es möglich, mehrere Geräte mit dem ADTF-Entwicklungssystem zu verbinden. Die Testergebnisse lassen sich in Echtzeit verfolgen, so dass Messfehler sofort erkannt und behoben werden können. Zeitaufwand und Kosten für Testfahrten, die sich später als fehlerhaft herausstellen, werden vermieden.

Da die Bedienoberfläche des Car Data Recorder keine überlappenden Fenster kennt, ist die Navigation selbst bei vielen Anzeigen übersichtlich. Im Testfahrzeug kann beispielsweise mit einem Wisch zwischen der detaillierten Darstellung von CAN-Botschaften für den Entwickler und der grafisch aufwendig gestalteten Anzeige daraus resultierender Warnhinweise hin und her geschaltet werden.

Neben der Steuerung des ADTF-Entwicklungssystems für das Starten oder Stoppen von Aufzeichnungen visualisiert der Car Data Recorder die Test- und Entwicklungsergebnisse. Dabei reicht die Bandbreite von der grafisch übersichtlichen Darstellung von Messwerten bis hin zum Anzeige-Prototypen mit Serienqualität. Je früher Messwerte und Zwischenergebnisse übersichtlich dargestellt und Fahrerassistenzfunktionen sichtbar werden, desto schneller kann der Fokus der Optimierungen richtig gesetzt werden.

Ein weiterer Vorteil der leicht verständlichen Darstellung und intuitiven Bedienbarkeit ist die Beurteilung und Selektion von Fahrszenen bereits während der Testfahrt. So lassen sich Markierungen, Hinweise und Notizen schriftlich oder als Sprachkommentar schon während der Fahrt erfassen, anstatt sie später mühsam nachzutragen. Dies erleichtert die Auswertung der Fahrszenen und die Aufbereitung als Testsequenzen.

Starten, Stoppen und Überwachen von Aufzeichnungen

Der einfachste Anwendungsfall ist das Starten, Stoppen und Überwachen von Aufzeichnungen der Testfahrten. Befindet sich der Car Data Recorder im gleichen WLAN-Netz wie der Car-PC mit dem ADTF-Entwicklungssystem, wird die Verbindung hergestellt und mit der Berührung des Record-Symbols startet die Aufnahme. Sollte einer der an den Car-PC angeschlossenen Sensoren oder Adapter eine Fehlermeldung generieren, warnt das System-Icon den Nutzer sofort. Der Übeltäter kann nach einem weiteren Touch auf das Icon in der Fehlerliste schnell ausfindig gemacht und der Fehler somit schnell behoben werden.

Gleichzeitig mit dem Starten einer Aufzeichnung erscheint das Festplatten-Icon und zeigt den Füllstand des Speichers. Ein Touch auf das Icon listet die aktuelle Datenrate und die Anzahl der Media-Samples, wie zum Beispiel die Anzahl der Frames pro Sekunde bei Videoaufzeichnungen. Bereits diese einfachen Interaktionselemente können sich als extrem wertvoll erweisen, wenn zum Beispiel durch rechtzeitige Warnungen eine sonst misslungene Testfahrt gerettet werden kann.

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